KI-Studie, Claude

KI-Studie: Claude bevorzugt eigene Bewerbungen in 84 Prozent

04.06.2026 - 16:20:36 | boerse-global.de

Studie zeigt massive KI-Voreingenommenheit bei Bewerbungen. Eigeninitiative und praktische Problemlösung werden zu entscheidenden Faktoren im Bewerbungsprozess.

KI-Studie: Claude bevorzugt eigene Bewerbungen in 84 Prozent - Bild: über boerse-global.de
KI-Studie: Claude bevorzugt eigene Bewerbungen in 84 Prozent - Bild: über boerse-global.de

Wer im Sommer 2026 überzeugen will, muss Initiative zeigen und KI clever nutzen.

KI bevorzugt eigene Bewerbungen

Eine aktuelle Studie von i10x.ai deckt ein grundlegendes Problem bei automatisierten Bewerbungsprozessen auf. Die Forscher testeten vier verschiedene KI-Systeme – GPT-5.4, Claude Sonnet 4.6, Gemini 3 Pro und Grok 4.3 – mit 100 fiktiven Profilen. Das Ergebnis: Die Systeme bevorzugten massiv die von ihnen selbst erstellten Lebensläufe.

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Claude empfahl die eigenen Bewerbungen in 84 Prozent der Fälle, GPT-Versionen landeten nur bei 42 Prozent. GPT wiederum zog Gemini-Profile vor – mit einer Empfehlungsrate von 97 Prozent gegenüber 82 Prozent für die eigenen. Gemini-generierte Lebensläufe schnitten insgesamt am besten ab: 94,5 Prozent aller Empfehlungen. Die Analysten warnen vor einer Differenz von bis zu 42 Prozentpunkten bei identischen Qualifikationen – ein klares Zeichen für die Instabilität automatisierter Auswahlverfahren.

Vom Zeugnis zur Tat

Der klassische Softwareentwickler-Einsteigerjob verschwindet, sagt Jiaona Zhang, CPO und Dozentin an der Stanford University. Stattdessen zählen praktische Problemlösung und Eigeninitiative. Ein Beispiel zeigt, wie das in der Praxis aussieht: Eine Senior Program Managerin sicherte sich eine Stelle bei Figma mit einem Jahresgehalt von umgerechnet rund 150.000 Euro. Nach dem letzten Vorstellungsgespräch reichte sie einen selbst erstellten „90-Tage-Einarbeitungsplan" ein – erstellt mit den Design-Tools des Unternehmens selbst. Der Plan enthielt konkrete Ziele für die ersten 30, 60 und 90 Tage. Experten sehen darin den entscheidenden Wettbewerbsvorteil.

Arbeitsmarkt in Bewegung

Die Zahlen untermauern den Wandel. Im Mai 2026 waren in Deutschland 2,95 Millionen Menschen arbeitsgemeldet – 58.000 weniger als im April, aber 31.000 mehr als vor einem Jahr. Gleichzeitig standen 643.000 offene Stellen zur Verfügung, 8.000 mehr als im Vorjahreszeitraum. Doch viele Arbeitnehmer sind unzufrieden: Eine Analyse von 114.000 Arbeitgeberbewertungen auf kununu ergab nur durchschnittliche 2,86 Sterne. Hauptkritikpunkte: schlechte Kommunikation, schwache Führung und fehlende Karriereperspektiven.

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Für Bewerber heißt das: Das Anschreiben sollte nicht nur die eigenen Fähigkeiten verkaufen, sondern auch zeigen, wie man zur Verbesserung von Teamarbeit und Abläufen beitragen kann.

KI als Werkzeug, nicht als Ersatz

Generative KI wie ChatGPT ist längst Standard in der Bewer_bungsphase. Jakob Kiender von der Salevate GmbH bestätigt: Texter und Fachkräfte nutzen die Tools für Recherche, Kundenakquise und erste Entwürfe von Anschreiben. Doch die Strategie und die authentische Markenidentität – das kann KI noch nicht liefern. Sie bleibt ein wertvoller Startpunkt, ersetzt aber nicht die menschliche Tiefe.

Selbst spezialisierte Branchen reagieren: Der DEHOGA-Verband veröffentlichte kürzlich Leitlinien für die Gastronomie, um die rechtlichen Fallstricke der Werbung rund um die Fußball-WM 2026 zu umschiffen. Ein weiteres Zeichen dafür, dass maßgeschneiderte Kommunikation in einem von Großereignissen geprägten Markt unverzichtbar wird.

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