Klimainvestitionen, Ifo-Institut

Klimainvestitionen: Deutsche Unternehmen planen nur 10,6% für 2026

Veröffentlicht am: 31.08.2026 um 21:34 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Das Ifo-Institut erwartet für deutsche Unternehmen 2026 nur einen leichten Anstieg der Klimainvestitionen, bevor 2027 kaum Bewegung folgt.

Deutsche Klimainvestitionen treten 2027 trotz Bau-Boom auf der Stelle
Moderne Solaranlage auf dem Dach eines Industriebetriebs bei Tageslicht. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die Investitionsbereitschaft der deutschen Wirtschaft im Bereich des Klimaschutzes stagniert weitgehend auf einem stabilen Niveau. Wie das Ifo-Institut am 31. August 2026 auf Basis aktueller Umfragedaten mitteilte, planen deutsche Unternehmen für die kommenden Jahre keine massiven Erhöhungen ihrer Budgets für die grüne Transformation.

Während der Anteil der Klimainvestitionen an den Gesamtinvestitionen im Jahr 2025 noch bei 9,3 % lag, wird für das Jahr 2026 ein leichter Anstieg auf 10,6 % prognostiziert. Für das darauffolgende Jahr 2027 zeichnet sich jedoch bereits wieder eine Seitwärtsbewegung mit einem geplanten Anteil von 10,5 % ab.

Stagnation auf erreichtem Niveau

Nach Einschätzung des Ifo-Instituts deutet die aktuelle Datenlage darauf hin, dass die Dynamik beim Ausbau klimafreundlicher Kapazitäten vorerst nachlässt. Der Ifo-Forscher Gerome Wolf erklärte hierzu, dass der Bedarf an klimafreundlichen Investitionen derzeit seinen Höhepunkt erreiche.

Eine weitere signifikante Steigerung der Investitionsanteile sei in der Breite der deutschen Wirtschaft aktuell nicht erkennbar. Die Unternehmen konzentrieren sich demnach darauf, das erreichte Niveau zu halten, anstatt die Mittel für ökologische Modernisierungen weiter massiv auszuweiten.

Die Zurückhaltung spiegelt sich in fast allen Sektoren wider. Die Daten zeigen, dass die notwendigen Transformationsschritte zwar eingeleitet sind, die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen jedoch eine zusätzliche Beschleunigung verhindern.

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Branchenspezifische Unterschiede und Ausnahmen

Bei der Betrachtung der einzelnen Wirtschaftszweige zeigen sich für das Jahr 2026 deutliche Unterschiede in der Gewichtung der Klimaschutzmaßnahmen. Die Dienstleister führen die Statistik mit einem geplanten Anteil von 12,2 % ihrer Gesamtinvestitionen an.

Im Bauhauptgewerbe sollen die klimabezogenen Ausgaben bei 10,5 % liegen. Etwas geringer fallen die Planungen im Verarbeitenden Gewerbe mit 8,8 % sowie im Handel mit 8,5 % der gesamten Investitionsmittel aus.

Ein differenziertes Bild ergibt sich für das Jahr 2027. Während die meisten Branchen ihre Ausgaben stabilisieren oder leicht zurückfahren, bildet das Bauhauptgewerbe eine Ausnahme. In diesem Sektor ist beabsichtigt, den Anteil der Klimainvestitionen im übernächsten Jahr auf 11,2 % zu steigern. In den anderen untersuchten Bereichen wird hingegen nicht mit einem weiteren Zuwachs gerechnet.

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Wettbewerbsfähigkeit und regulatorische Unsicherheit als Bremsfaktoren

Für die verhaltenen Investitionspläne benennen die befragten Unternehmen eine Reihe von strukturellen und konjunkturellen Hindernissen. Ein wesentlicher Grund sei die gesunkene Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Deutschland. Zudem belasteten geopolitische Risiken die Planungssicherheit der Betriebe erheblich.

Neben diesen makroökonomischen Faktoren spielt die regulatorische Unsicherheit eine entscheidende Rolle. Insbesondere die unklare Entwicklung beim CO2-Preis wird von den Unternehmen als maßgeblicher Unsicherheitsfaktor angeführt.

Solange keine verlässlichen Prognosen über die künftigen Kosten fossiler Energieträger und die genaue Ausgestaltung der CO2-Bepreisung vorliegen, zögern viele Firmen damit, langfristige und kapitalintensive Klimaschutzprojekte über das bereits geplante Maß hinaus zu initiieren.

Die Kombination aus schwächerer Wettbewerbsposition und volatilen politischen Rahmenbedingungen dämpft somit die Ambitionen für eine schnellere Dekarbonisierung der deutschen Industrie.

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