Klinikstreik Waren: 100 Beschäftigte fordern Tarifvertrag für Pflegekräfte
28.05.2026 - 11:02:47 | boerse-global.de
Mareike Sudbrink führt künftig die Mitarbeitervertretung am Delme Klinikum Delmenhorst. Die Wiederwahl fällt in eine Zeit tiefgreifender Veränderungen.
Die Belegschaftsvertretung des Delme Klinikums Delmenhorst (DKD) hat sich neu konstituiert und setzt auf Kontinuität. In ihrer Sitzung am heutigen Donnerstag bestätigten die Mitglieder Mareike Sudbrink als Vorsitzende des Betriebsrats. Zu ihrer Stellvertreterin wählten sie Pamela Dehdashtian. Das Gremium vertritt die Interessen von mehr als 1.000 Beschäftigten.
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Neubau als zentrale Herausforderung
Die größte Aufgabe für das neu formierte Gremium ist der anstehende Umzug. Der Neubau der Klinik soll Mitte 2027 fertiggestellt werden. Der Betriebsrat will die Planungs- und Einzugsphase aktiv begleiten. „Unser Ziel sind faire und nachhaltige Arbeitsbedingungen in dieser Zeit des Umbruchs“, so die Botschaft der Führungsspitze.
Neben dem Umzug stehen stabile Dienstpläne und ein umfassender Gesundheitsschutz für die Mitarbeiter ganz oben auf der Agenda. Die Arbeitnehmervertretung will sicherstellen, dass die Belastungen für das Personal während der Bauphase nicht überhandnehmen.
Klinikbranche unter Druck
Die personelle Kontinuität in Delmenhorst steht im Kontrast zu den Turbulenzen, die andere Häuser derzeit durchleben. Die Sana Kliniken im Landkreis Leipzig bündeln ihre Allgemein- und Viszeralchirurgie an den Standorten Borna, Grimma und Wurzen. Ab dem 1. Juni werden die Eingriffe spezialisiert: Die Schilddrüsenchirurgie wandert nach Wurzen, ein Wundzentrum entsteht in Grimma.
Noch härter trifft es das Müritz-Klinikum in Waren. Dort legten am Mittwoch und Donnerstag rund 100 Beschäftigte die Arbeit nieder. Pflegekräfte, Therapeuten und der Transportdienst forderten einen Tarifvertrag für das nicht-ärztliche Personal. Die Notfallversorgung blieb zwar gesichert, doch der Klinikbetrieb war massiv eingeschränkt: Von fünf Operationssälen lief nur einer.
Protestwelle gegen Sparpaket
Die Krankenhausbetreiber und die Gewerkschaft Verdi machten am Donnerstag in mehreren Städten Baden-Württembergs gemeinsam Druck. In Stuttgart, Karlsruhe und Tübingen protestierten sie gegen das Sparpaket der Bundesregierung.
Die geplanten Einsparungen sollen die gesetzlichen Krankenkassen 2027 um 16,3 Milliarden Euro entlasten. Der Baden-Württembergische Krankenhausverband (BWKG) warnt: Die Folgen wären massive Defizite und Stellenstreichungen. Die Gewerkschaft befürchtet, dass Ausgabendeckel und höhere Zuzahlungen letztlich die Patientenversorgung gefährden.
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Cyberangriff erschüttert Kliniken
Eine weitere Belastungsprobe kommt aus dem digitalen Raum. Am Donnerstag wurden Details zu einem Hackerangriff auf den externen Abrechnungsdienstleister Unimed bekannt. Betroffen war unter anderem das Städtische Klinikum Karlsruhe.
Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) hatte bereits am Dienstag gewarnt. Unbekannte Täter erbeuteten Patientendaten von Universitätskliniken und Krankenhäusern im ganzen Land. Allein in Karlsruhe sind rund 4.100 Patienten betroffen, in 1.100 Fällen wurden medizinische Daten gestohlen. Das Klinikum informiert die Geschädigten per Post – vornehmlich Privatpatienten und Selbstzahler.
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