KI-Videoüberwachung: DSW21 testet automatische Gewalt-Erkennung
Veröffentlicht am: 28.08.2026 um 11:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Dortmunder Stadtwerke (DSW21) haben am Dortmunder Hauptbahnhof ein Pilotprojekt zur KI-basierten Videobeobachtung gestartet. Seit Ende August 2026 wird eine spezialisierte Software eingesetzt, um gewaltsame Situationen automatisiert zu identifizieren und die Sicherheit für Fahrgäste und Personal zu erhöhen. Der Testlauf ist auf mehrere Monate angelegt und soll Erkenntnisse über die Effizienz automatisierter Warnsysteme im öffentlichen Raum liefern.
Intelligente Videotechnik für schnellere Alarmierung
Das technische System umfasst sieben installierte Kameras, deren Bilder von einer Künstlichen Intelligenz (KI) analysiert werden. Die Software wurde von der Staige One AG entwickelt und ist darauf programmiert, kritische Situationen wie etwa Schlägereien eigenständig zu erkennen.
Sobald die Algorithmen ein entsprechendes Ereignis registrieren, schaltet das System eine Live-Übertragung direkt in die zuständige Leitstelle ein. Auf diese Weise kann das Sicherheitspersonal ohne Zeitverzögerung alarmiert werden und gezielt intervenieren.
Der Testbetrieb am Dortmunder Hauptbahnhof ist zeitlich begrenzt. Das Pilotprojekt läuft planmäßig bis Ende Dezember 2026. Eine detaillierte Auswertung der Ergebnisse und der Zuverlässigkeit der Software soll ebenfalls Ende Dezember vorgenommen werden.
Fokus auf Datenschutz und lokale Datenverarbeitung
Bei der Implementierung der neuen Technik betonen die Verantwortlichen die Einhaltung strenger Datenschutzvorgaben. Das System von DSW21 verzichtet ausdrücklich auf den Einsatz von Gesichtserkennung oder die Erhebung biometrischer Daten.
Wer sich mit dem Einsatz moderner Technologien befasst, muss die rechtlichen Rahmenbedingungen kennen, die seit August 2024 unmittelbar gelten. Dieser kostenlose Umsetzungsleitfaden bietet Unternehmen einen kompakten Überblick über alle Anforderungen, Pflichten und Fristen der neuen EU-KI-Verordnung. EU AI Act in 5 Schritten verstehen: Fristen, Pflichten und Risikoklassen kompakt erklärt
Die Analyse beschränkt sich rein auf die Erkennung von Bewegungsmustern, die auf gewalttätige Auseinandersetzungen hindeuten. Zudem erfolgt die Verarbeitung der Bilddaten auf einem lokalen Server, um die Datensicherheit zu gewährleisten und eine Übertragung an externe Infrastrukturen zu vermeiden.
Vergleichbare Effekte und Herausforderungen in anderen Städten
Der Einsatz von Videoüberwachung zur Kriminalitätsprävention zeigt in anderen Kommunen bereits messbare Wirkungen, weist jedoch auch auf das Phänomen der Kriminalitätsverlagerung hin. In Cottbus etwa sanken die Straftaten im videoüberwachten Bereich der Stadthalle kontinuierlich von 263 Fällen im Jahr 2023 auf 234 im Jahr 2024 und schließlich auf 203 im Jahr 2025.
Gleichzeitig verzeichneten die Behörden in Cottbus jedoch einen Anstieg der Kriminalität in den angrenzenden Bereichen, die nicht videoüberwacht werden. Dort stieg die Zahl der Delikte um 90 auf insgesamt 528 Fälle an.
Die Integration von KI-Systemen stellt viele Verantwortliche vor neue Herausforderungen bei der Risikodokumentation und Qualitätssicherung. Erfahren Sie in diesem kostenlosen Report, welche Systeme als Hochrisiko eingestuft werden und was Unternehmen jetzt konkret tun müssen. Kostenlosen Umsetzungsleitfaden zum EU AI Act jetzt herunterladen
In der gesamten Stadt wurden im Jahr 2025 etwa 10.800 Straftaten registriert, was einer Zunahme von circa 300 Fällen gegenüber dem Vorjahr entspricht. Das zuständige Ministerium in Brandenburg empfahl trotz dieser Verlagerungseffekte die Beibehaltung der Videoüberwachung am Standort Cottbus.
Ausbau präventiver Maßnahmen an Schulen und Bahnhöfen
Neben Verkehrsknotenpunkten rücken auch Bildungseinrichtungen verstärkt in den Fokus von Sicherheitskonzepten. In Herford wird derzeit ein Pilotprojekt an einer Grundschule umgesetzt, die als erste Schule der Stadt mit Überwachungskameras ausgestattet wurde. Hintergrund für diese Maßnahme sind knapp 50 Vandalismus-Fälle, die im Jahr 2025 auf den Pausenhöfen außerhalb der Unterrichtszeiten dokumentiert wurden.
Parallel zur technischen Aufrüstung setzen Sicherheitsbehörden auch auf eine verstärkte personelle Präsenz. Am Berliner Hauptbahnhof sowie am Ostbahnhof starteten bereits im Februar 2026 gemeinsame Verbundstreifen. Diese setzen sich aus Einsatzkräften der Bundespolizei, der DB Sicherheit, der Berliner Polizei und der örtlichen Ordnungsämter zusammen. Die Maßnahme ist Teil eines Sofortprogramms, das auf eine Verbesserung der Sicherheit und Sauberkeit an stark frequentierten Bahnhöfen abzielt.
