Wie geht es bei der Fed weiter? Das erwarten die Volkswirte
Veröffentlicht am: 28.10.2026 um 05:50 Uhr | dpa, AD HOC NEWSÖkonomen erwarten mit großer Mehrheit, dass die Zinsspanne bei 3,75 bis 4,00 Prozent bleiben wird. Die Fed hatte im September erstmals seit Juli 2023 den Zins um einen Schritt nach oben gehoben. Die Entscheidung wird am Mittwoch (19.00 Uhr) verkündet.
Zwar dürfte die Fed nach der jüngsten Straffung "eine Verschnaufpause einlegen, um eine überhastete Reaktion zu vermeiden", kommentierte etwa Stephan Bales, US-Experte bei der Förderbank KfW. Ein weiterer Zinsschritt nach oben dürfte beim letzten Entscheid des laufenden Jahres aber angesichts des hartnäckigen Inflationsdrucks kaum zu umgehen sein.
Die Verbraucherpreise hatten im September im Jahresvergleich um 3,7 Prozent zugelegt und sich damit dem höchsten Stand seit über drei Jahren angenähert. Angetrieben wurde die Preisentwicklung in der weltgrößten Volkswirtschaft vor allem durch Kosten für Energie, nachdem sich wichtige Rohstoffe wie Erdöl in den vergangenen Wochen infolge des Iran-Kriegs deutlich verteuert hatten. Zugleich verlangsamte sich das Beschäftigungswachstum deutlich. "Weder Inflation noch Beschäftigung liefern den Notenbankern ein klares Signal", sagte DWS-Chefvolkswirt für die USA, Christian Scherrmann.
Mit ihren Zinsentscheidungen versucht die US-Notenbank, einen Kompromiss zwischen stabilen Preisen und möglichst vielen Vollbeschäftigten zu finden. Ist der Leitzins zu hoch, bremst er die Wirtschaft etwa wegen höherer Kreditkosten aus. Ein niedrigerer Zins stimuliert zwar Wachstum und den Arbeitsmarkt, kann aber die Inflation anheizen.
