KI-Sicherheit, GenAI-Besorgnis

KI-Sicherheit: GenAI-Besorgnis bei CISOs um 22 Punkte gestiegen

Veröffentlicht am: 10.09.2026 um 20:03 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Proofpoint erweitert seine Ermittlungsplattform um Microsoft 365 und reagiert mit KI-Überwachung auf wachsende Insider- und Compliance-Risiken.

Proofpoint stärkt Prism Investigator für Microsoft-365-Analysen
Ein minimalistisches, leeres Großraumbüro bei Dämmerung mit Fokus auf eine ruhige, professionelle Arbeitsumgebung. Illustration mit AI erstellt.

Der Cybersecurity-Spezialist Proofpoint baut seine Analyse-Kapazitäten aus und integriert Microsoft 365 direkt in seine Ermittlungsplattform. Damit reagiert das Unternehmen auf die zunehmende Nutzung generativer Künstlicher Intelligenz und die daraus resultierenden Insider-Risiken in modernen Arbeitsumgebungen.

In einem aktuellen Bericht vom 10. September 2026 kündigte Proofpoint die Erweiterung seiner Lösung Prism Investigator an. Das System ermöglicht künftig eine direkte Anbindung an Microsoft 365, um Aktivitäten in E-Mails, Teams und Dateisystemen zu untersuchen.

Ein wesentliches Merkmal dieser Integration ist der Verzicht auf eine zwischengeschaltete Archivierung, was die Geschwindigkeit von Sicherheitsuntersuchungen erhöhen soll. Die allgemeine Verfügbarkeit dieser Microsoft-365-Anbindung wird für das vierte Quartal 2026 erwartet.

Überwachung von KI-Interaktionen und Insider-Risiken

Parallel zur Cloud-Integration erweitert das Unternehmen die Funktionen seiner HCI-Agenten (Human-Centric Interactive). Diese sollen künftig KI-Interaktionen in das Insider Threat Management einbeziehen. Ziel ist es, die Governance der KI-Kommunikation direkt in Untersuchungen zu potenziellen Insider-Risiken zu integrieren. Laut Unternehmensangaben werden diese Funktionen als Zusatzmodul für die Lösung Proofpoint Capture (Nuclei) angeboten.

Die Notwendigkeit solcher Maßnahmen unterstreicht die aktuelle Studie „Voice of the CISO 2026“, die Proofpoint am 9. September 2026 veröffentlichte. Demnach ist die Besorgnis über Risiken durch generative KI (GenAI) im Vergleich zum Vorjahr um 22 Prozentpunkte auf 77 % gestiegen.

Rund 70 % der befragten Sicherheitsverantwortlichen priorisieren derzeit die Absicherung von KI-Assistenten. Während die allgemeine Sorge vor schwerwiegenden Cyberangriffen in Deutschland von 88 % auf 64 % sank, sehen 76 % der CISOs den Faktor Mensch weiterhin als Hauptrisiko für die Datensicherheit.

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Marktumfeld setzt auf agentische Sicherheitslösungen

Der Vorstoß von Proofpoint erfolgt in einem Marktumfeld, in dem zahlreiche Anbieter auf automatisierte, agentische KI-Systeme setzen. So stellte Zscaler am 9. September 2026 sein „Agentic SOC“ vor. Diese Lösung nutzt KI-Agenten, um Bedrohungen auf Basis von täglich 750 Milliarden Zero-Trust-Transaktionen in Maschinengeschwindigkeit zu erkennen und zu stoppen. Zscaler kooperiert hierfür mit Partnern wie Anthropic und OpenAI.

Auch Sophos präsentierte mit „Fusion“ eine Plattform, die das gesamte Sicherheitsportfolio bündelt und durch agentische KI verschiedene Kontrollpunkte verknüpft. Das System integriert Analysedaten der Anfang 2025 übernommenen Firma Secureworks. Die Module Sophos AI Defense und CISO Advantage sollen ab Oktober 2026 allgemein verfügbar sein und über 500 Integrationen von Drittanbietern unterstützen.

Zudem erweiterte Okta Anfang September 2026 seine Identity-Governance-Funktionen. Das Konzept „Zero Standing Privilege“ (ZSP) wird dabei auf KI-Agenten ausgeweitet, um dauerhafte Zugriffsrechte durch Just-in-Time-Berechtigungen zu ersetzen.

Nach der im August 2026 angekündigten Übernahme von Permiso Security setzt Okta verstärkt auf KI, um neue Applikations-Integrationen innerhalb von 48 Stunden statt der bisher üblichen zwei bis drei Monate bereitzustellen.

Professionalisierung der Angriffsseite

Die technologische Aufrüstung der Verteidiger steht einer zunehmenden Automatisierung auf der Angreiferseite gegenüber. Die Google Threat Intelligence Group (GTIG) berichtete am 9. September 2026 über Multi-Agenten-Frameworks, die automatisierte Angriffsketten in unter sechs Stunden durchführen können.

In einem dokumentierten Fall von Mandiant scannte ein solches Framework Schwachstellen, stahl Zugangsdaten und verwaltete über 23.800 entwendete Geheimnisse („Secrets“).

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Laut Check Point Annual AI Security Report 2026 hat sich das Zeitfenster für die Ausnutzung von Sicherheitslücken von Tagen auf Stunden verkürzt. Der Bericht stellt fest, dass die Anzahl der Payloads für Prompt-Injektionen zwischen März und Mai 2026 um den Faktor fünf gestiegen ist. Zwischen 87 % und 93 % der Unternehmen verzeichneten demnach monatlich mindestens eine Interaktion mit hochriskanten KI-Prompts.

Zusätzlich verschärfen neue Compliance-Anforderungen den Druck auf Unternehmen. Laut einer Studie von Veeam unterliegen 58 % der Unternehmen in der EMEA-Region neuen Haftungsregeln.

Gleichzeitig gaben in einer Umfrage der ISACA 35 % der europäischen Unternehmen an, nicht sicher zu sein, ob sie bereits Ziel eines KI-gestützten Angriffs wurden. Regulatorische Vorgaben wie DORA oder NIS2 verlangen künftig Meldungen über Sicherheitsvorfälle innerhalb von 24 Stunden nach Kenntnisnahme.

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