Köln-Ostheim: GAG-Mieter sollen bis zu 2.000 Euro Nebenkosten nachzahlen
Veröffentlicht am: 06.11.2026 um 22:45 Uhr | Redaktion boerse-global.deIm Kölner Waldbadviertel im Stadtteil Ostheim sorgt eine Welle hoher Nebenkostenabrechnungen für erheblichen Unmut unter den Bewohnern. Bei der Kölner Wohnungsbaugesellschaft GAG klagen Mieter über Nachzahlungen in Höhe von mehreren hundert bis zu 2.000 Euro. Von den drastischen Nachforderungen sind sämtliche 516 Mietobjekte der Siedlung betroffen, zu denen neben Wohnungen auch Gewerbeeinheiten gehören.
Massive Nachforderungen nach vorausgegangenen Guthaben
Wie der Westdeutsche Rundfunk am 06.11.2026 berichtete, treffen die Forderungen zahlreiche Haushalte völlig unerwartet. Zu den Betroffenen gehört unter anderem Özlem Coban, die mit einer Nachforderung in Höhe von 1.900 Euro konfrontiert ist. Eine weitere Mieterin, Antje Mühl, soll fast 800 Euro nachzahlen. Im Jahr 2024 hatte sie noch ein Guthaben von rund 1.200 Euro verzeichnen können.
Auch bei kürzeren Mietzeiträumen fallen die Abrechnungen beträchtlich aus. So beglich der Mieter Sebastian Grochla eine Nachzahlung von 725 Euro für eine Mietdauer von lediglich vier Monaten.
Auslagerung der Wärmeversorgung und verzögerte Anpassungen
Als Ursache für den finanziellen Sprung verweist die GAG auf Änderungen bei der Wärmeversorgung des Quartiers. Das Wohnungsunternehmen hatte die Versorgung bereits im Jahr 2021 an die Konzerntochter GAG Servicegesellschaft mbH übertragen.
Wer sich mit der Umlage von Wärme- und Heizkosten befasst, sollte die aktuellen gesetzlichen Vorgaben genau kennen, um rechtssicher zu handeln. Dieser kostenlose PDF-Ratgeber erklärt in nur 5 Minuten, worauf es bei einer korrekten Betriebskostenabrechnung 2026 wirklich ankommt. Betriebskostenabrechnung 2026: So holen Vermieter jeden zulässigen Euro zurück
Während bis zum ersten Wärmeliefervertrag noch das Prinzip der Kostenneutralität gegolten habe, sei ab dem Inkrafttreten der neuen Wärmelieferverträge im Jahr 2025 eine Weitergabe der Kosten an die Mieterschaft möglich geworden.
Verschärft wurde die Situation für die Bewohner durch das Timing bei den laufenden Vorauszahlungen. Die monatlichen Abschläge wurden durch die Wohnungsbaugesellschaft erst angepasst, als die Abrechnungen im Spätsommer 2025 versandt wurden. Für die Mieter summierten sich die Differenzen daher über viele Monate unbemerkt auf.
Mieterverein verweist auf Prüfoptionen und Kürzungsrechte
Die Auseinandersetzungen im Kölner Waldbadviertel spiegeln einen allgemeinen Trend in der mietrechtlichen Beratung wider. Nach Angaben des Kölner Mietervereins machen Betriebskostenabrechnungen mittlerweile 30 Prozent aller Beratungsfälle aus.
Viele Immobilienbesitzer verlieren jährlich bares Geld, weil sie zulässige Kosten wie Grundsteuer oder Gartenpflege nicht rechtssicher im Mietvertrag verankert haben. Erfahren Sie in diesem Gratis-Report, welche „sonstigen Betriebskosten“ oft vergessen werden und wie Sie Fehler vermeiden. Kostenlosen Sicherheits-Ratgeber für Betriebskosten herunterladen
Mietervertreter raten betroffenen Bewohnern daher zu einer genauen formalen und inhaltlichen Prüfung der Posten. Sollte sich im Rahmen der Überprüfung beispielsweise herausstellen, dass Warmwasser und Heizung in der Abrechnung fehlerhaft getrennt wurden, sieht die Heizkostenverordnung für die Mieter die Möglichkeit vor, den entsprechenden Kostenanteil um 15 Prozent zu kürzen.
