KI-Sicherheit, Deutschland

KI-Sicherheit: Deutschland und Kanada fördern LawZero mit 300 Mio. CAD

Veröffentlicht am: 17.09.2026 um 20:52 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Deutschland und Kanada unterstützen LawZero beim Ausbau sicherer KI-Forschung, während Berlin einen neuen Standort und weitere Initiativen vorbereitet.

Deutschland und Kanada fördern LawZero mit bis zu 300 Mio. CAD
Ein minimalistisches, modernes Forschungsgebäude mit klaren architektonischen Linien und hellem, natürlichem Tageslicht. Illustration mit AI erstellt.

Im Rahmen der Technologiekonferenz ALL IN in Montréal haben Deutschland und Kanada eine weitreichende finanzielle Unterstützung für die gemeinnützige Organisation LawZero angekündigt.

Bundesdigitalminister Karsten Wildberger (CDU) und der kanadische KI-Minister Evan Solomon gaben bekannt, dass der Organisation insgesamt bis zu 300 Mio. CAD für die weitere Entwicklung sicherer Künstlicher Intelligenz zur Verfügung gestellt werden sollen.

Die Kooperation unterstreicht die Bemühungen beider Nationen, bei der Forschung an verantwortungsvollen KI-Technologien international eine führende Rolle einzunehmen.

Standort Berlin und Ausbau der Infrastruktur

Die Bundesrepublik Deutschland beabsichtigt, rund 100 Mio. Euro der Gesamtförderung zu übernehmen. Diese Mittel stehen unter dem Vorbehalt der EU-Notifizierung und sind gezielt für den Aufbau eines geplanten LawZero-Standortes in Berlin vorgesehen. Damit soll die Präsenz der Organisation, die ihren Hauptsitz in Montréal hat, auf den europäischen Markt ausgeweitet werden.

Auf kanadischer Seite ist geplant, 150 Mio. CAD beizusteuern. Mit diesen Investitionen sollen in Kanada rund 360 Vollzeitstellen geschaffen werden. Zudem ist der Aufbau einer souveränen Recheninfrastruktur vorgesehen, bei dem LawZero mit den Unternehmen Hypertec und 5C zusammenarbeitet.

Die Finanzmittel sollen laut Berichten vom 16. und 17. September 2026 dazu dienen, die nächste Phase der Roadmap einzuleiten, das Forschungsteam zu vergrößern und die notwendigen Hardware-Ressourcen bereitzustellen.

Fokus auf Sicherheit durch „Scientist AI“

LawZero wurde im Jahr 2025 von Yoshua Bengio von der Université de Montréal gegründet. Die Organisation verfolgt einen Forschungsansatz, der als „Scientist AI“ bezeichnet wird. Dabei handelt es sich um ein evidenzbasiertes System, das keine eigenen Ziele verfolgt und nach dem Leitprinzip „Sicherheit durch Design“ entwickelt wird.

Gründer Yoshua Bengio hat in diesem Zusammenhang wiederholt vor den Risiken autonomer KI-Agenten gewarnt. Solche Systeme könnten potenziell Barrieren in der Cybersicherheit überwinden und unbefugt in Unternehmensnetzwerke eindringen.

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Dieser Sicherheitsaspekt findet auch auf politischer Ebene Gehör: EU-Kommissionspräsidentin von der Leyen kündigte Beratungen mit KI-Unternehmen über eine kontrollierte Entwicklungsgeschwindigkeit an und brachte zudem eine assoziierte EU-Mitgliedschaft Kanadas ins Gespräch.

Strategische Partnerschaften und europäische Initiativen

Parallel zur Förderung von LawZero haben das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) und das kanadische Institut Mila auf der Konferenz in Montréal ein Memorandum of Understanding unterzeichnet.

Die Kooperation konzentriert sich auf vertrauenswürdige KI-Systeme, agentische KI und Anwendungen für den Energiesektor. Das DFKI bringt dabei eine Belegschaft von rund 1.400 Mitarbeitenden aus über 76 Nationen ein, während Mila über ein Netzwerk von nahezu 2.000 Forschenden verfügt.

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Flankiert werden diese internationalen Maßnahmen durch nationale und europäische Förderprogramme. Das Bundesministerium für Digitales und Verkehr (BMDV) bietet über die Richtlinie „Digital-Tech-to-Product“ Unterstützung für KMU und Start-ups an.

Projekte, die marktreife Produkte in den Bereichen KI, Cybersicherheit oder Datenökosysteme entwickeln, können mit bis zu 5 Mio. Euro pro Vorhaben gefördert werden. Interessierte Unternehmen können ihre Projektskizzen bis zum 11. Oktober einreichen.

Auf europäischer Ebene koordiniert Deutschland zudem das Vorhaben IPCEI-AI (Important Project of Common European Interest on Artificial Intelligence). Insgesamt 19 EU-Staaten haben ein Manifest für diese Initiative unterzeichnet, die ein Gesamtinvestitionsvolumen von über 10 Mrd. Euro umfasst und staatlich kofinanziert wird.

Die deutschen Projektvorschläge wurden im September bei der EU-Kommission eingereicht; ein offizieller Projektstart für die mehr als 150 Einzelvorhaben ist für das Frühjahr 2027 geplant.

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