KI-Managementsysteme, TÜV

KI-Managementsysteme: TÜV SÜD verknüpft ISO 42001 und ISO 27001

Veröffentlicht am: 05.11.2026 um 21:54 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Veranstaltung erläutert, wie ISO/IEC 42001 mit ISO/IEC 27001 verknüpft werden kann und welche Governance-Lücken Unternehmen beschäftigen.
Moderner, minimalistischer Konferenzraum mit einem großen Holztisch und leeren Stühlen in hellem Tageslicht. Illustration mit AI erstellt.

Der Prüfdienstleister TÜV SÜD bietet ein Webinar mit dem Titel „ISO/IEC 42001 verstehen und anwenden“ an, das sich der praktischen Implementierung von Managementsystemen für künstliche Intelligenz widmet. Die Veranstaltung befasst sich schwerpunktmäßig mit der Verknüpfung der Norm ISO/IEC 42001 mit dem etablierten Standard ISO/IEC 27001 für Informationssicherheit.

Als Referenten führen Dr. Ibrahim Halfoui, AI Quality Lead bei TÜV SÜD, sowie Sebastian Tetzlaff, Lead Auditor für ISO/IEC 42001 und ISO/IEC 27001 beim Beratungsunternehmen Syngenity, durch die Fachinhalte. Die Anmeldung zu der Informationsveranstaltung ist über das Onlineportal tuvsud.com möglich.

Wachsender Regulierungsdruck durch europäische Vorgaben

Die Etablierung verbindlicher Managementsysteme gewinnt durch die europäischen Regulierungsschritte rasch an Bedeutung. Das EU AI Office setzt seit dem 2. August 2026 Vorgaben für Anbieter von KI-Modellen mit allgemeinem Verwendungszweck durch.

Das Höchstmaß der Geldbußen liegt hierbei bei 3 Prozent des weltweiten Jahresumsatzes oder 15 Millionen Euro, wobei der jeweils höhere Betrag maßgeblich ist.

Seit dem 10. August 2026 regelt zudem die Durchführungsverordnung (EU) 2026/1755 den behördlichen Modellzugang. Artikel 4 der europäischen KI-Verordnung verpflichtet Anbieter und Betreiber darüber hinaus zu Maßnahmen für ausreichende KI-Kompetenz in Unternehmen.

Zugleich formuliert der Datenschutz konkrete Hürden: Die Datenschutzkonferenz veröffentlichte eine Orientierungshilfe zu technischen und organisatorischen Maßnahmen über den gesamten Lebenszyklus von KI-Systemen hinweg. Die Richtlinie verlangt unter anderem Datenminimierung, Intervenierbarkeit, Nachvollziehbarkeit sowie geregelte Löschkonzepte über Techniken wie Machine Unlearning.

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Lücken in der Unternehmens-Governance

Dass in vielen Betrieben Nachholbedarf bei der internen Organisation besteht, belegen Erhebungen. Eine Studie des Technologieunternehmens IBM unter 3.221 Führungskräften aus acht Ländern Europas und des Nahen Ostens ergab, dass 80 Prozent im EMEA-Wirtschaftsraum und 82 Prozent in Deutschland bereits von einem KI-bezogenen Vorfall berichteten, der die Geschäftsleitung erreichte.

Dennoch passten lediglich 40 Prozent in EMEA und 39 Prozent in Deutschland ihre Governance-Richtlinien an. Während bis 2027 in EMEA 75 Prozent und in Deutschland 62 Prozent der Führungskräfte eine weitgehende Entscheidungsautonomie von KI-Agenten erwarten, sehen nur 37 Prozent in EMEA beziehungsweise 38 Prozent in Deutschland ihre Governance ausreichend darauf vorbereitet.

Auch Organmitglieder geraten dadurch zunehmend in den Fokus. Thomas Stoll, General Counsel von Fraport, und Dr. Nikolaus Manthey von KPMG Law weisen darauf hin, dass der Einsatz von KI zwar Führungsentscheidungen unterstützen könne, ungeprüfte Ergebnisse jedoch erhebliche Haftungsrisiken bergen. Besondere Sorgfalt sei vor allem dann geboten, wenn ein KI-Ergebnis stark von der eigenen Einschätzung abweiche.

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Wer sich mit der Einführung von KI-Systemen befasst, muss neben den technischen Aspekten auch die rechtlichen Pflichten zur Dokumentation und Qualitätssicherung kennen. Ein aktueller Experten-Report klärt darüber auf, welche Systeme als Hochrisiko gelten und wie Sie empfindliche Strafen proaktiv vermeiden. Kostenlosen Report zur EU-KI-Verordnung herunterladen

ISO/IEC 42001 als internationaler Orientierungsrahmen

Vor diesem Hintergrund bieten Standardisierungen wie die ISO/IEC 42001 Orientierung. Die spanische Normungsorganisation UNE übernahm die globale Vorgabe ISO/IEC 42001:2023 jüngst als UNE-ISO/IEC 42001:2025. Der Standard definiert strukturierte Vorgaben zur Einrichtung, Umsetzung, Pflege und kontinuierlichen Verbesserung eines KI-Managementsystems nach dem bewährten PDCA-Zyklus. Er richtet sich unabhängig von ihrer Größe an Organisationen, die KI-Produkte oder -Dienste entwickeln oder einsetzen.

Das Webinar von TÜV SÜD greift diesen Standard auf, um Unternehmen Wege aufzuzeigen, wie sich die neuartigen KI-Anforderungen mit bestehenden Prozessen der Informationssicherheit nach ISO/IEC 27001 zusammenführen lassen.

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