KI-Weiterbildung, Druck

KI-Weiterbildung: Nur jeder Dritte geschult, 68% sehen Druck

Veröffentlicht am: 29.07.2026 um 08:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Studie zeigt große Kluft zwischen KI-Weiterbildungsbedarf und Realität. Psychische Belastung treibt Fehlzeiten auf Rekordniveau.

KI-Angst und Rekordkrankenstand: Deutsche Arbeitnehmer unter Druck
Ein divers besetztes Team arbeitet in einem modernen Büro an technologischen Lösungen und Weiterbildungskonzepten. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Nur jeder dritte Beschäftigte hat bislang eine KI-Weiterbildung erhalten. Dabei sehen 68 Prozent der Personalverantwortlichen Künstliche Intelligenz als wichtigsten Treiber für künftige Qualifikationen. Die Lücke zwischen Anspruch und Wirklichkeit wird immer größer – mit Folgen für die Psyche der Arbeitnehmer.

Jeder Dritte fürchtet den Jobverlust durch KI

Eine internationale Studie aus dem Jahr 2026 zeigt: 35 Prozent der Beschäftigten haben Angst, durch KI überflüssig zu werden. Besonders betroffen sind Berufseinsteiger: 49 Prozent von ihnen fürchten um ihre Existenz. Führungskräfte sind mit 22 Prozent deutlich entspannter.

Der Druck zur Weiterbildung ist enorm: 76 Prozent der Befragten spüren ihn. Doch nur 40 Prozent der Arbeitgeber bieten konkrete Schulungsmöglichkeiten an. Viele Beschäftigte kritisieren zudem, dass Trainingsangebote zu spät kämen.

Krankenstand auf Rekordniveau

Die psychische Belastung zeigt sich auch in den Krankmeldungen. Waren es 2021 noch durchschnittlich 13 Fehltage pro Jahr, stieg der Wert von Januar bis November 2025 auf 18,6 Tage an. Ein erheblicher Teil der Beschäftigten gab in Umfragen an, bereits unter falschen Angaben gefehlt zu haben.

Arbeitgeber reagieren mit betrieblichen Krankenversicherungen (bKV). Doch die steuerliche Sachbezugsfreigrenze limitiert die Gestaltungsmöglichkeiten. Ein Experte für Arbeitgeberattraktivität sieht Unternehmen hierdurch bei Gesundheitsbudgets eingeschränkt.

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Gerichte präzisieren Regeln zur Arbeitsunfähigkeit

Das Landessozialgericht Baden-Württemberg entschied Anfang 2026: Wer seine vertraglich geschuldete Tätigkeit voll erbringen kann, ist nicht teilarbeitsunfähig – selbst wenn gesundheitsbedingt keine Zusatzdienste wie Rufbereitschaften möglich sind.

Der Gesetzgeber plant für 2027 ein Modell zur Teilarbeitsunfähigkeit mit festen Stufen von 25, 50 und 75 Prozent.

Höhere Strafen für fehlende Inklusion

Seit März 2026 werden die erhöhten Sätze der Ausgleichsabgabe fällig. Unternehmen mit mindestens 20 Arbeitsplätzen, die keine schwerbehinderten Menschen beschäftigen, zahlen nun monatlich bis zu 815 Euro pro unbesetztem Pflichtarbeitsplatz.

Bundesarbeitsministerin Bärbel Bas kündigte einen Gesetzentwurf zur Reform der Werkstätten für behinderte Menschen an. Ziel: der Übergang in den allgemeinen Arbeitsmarkt. Derzeit liegt die Quote bei mageren 0,62 Prozent.

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Österreich diskutiert Bonus-Malus für ältere Arbeitnehmer

Der Pensionistenverband (PVÖ) fordert angesichts steigender Arbeitslosenzahlen bei über 60-Jährigen ein Bonus-Malus-System. Unternehmen, die ältere Mitarbeiter halten oder einstellen, sollen belohnt werden. Betriebe mit niedrigen Quoten müssten höhere Beiträge zahlen.

Im Juni 2026 waren in Österreich rund 120.000 Personen über 50 Jahre arbeitslos gemeldet.

Rentenstreit: Arbeitgeber gegen „Schwedenrente“

Die Debatte um die langfristige Finanzierung der Sozialsysteme belastet das Verhältnis zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmervertretern. Die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) spricht sich gegen die geplante Einführung der sogenannten Schwedenrente ab 2028 aus.

Diese sieht zusätzliche Beiträge von zwei Prozent vor – hälftig von Arbeitgebern und Arbeitnehmern. Die BDA warnt vor einer Gesamtbelastung der Lohnkosten von bis zu 46 Prozent.

IG-Metall-Chefin Christiane Benner kündigte Widerstand gegen Kürzungen bei bestehenden Modellen an. Die Rente nach 45 Beitragsjahren müsse erhalten bleiben. Der Hintergrund: Die Metall- und Elektroindustrie hat seit der Pandemie rund 320.000 Arbeitsplätze verloren.

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