KI-Sicherheit: 86 Prozent aller Phishing-Angriffe nutzen Künstliche Intelligenz
10.06.2026 - 23:30:54 | boerse-global.de
Das zeigt eine aktuelle Studie der Organisation ISC2 vom heutigen Mittwoch. Hauptgrund: Die Bedrohungslage durch KI-gestützte Angriffe verschärft sich rasant.
KI-Kompetenz ist die größte Lücke
47 Prozent der Befragten sehen in künstlicher Intelligenz die dringendste Qualifikationslücke. Cloud-Sicherheit folgt mit 44 Prozent auf Platz zwei. Obwohl sich 94 Prozent der Unternehmen technologisch auf dem neuesten Stand fühlen, bleibt Zeitmangel die größte Hürde: 53 Prozent nennen ihn als Barriere für effektive Weiterbildung.
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Die Dringlichkeit untermauert ein Bericht von KnowBe4 vom Juni 2026. Demnach nutzen bereits 86 Prozent aller Phishing-Angriffe KI-Technologien. Besonders betroffen: manipulierte Kalendereinträge und Angriffe über Microsoft Teams.
Hochschulen und Spezialprogramme springen ein
Sicherheitsanbieter setzen zunehmend auf Kooperationen mit Bildungseinrichtungen. Check Point ernannte am Montag das UCEN Manchester zum Partner seiner SecureAcademy. Studierende erhalten dort Zugang zu branchenspezifischen Kursen in Cloud-, Netzwerk- und Endpoint-Sicherheit sowie zu Zertifizierungen.
Das SANS Institute startete gestern die Kampagne „Securing the Next 250“. Das Programm richtet sich gezielt an US-Behörden und deren Auftragnehmer. Ziel: die Kapazitäten im Bereich industrieller Steuerungssysteme (ICS) ausbauen. Hintergrund: 41 Prozent der Behörden halten ihre Cyber-Trainings für unterfinanziert.
Auch NINJIO veröffentlichte gestern aktualisierte Basiskurse. Sie befassen sich explizit mit neuen Bedrohungen wie Deepfake-Betrug und KI-gestütztem Phishing.
Meta investiert 115 Millionen in Handwerks-Ausbildung
Neben Software-Schulungen rückt auch die physische Infrastruktur in den Fokus. Meta kündigte am Montag die Gründung der „America’s Workforce Academy“ (AWA) an. Mit 115 Millionen US-Dollar Anschubfinanzierung sollen Arbeitskräfte in Glasfasertechnik und Elektrik ausgebildet werden – beides essenziell für den Bau von KI-Rechenzentren. Ein Pilotprojekt startet noch 2026 in mehreren US-Bundesstaaten.
Politisch reagiert die Bundesregierung mit einem KI-Sicherheitsinstitut. Die virtuelle Einheit unter Einbeziehung von BSI und Bundesnetzagentur soll Risikoanalysen für KI-Produkte nach britischem Vorbild durchführen. Digitalminister Wildberger betonte die Notwendigkeit dieser Maßnahme.
Ransomware-Fälle explodieren – Druck auf CISOs wächst
Der TIM Cybersicherheitsbericht 2026 zeigt das Ausmaß der Bedrohung: Die Zahl der Ransomware-Fälle stieg 2025 weltweit um 42 Prozent auf rund 7.400 Vorfälle. Gleichzeitig erhöhte sich die Anzahl registrierter Sicherheitslücken (CVEs) um 20 Prozent auf 48.500.
Die Folge: massiver Druck auf die Verantwortlichen. Eine Studie von Checkmarx aus dem Frühjahr 2026 zeigt: 95 Prozent der Chief Information Security Officers (CISOs) müssen Compliance-relevante Sicherheitsprobleme aufgrund von Fristdruck zurückstellen. 75 Prozent der Unternehmen räumten ein, wissentlich verwundbare Software ausgeliefert zu haben.
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Neue Allianzen für souveräne Sicherheit
Palo Alto Networks und die Deutsche Telekom gaben heute eine Zusammenarbeit bekannt. Die geplante Plattform „Sovereign Cortex with T Security“ soll KI-gestützte Sicherheitsabläufe mit strengen Souveränitätskontrollen für regulierte Branchen in Europa kombinieren. Die erste Einführung ist für das dritte Quartal 2026 geplant.
Auch Fortinet treibt seine globale Präsenz voran. Das Unternehmen eröffnete heute einen neuen Cloud-Standort in Singapur zur verbesserten Netzwerkerkennung im asiatisch-pazifischen Raum.
