Deutschland, Finanzen

Deutsche sparen weniger – international aber weit vorn

28.10.2025 - 09:26:46 | dpa.de

Knapp 270 Euro im Monat legen Privathaushalte in Deutschland monatlich im Schnitt zurück. Damit ist die Sparquote niedriger als im vergangenen Jahr. Doch nur in wenigen Ländern sind Sparer eifriger.

  • Nur in wenigen Ländern ist die Sparquote höher als in Deutschland. (Symbolbild) - Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa
  • Viele Menschen in Deutschland sparen regelmäßig. (Symbolbild) - Foto: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa
  • In anderen Ländern, zum Beispiel in den USA, machen die Menschen mehr aus ihren Ersparnissen, weil sie mehr auf Aktien setzen. (Symbolbild) - Foto: Arne Dedert/dpa
Nur in wenigen Ländern ist die Sparquote höher als in Deutschland. (Symbolbild) - Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa Viele Menschen in Deutschland sparen regelmäßig. (Symbolbild) - Foto: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa In anderen Ländern, zum Beispiel in den USA, machen die Menschen mehr aus ihren Ersparnissen, weil sie mehr auf Aktien setzen. (Symbolbild) - Foto: Arne Dedert/dpa

Die Deutschen sparen nach wie vor fast weltmeisterlich - legen aber nicht mehr so viel Geld zurück wie im vergangenen Jahr. Im ersten Halbjahr 2025 betrug die Sparquote der privaten Haushalte in Deutschland 10,3 Prozent - heißt: Je 100 Euro verfügbarem Einkommen wurden im Schnitt 10,30 Euro auf die hohe Kante gelegt. Monatlich entspricht dies einem Betrag von durchschnittlich knapp 270 Euro je Einwohnerin und Einwohner, wie das Statistische Bundesamt errechnet hat.

In den ersten sechs Monaten 2024 war die Sparquote mit 11,1 Prozent aber noch höher. Langfristig betrachtet entspreche die aktuelle Sparquote dennoch in etwa dem durchschnittlichen Niveau der Jahre seit 2000, ordneten die Wiesbadener Statistiker ein. In Umfragen sagen immer wieder viele Befragte, dass sie aktuell gar nicht oder weniger sparen, weil die Kosten für tägliche Ausgaben wie Lebensmittel gestiegen sind.

Rekord-Sparquote in Corona-Zeiten 

In der Langfristbetrachtung klammern die Statistiker die Jahre 2020 und 2021 aus: Während der Corona-Pandemie hatten viele Menschen mehr Geld übrig als in normalen Zeiten, weil zum Beispiel Urlaubsreisen ausfielen und Freizeiteinrichtungen zeitweise geschlossen waren. Das trieb die Sparquote auf Rekordwerte: 2020 waren es nach jüngster Berechnung 16,0 Prozent, ein Jahr später 14,2 Prozent. Zum Vergleich: Im Gesamtjahr 2024 betrug die Sparquote in Deutschland 11,2 Prozent.

Nur in wenigen Ländern sind Sparer noch eifriger

Im internationalen Vergleich liegen die für ihren Spareifer berühmten Deutschen der Statistik zufolge weit vorn. Gemessen an der sogenannten Bruttosparquote - das ist die Sparquote vor Abzug von Abschreibungen beispielsweise auf Wohneigentum privater Haushalte - kamen die privaten Haushalte in Deutschland für das Jahr 2024 auf einen Wert von 20 Prozent. 

Damit liegt Deutschland deutlich über dem EU-Schnitt von 14,6 Prozent. Nach Angaben der europäischen Statistikbehörde Eurostat sparten die privaten Haushalte in Frankreich 2024 brutto 17,9 Prozent ihres verfügbaren Einkommens, in Österreich waren es 17,3 Prozent, in den Niederlanden 16,8 Prozent und in Italien 11,9 Prozent.

Nur in wenigen Ländern waren die Sparer den Zahlen zufolge im vergangenen Jahr noch eifriger als hierzulande. So kam die Schweiz auf eine Bruttosparquote von 26,1 Prozent. In den USA lag die Sparquote bei 10,8 Prozent.

In anderen Ländern machen Anleger mehr aus ihrem Geld

Allerdings parken die Menschen in Deutschland traditionell viel Geld auf oft vergleichsweise gering verzinsten Tagesgeldkonten. Je nachdem, wie hoch die Inflation ist, verliert das Geld dort sogar an Kaufkraft. Dagegen machen viele Anleger zum Beispiel in den USA mehr aus ihren Ersparnissen, wie Analysen zeigen: Dort wird mehr auf die Aktienmärkte gesetzt.

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