KI-Kompetenzen: 66% der Schweizer Arbeitgeber zahlen Lohnaufschläge
Veröffentlicht am: 12.08.2026 um 11:01 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Eine aktuelle Untersuchung der ManpowerGroup unterstreicht die massiv wachsende Bedeutung von Kompetenzen im Bereich der Künstlichen Intelligenz (KI) für die strategische Personalplanung. Laut der im August veröffentlichten Studie betrachten 66 Prozent der befragten Arbeitgeber in der Schweiz KI-Kenntnisse inzwischen als die wichtigste technische Fähigkeit ihrer Belegschaft. Zudem identifizierten 51 Prozent der Umfrageteilnehmer den Einsatz von KI-Anwendungen als den entscheidenden Faktor für künftige Produktivitätssteigerungen.
Technologische Innovation als Produktivitätstreiber
Die Analyse verdeutlicht, dass technologische Entwicklungen das Anforderungsprofil in der Schweizer Wirtschaft grundlegend prägen. Neben den allgemeinen KI-Tools, die von mehr als der Hälfte der Arbeitgeber als wesentlicher Produktivitätstreiber genannt wurden, entfallen 43 Prozent der Nennungen auf die gezielte Prozessautomatisierung durch KI sowie auf entsprechende Schulungsprogramme für die Mitarbeiter. Im Vergleich dazu spielt die klassische Präsenzarbeit mit 33 Prozent zwar weiterhin eine Rolle bei der Bewertung der Produktivität, rangiert jedoch deutlich hinter den technologiegetriebenen Faktoren.
Die hohe Relevanz dieser Qualifikationen schlägt sich bereits in der Vergütungsstruktur nieder. Den Studienergebnissen zufolge gewähren 56 Prozent der Schweizer Unternehmen gezielte Lohnaufschläge für Mitarbeiter mit nachgewiesenen KI-Kompetenzen. Bei größeren Betrieben mit mehr als 250 Beschäftigten steigt dieser Anteil sogar auf 66 Prozent.
Wertschätzung von Soft Skills und methodischen Fähigkeiten
Trotz der Dominanz technischer Anforderungen zeigt die Untersuchung, dass soziale und methodische Kompetenzen im Zuge der digitalen Transformation keineswegs an Bedeutung verlieren. Im Gegenteil: Viele Arbeitgeber sind bereit, für sogenannte Soft Skills höhere Gehälter zu zahlen.
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Laut der Erhebung leisten 66 Prozent der Befragten Lohnaufschläge für ausgeprägte Fähigkeiten in den Bereichen Kommunikation und Zusammenarbeit. Ebenfalls honoriert werden Arbeitsethik und Professionalität (60 Prozent), eine hohe Lernbereitschaft und Anpassungsfähigkeit (59 Prozent) sowie die Fähigkeit zu kritischem Denken (57 Prozent). Die Ergebnisse legen nahe, dass die erfolgreiche Integration von KI-Systemen in Unternehmen maßgeblich von der menschlichen Fähigkeit abhängt, diese Werkzeuge professionell und flexibel einzusetzen.
Verhaltene Beschäftigungsaussichten im Schweizer Markt
Obwohl die Notwendigkeit zur Weiterbildung erkannt wird, zeigt sich der Schweizer Arbeitsmarkt für das dritte Quartal 2026 insgesamt vorsichtiger als im internationalen Vergleich. Der Netto-Beschäftigungsausblick für die Schweiz liegt aktuell bei plus 19 Punkten. Zwar ist dies eine minimale Steigerung um einen Punkt gegenüber dem vorangegangenen Quartal, gleichzeitig stellt der Wert jedoch den tiefsten Stand seit dem Jahr 2021 dar. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum sank der Index um vier Punkte.
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Damit liegt die Schweiz deutlich unter dem weltweiten trend. Der globale Netto-Beschäftigungsausblick wurde mit 26 Prozent beziffert, auch wenn dieser Wert im Vergleich zum zweiten Quartal um fünf Punkte zurückgegangen ist. Die Schweizer Prognose rangiert somit sieben Prozentpunkte unter dem globalen Durchschnitt.
Die Daten der ManpowerGroup basieren auf einer im April 2026 durchgeführten Befragung, für die insgesamt 603 Interviews mit Arbeitgebern in der Schweiz geführt wurden. Die Ergebnisse verdeutlichen, dass Unternehmen trotz einer moderaten Einstellungsbereitschaft den Fokus verstärkt auf die Qualifizierung ihrer Belegschaft legen, um den Anforderungen der KI-gestützten Arbeitswelt gerecht zu werden.
