Köln-Rodenkirchen: Weltkriegsbombe nach festsitzendem Zünder gesprengt
Veröffentlicht am: 29.09.2026 um 23:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Eine am Rodenkirchener Leinpfad entdeckte amerikanische Weltkriegsbombe ist am 29. September 2026 auf ein unbewohntes Feld im Weißer Bogen transportiert und dort kontrolliert zur Detonation gebracht worden. Der Kampfmittelbeseitigungsdienst entschied sich für die Verlegung und anschließende Sprengung, da sich einer der beiden Aufschlagzünder des Blindgängers vor Ort nicht herausdrehen ließ.
Der Fund des zehn Zentner schweren Sprengkörpers war tags zuvor durch einen niedrigen Rheinpegel auf Höhe von Alt St. Maternus ermöglicht worden. Die Fliegerbombe war sowohl mit einem Front- als auch mit einem Heckaufschlagzünder ausgestattet. Ursprünglich war die Entschärfung für den 29. September 2026 vorgesehen gewesen.
Umfassende Evakuierungen und Straßensperren im Vorfeld
Für die Maßnahmen legte der Kampfmittelbeseitigungsdienst rund um die Fundstelle einen Gefahrenbereich mit einem Radius von 500 Metern fest. Von den daraus resultierenden Evakuierungen waren rund 3.000 Menschen betroffen. Innerhalb dieser Zone lagen neben Wohnhäusern auch der Rhein, Abschnitte des Fernverkehrs sowie eine Senioreneinrichtung.
Im Caritas-Altenzentrum St. Maternus mussten insgesamt 114 Bewohnerinnen und Bewohner in Sicherheit gebracht werden. Die Einrichtung verzeichnete 14 liegende, 64 eingeschränkt mobile sowie 35 gehfähige Senioren.
Zur Bewältigung der Verlegungen waren zwölf Krankentransporte angemeldet worden. Die Räumungsmaßnahmen verliefen weitgehend planmäßig, wurden jedoch durch zwei Personen verzögert, gegen die entsprechende Bußgeldverfahren eingeleitet wurden.
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Auch die regionale Verkehrsinfrastruktur war von den Sicherheitsmaßnahmen beeinträchtigt. Die Autobahn 4 musste zwischen dem Autobahnkreuz Köln-Süd und dem Autobahndreieck Heumar in beiden Fahrtrichtungen voll gesperrt werden. Die Sperrung sollte nach Abschluss des Einsatzes wieder aufgehoben werden.
Darüber hinaus wurden die Kölner Buslinien 130, 131, 134 und 135 umgeleitet, während die Stadtbahnlinien 16 und 17 regulär und ohne Beeinträchtigungen verkehren konnten. Zeitweise kam es zudem zu Sperrungen des Rheins sowie des Luftraums über dem betroffenen Gebiet.
Transport und kontrollierte Zündung im Weißer Bogen
Nachdem die Einsatzkräfte festgestellt hatten, dass sich einer der beiden Zünder nicht gefahrlos entfernen ließ, organisierte der Kampfmittelbeseitigungsdienst am 29. September 2026 die Verlegung der Zehn-Zentner-Bombe. Unter Polizeieskorte wurde der Blindgänger auf das freie Feldareal im Weißer Bogen überführt. Während dieses Transports blieben die Absperrungen am ursprünglichen Fundort zunächst bestehen.
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Am Zielort hoben die Einsatzkräfte ein mehrere Meter tiefes Loch für die kontrollierte Sprengung aus und deckten dieses mit 60 Tonnen Sand ab, um die Wucht der Detonation und den Splitterflug einzudämmen.
Nach dem erfolgreichen Abschluss des Transports und der Vorbereitungen konnte die Gefahrenzone am Rodenkirchener Rheinufer aufgehoben werden, sodass die zuvor evakuierten Anwohner wieder in ihre Wohnungen zurückkehren durften. Die kontrollierte Zündung auf der Freifläche beendete die Gefahrenlage am Einsatzort.
Mehr zum Thema bei Süddeutsche Zeitung: „Bombe in Köln-Rodenkirchen - Festsitzender Zünder: Blindgänger muss gesprengt werden - Panorama“
