KI-Malware, Wurm

KI-Malware: Wurm repliziert sich auf 66% der Netzwerk-Systeme

05.06.2026 - 21:17:03 | boerse-global.de

NATO kooperiert mit Tech-Firmen gegen Cyberangriffe. Forscher warnen vor adaptivem KI-Wurm, der sich in Netzwerken selbstständig verbreitet.

NATO schließt Cyber-Partnerschaften: KI-Wurm bedroht Netzwerke
KI-Malware - Abstrakte Darstellung von KI-Code, der mit einem sicheren Netzwerk interagiert, mit blauen und grünen Lichtern in einem dunklen Rechenzentrum. 05.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Die militärische Allianz geht neue Partnerschaften mit Tech-Konzernen ein, während Forscher vor immer gefährlicheren KI-Angriffswerkzeugen warnen. Im Zentrum steht ein adaptiver Wurm, der sich selbstständig durch Netzwerke frisst.

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Partnerschaften gegen die digitale Bedrohung

Die NATO hat auf der Cybersicherheitskonferenz CyCon in Tallinn strategische Partnerschaften mit Eset, Microsoft und Palo Alto Networks geschlossen. Ziel ist der Schutz kritischer Infrastrukturen wie Energieversorgung und Gesundheitswesen. Eset bringt dabei Erfahrungen aus der Cyberabwehr in der Ukraine mit, die direkt in die NATO-Strukturen einfließen sollen.

Forscher präsentieren gefährlichen KI-Wurm

Wissenschaftler der Universität Toronto, des Vector Institute sowie Forscher von Cambridge und ServiceNow Research haben die Ergebnisse eines adaptiven KI-Wurms veröffentlicht. In einem isolierten Testnetzwerk mit 33 Geräten konnte die Software selbstständig Exploit-Pfade entwickeln und sich auf rund 66 Prozent der Systeme replizieren. Insgesamt griff der Wurm etwa 75 Prozent des Netzwerks erfolgreich an.

Das Besondere: Der Wurm nutzt lokale Sprachmodelle (LLMs), um seine Umgebung zu analysieren und Angriffsschritte in Echtzeit zu planen. Er konnte sogar Schwachstellen aus dem Jahr 2026 ausnutzen, die erst nach dem Trainingsstopp der zugrunde liegenden Modelle entdeckt wurden. Wegen des hohen Missbrauchspotenzials schwärzten die Autoren technische Details in ihrer Publikation.

KI-Modelle werden immer effektiver

Der ExploitGym-Benchmark untermauert die Entwicklung: In einem Test mussten verschiedene Modelle fast 900 reale Sicherheitslücken bearbeiten. Das Modell Claude Mythos Preview von Anthropic legte mit 157 validen Exploits die stärkste Performance hin, gefolgt von GPT-5.5 mit 120 und GPT-5.4 mit 54 erfolgreichen Angriffspfaden.

Die Kosten für gezielte Angriffe sinken massiv. Ein Sicherheitsforscher demonstrierte, dass KI-Agenten für wenige Euro pro Durchlauf unverschlüsselte Zugangsdaten in App-Dateien finden und direkt auf Nutzerdatenbanken zugreifen können. Das macht auch kleine und mittlere Unternehmen zu attraktiven Zielen.

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Project Glasswing: Offensive Sicherheit durch KI

Anthropic hat den Zugang zu seinem Sicherheitsmodell Claude Mythos massiv erweitert. Im Rahmen des Programms Project Glasswing wurde der Teilnehmerkreis auf über 150 Organisationen in mehr als 15 Ländern ausgedehnt. Zu den neuen Partnern gehört unter anderem die New York Stock Exchange, die bereits eine 27 Jahre alte Schwachstelle in OpenBSD mithilfe der KI identifizieren konnte.

Die Partner nutzen die KI, um große Codebasen auf Fehler zu prüfen und Patch-Vorschläge zu generieren. Laut Berichten konnten so bereits über 10.000 Schwachstellen in verschiedenen Produktportfolios gefunden werden. Anthropic stellt dafür beträchtliche finanzielle Mittel in Form von Nutzungsguthaben und Spenden bereit.

Tech-Riesen fordern Sicherheitskontrollen für Biowaffen-Risiken

Neben der digitalen Sicherheit rückt auch die physische Sicherheit in den Fokus. OpenAI, Anthropic, Google DeepMind und Microsoft richteten einen offenen Brief an den US-Kongress. Sie fordern gesetzlich verpflichtende Screenings für Bestellungen von synthetischer DNA und RNA sowie eine strengere Überprüfung von Kunden.

Die Begründung: KI-gestützte Werkzeuge für das Proteindesign könnten die Hürden für die Entwicklung biologischer Kampfstoffe drastisch senken. Ein entsprechender überparteilicher Gesetzesentwurf werde bereits im US-Senat geprüft.

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