KI-Urheberrecht, Sony

KI-Urheberrecht: Sony und Warner klagen gegen Anthropic auf Milliarden

Veröffentlicht am: 31.08.2026 um 21:22 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Indien bestätigt KI-Training mit geschützten Daten, während Musikverlage Anthropic in den USA auf hohen Schadensersatz verklagen.

Anthropic wegen KI-Training verklagt, Indien stärkt Entwickler
Reihen von modernen Server-Racks in einem Rechenzentrum mit bläulicher Beleuchtung. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

In einem richtungsweisenden Urteil hat ein indisches Gericht in der vergangenen Woche die rechtliche Zulässigkeit des Trainings von Modellen der künstlichen Intelligenz (KI) bestätigt. Die Entscheidung erging im Rahmen einer juristischen Auseinandersetzung zwischen der Nachrichtenagentur ANI und dem US-amerikanischen Technologieunternehmen OpenAI.

Das Gericht stellte fest, dass die Verwendung urheberrechtlich geschützter Daten zum Zweck des Modelltrainings rechtmäßig sei, was einen bedeutenden Präzedenzfall für die internationale KI-Branche darstellt.

Während dieses Urteil in Südasien eine rechtliche Grundlage für KI-Entwickler schafft, verschärft sich die juristische Lage für Anbieter in den USA deutlich. Nur wenige Tage nach der Entscheidung in Indien wurde bekannt, dass namhafte Akteure der Musikindustrie eine umfassende Klage gegen das KI-Unternehmen Anthropic eingereicht haben.

Massive Urheberrechtsklage gegen Anthropic in den USA

Die Musikverlage Sony Music Publishing und Warner Chappell Music haben Ende August eine Klage vor dem Bundesgericht in Nordkalifornien erhoben. Der Vorwurf lautet auf massive Urheberrechtsverletzungen durch das Training des KI-Modells Claude. Laut den Klägern habe Anthropic geschützte Songtexte und Notenmaterial ohne Genehmigung genutzt. Betroffen seien Werke zahlreicher Weltstars, darunter die Beatles, Taylor Swift und Michael Jackson.

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Die Verlage werfen Anthropic vor, für das Training von Claude „Tausende und Abertausende“ von Songs auf illegalem Weg beschafft zu haben. Dabei sollen sowohl Torrent-Netzwerke als auch großflächiges Web-Scraping zum Einsatz gekommen sein. Die Kläger bezeichnen das Vorgehen des Unternehmens als einen der umfangreichsten und dreistesten Diebstähle geistigen Eigentums in der Geschichte.

Vorwürfe gegen die Unternehmensführung und finanzielle Forderungen

Die Klage richtet sich nicht nur gegen das Unternehmen als juristische Person. Die Musikverlage verklagen zudem den CEO von Anthropic, Dario Amodei, sowie den Mitgründer Benjamin Mann persönlich. Den Verantwortlichen wird vorgeworfen, für die Entwicklung ihrer KI-Modelle etwa 7 Millionen illegal heruntergeladene Bücher sowie gescrapte Songtexte verwendet zu haben.

Die finanziellen Forderungen der Kläger sind erheblich. Sony Music Publishing und Warner Chappell Music verlangen einen Schadensersatz von bis zu 150.000 USD pro genutztem Werk. Zusätzlich fordern sie 25.000 USD für jede Entfernung von Copyright-Informationen aus den Datenbeständen. Angesichts der Menge der betroffenen Werke könnte die Gesamtsumme des geforderten Schadensersatzes die Milliardenhöhe erreichen.

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Verteidigungsstrategie und Branchenkontext

Anthropic hat die gegen das Unternehmen und seine Führung erhobenen Vorwürfe zurückgewiesen. Das Unternehmen kündigte an, sich entschieden gegen die Klage zu verteidigen.

Für Anthropic ist es nicht die erste kostspielige rechtliche Auseinandersetzung in diesem Bereich: In den vergangenen Monaten hatte das Unternehmen bereits einen Vergleich in Höhe von 1,5 Mrd. USD an eine Gruppe von Autoren gezahlt, um ähnliche Vorwürfe im Zusammenhang mit Buchrechten beizulegen.

Die gegensätzlichen Entwicklungen in Indien und den USA unterstreichen die derzeitige globale Unsicherheit hinsichtlich der rechtlichen Rahmenbedingungen für die KI-Entwicklung.

Während das Gericht in Indien den technischen Lernprozess von Modellen schützt, fokussieren sich die US-Klagen auf die Herkunft der Daten und die Rechte der ursprünglichen Schöpfer. Die Ergebnisse dieser Verfahren dürften maßgebliche Auswirkungen auf die zukünftige Compliance-Strategie und die Kostenstrukturen von KI-Anbietern weltweit haben.

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