Kita-Personalmangel, Projekt

Kita-Personalmangel: Projekt „Kita Connect

12.06.2026 - 23:26:10 | boerse-global.de

Projekt „Kita Connect“ und NRW-Bericht zeigen Strategien gegen Personalmangel. Gewerkschaften fordern mehr Investitionen in Bildung und Pflege.

Fachkräftesicherung: Neue Wege in Weiterbildung und Personalbindung
Kita-Personalmangel - Eine Gruppe Erwachsener nimmt an einem Weiterbildungskurs teil, diskutiert und arbeitet zusammen an einem Tisch in einem hellen Raum. 12.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Die Sicherung von Fachkräften durch gezielte Qualifizierung und modernisierte Weiterbildung rückt in den Fokus von Politik und Gewerkschaften. Während NRW eine positive Bilanz seiner Bildungsreform zieht, setzen das Bildungswerk ver.di und wissenschaftliche Partner auf neue Konzepte, um pädagogisches Personal langfristig im Beruf zu halten.

„Kita Connect“ gegen den Personalmangel

Das Bildungswerk ver.di Niedersachsen und das Institut Arbeit und Technik (IAT) arbeiten an Strategien gegen den massiven Personalmangel in Kitas. Das Projekt „Kita Connect“ startete im April 2025 und läuft bis März 2028. Ziel: die Personalarbeit in diesem Sektor grundlegend neu gestalten.

Anzeige

Ein strukturiertes Onboarding ist gerade in Zeiten des Personalmangels entscheidend, um neue Mitarbeiter langfristig an die Einrichtung zu binden. Diese kostenlose Checkliste zeigt Führungskräften, wie sie vom ersten Tag an Vertrauen schaffen und die Fluktuation senken. Kostenlose Onboarding-Checkliste jetzt herunterladen

Ein Schwerpunkt liegt darauf, pädagogische Fachkräfte dauerhaft im Beruf zu halten. Am 8. Juni fand in Osnabrück eine erste Potenzialwerkstatt statt. Dort wurden praktische Lösungen erarbeitet. Eine weitere Veranstaltung ist für den 30. Juni in Hannover geplant.

Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) und der Europäische Sozialfonds (ESF Plus) fördern das Vorhaben. Die Initiativen zeigen: Es reicht nicht, nur administrativ zu verwalten. Die Arbeitsbedingungen und beruflichen Perspektiven müssen sich direkt in den Einrichtungen verbessern.

NRW legt Weiterbildungsbilanz vor

Parallel zu diesen Projekten zeigt die allgemeine Weiterbildungsstatistik eine stabile Entwicklung. Die NRW-Landesregierung legte heute den ersten Landesweiterbildungsbericht vor. Er dokumentiert die Auswirkungen des 2021 novellierten Weiterbildungsgesetzes.

Demnach verfügte das Land zuletzt über 456 anerkannte Weiterbildungseinrichtungen. Die Resonanz war 2024 mit rund 3,2 Millionen Teilnehmenden signifikant. Insgesamt fanden 249.624 Veranstaltungen statt.

Anzeige

Um die Motivation und Produktivität im Team dauerhaft zu steigern, ist die Wahl des richtigen Führungsstils für Vorgesetzte unerlässlich. Dieser kostenlose Ratgeber stellt fünf moderne Ansätze vor und hilft Ihnen mit einer praktischen Checkliste bei der täglichen Umsetzung. Gratis-E-Book: Den passenden Führungsstil finden

Ein besonderer Erfolg: An den Volkshochschulen holten 2.569 Personen ihre Schulabschlüsse nach. Neue Förderinstrumente wie der Innovationsfonds, die regionale Bildungsentwicklung und eine Entwicklungspauschale werden gut angenommen. Sie tragen zur Stabilisierung des Marktes bei.

Gewerkschaften fordern mehr Investitionen

Trotz der Erfolge mahnen Gewerkschaftsvertreter weiteren Handlungsbedarf an. Sylvia Bühler vom ver.di-Bundesvorstand warnte am Mittwoch bei einer Demonstration in Hannover vor geplanten Kürzungen im Gesundheitswesen. Solche Maßnahmen gefährdeten die Versorgung und beschleunigten die Flucht von Personal aus der Pflege.

Mehr als 8.000 Teilnehmende protestierten gegen die aktuelle Gesundheitspolitik. Sie forderten stattdessen Investitionen in die Belegschaft.

Um solche Investitionen zu finanzieren, brachte ver.di-Chef Frank Werneke gestern steuerpolitische Forderungen ein. Nach einem Spitzentreffen der Koalition mit den Sozialpartnern forderte er die Einführung einer Vermögensteuer und eine Reform der Erbschaftsteuer. Milliardäre sollen stärker in die Pflicht genommen werden.

Werneke sieht in der Stärkung der Binnennachfrage einen entscheidenden Faktor für die wirtschaftliche Stabilität. Kurzfristig seien keine deutlichen Impulse aus dem Exportgeschäft zu erwarten.

Die Entwicklungen zeigen: Bildungsprogramme und tarifpolitische Forderungen werden zunehmend als Einheit betrachtet. Während staatliche Berichte eine funktionierende Infrastruktur belegen, fokussieren Projekte wie „Kita Connect“ die direkte Bindung des Personals an die Praxis.

de | wirtschaft | 69530695 |