KI-Studie, Nomura

KI-Studie: Nomura belegt Netto-Arbeitsplatzaufbau statt Stellenabbau

Veröffentlicht am: 10.08.2026 um 21:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Nomura-Analyse sieht KI-bedingten Netto-Beschäftigungszuwachs in Asien. Deutsche Umfrage zeigt Effizienzgewinne, während IT-Stellenmarkt sich wandelt.

Nomura-Studie: KI schafft mehr Jobs als sie vernichtet
Professionelles Team in einem modernen Büro arbeitet gemeinsam an komplexen Projekten und Datenanalysen am Computer. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Aktuelle Untersuchungen der Investmentbank Nomura vom 10. August 2026 kommen zu dem Ergebnis, dass der Einsatz von Systemen der Künstlichen Intelligenz (KI) in der Gesamtbetrachtung zu einem Beschäftigungsaufbau führt. Entgegen verbreiteter Befürchtungen über massiven Stellenabbau zeigen die Daten, dass die Technologie mehr Arbeitsplätze generiert als durch Automatisierung wegfallen.

Analyse asiatischer Märkte zeigt deutliches Job-Plus

Die Ökonomen Sonal Varma und Si Ying Toh untersuchten für den Nomura-Report zahlreiche Fallbeispiele im asiatischen Raum für den Zeitraum von 2022 bis August 2026. Ein Schwerpunkt der Analyse lag auf dem indischen Markt, für den die Experten einen Netto-Zuwachs von 51.000 Arbeitsplätzen durch KI-Einflüsse identifizierten.

Der Bedarf an Fachkräften konzentriert sich dabei laut dem Bericht auf spezialisierte Felder wie die KI-Entwicklung, das Daten-Labeling sowie das Prompt-Engineering. Zudem gewinne das Training von Modellen und die KI-Governance zunehmend an Bedeutung. Als profitierende Sektoren in Indien nannten die Ökonomen insbesondere das Gesundheitswesen, den Einzelhandel, die Fertigungsindustrie sowie den Bereich BFSI (Banking, Financial Services and Insurance).

Produktivitätsgewinne und veränderte Arbeitsweisen in Deutschland

Ergänzend zu den Beschäftigungszahlen liefert eine Umfrage von Adobe, die im April 2026 unter 1.500 deutschen Beschäftigten durchgeführt wurde, Einblicke in die operative Nutzung der Technologie. Demnach geben 67 Prozent der Befragten an, durch den Einsatz von KI bis zu 8 Stunden Arbeitszeit pro Woche einzusparen. Die am häufigsten genutzten Anwendungen sind mit 29 Prozent die Erstellung und Bearbeitung von Dokumenten, gefolgt von Übersetzungsdiensten mit 28 Prozent. Trotz der Effizienzgewinne äußerten 26 Prozent der Teilnehmer Bedenken hinsichtlich der Datensicherheit.

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Während die Nomura-Studie eine positive Nettobilanz zieht, weisen andere Untersuchungen darauf hin, dass die Transformation mit Risiken verbunden bleibt. Analysen von Branchenbeobachtern deuten an, dass weltweit bis zu 92 Millionen Arbeitsplätze durch KI verdrängt werden könnten, die Technologie gleichzeitig jedoch bestehende Rollen aufwerten kann. Demgegenüber steht eine Untersuchung der Universität Pittsburgh, der zufolge eine Korrelation zwischen der Zunahme von KI-Stellen und einem geringeren allgemeinen Mitarbeiterwachstum in betroffenen Unternehmen bestehen könne.

Verschiebungen am deutschen IT-Arbeitsmarkt

Der Fachkräfte-Index des Personaldienstleisters Hays für das zweite Quartal 2026 verdeutlicht die strukturellen Veränderungen im IT-Sektor. Die allgemeine Nachfrage nach IT-Spezialisten sank um 37 Prozentpunkte auf einen Wert von 59 (ausgehend von der Basis Q1 2015=100). Besonders deutlich war der Rückgang bei SAP-Entwicklern, deren Wert um 109 Punkte auf 196 fiel, sowie im Bereich IT-Security mit einem Minus von 136 Punkten auf 373.

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Im Gegensatz dazu profitierten Datenbankentwickler direkt vom KI-Boom. Hier stieg die Nachfrage um 9 Punkte auf einen Indexwert von 322. Diese Entwicklung findet vor dem Hintergrund einer stabilen Arbeitsmarktlage in Deutschland statt; das Statistische Bundesamt bezifferte die Arbeitslosenquote für Juli 2026 auf 6,4 Prozent.

Alternative Arbeitsmodelle und soziale Absicherung

Die durch KI induzierten Produktivitätssteigerungen befeuern zudem die Debatte um neue Arbeitszeitmodelle. Eine von der Universität Münster begleitete Testphase der Vier-Tage-Woche bei 45 deutschen Unternehmen ergab stabile Umsätze bei einer gleichzeitigen Reduktion von Burnout-Fällen um 62 Prozent. In Großbritannien haben nach entsprechenden Pilotprojekten über 90 Prozent der beteiligten Firmen das Modell dauerhaft beibehalten.

Parallel dazu lieferte ein dreijähriges Pilotprojekt zum Grundeinkommen in Deutschland Ergebnisse zur sozialen Stabilität. Laut den Projektverantwortlichen kam es während der Laufzeit zu keinen Massenkündigungen, während die allgemeine Lebenszufriedenheit der Teilnehmer gestiegen sei.

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