KI-Jobs, Positionen

KI-Jobs: 288 neue Positionen entstanden außerhalb der Tech-Branche

Veröffentlicht: 10.07.2026 um 05:48 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Neue Jobprofile mit KI-Bezug entstehen rasant, vor allem außerhalb der Tech-Branche. Der Wandel zur Agentenökonomie verändert Führungsrollen grundlegend.

KI-Kompetenz wird zur Pflicht in Assistenz und Verwaltung
KI-Jobs - Büroangestellte in einem modernen Büro, die zusammenarbeiten, mit subtilen digitalen Überlagerungen, die KI und Technologie symbolisieren. 10.07.2026 - Bild: über boerse-global.de

Neben klassischer Administration werden zunehmend KI-Kompetenzen gefordert. Unternehmen suchen händeringend Personal, während automatisierte Prozesse die Berufsbilder neu definieren.

Immer mehr KI-Jobs außerhalb der Tech-Branche

Eine Analyse der Jobplattform Indeed zeigt: Zwischen 2022 und 2026 entstanden in Deutschland 288 neue Jobtitel mit KI-Bezug. Besonders bemerkenswert: Rund 59 Prozent dieser Stellen liegen außerhalb des Technologiesektors.

Im europäischen Vergleich liegt Deutschland damit vorn. Das Vereinigte Königreich kommt auf 160 KI-Jobtitel, Frankreich auf 138. Zum Vergleich: In den USA wurden im selben Zeitraum 822 solcher Positionen registriert.

Es entstehen völlig neue Rollen: HR AI & Automation Manager oder Sachbearbeiter für Digitalisierung mit KI heißen die Berufsbilder von morgen. KI-Kompetenz wird zur Standardanforderung in der Verwaltung.

Vom „Human in the Loop“ zum „Human on the Loop“

Anfang Juli 2026 diskutierte der Think Tank „Innovation der Zukunft Personal“ den Wandel zur sogenannten Agentenökonomie. KI-Agenten übernehmen zunehmend Aufgaben – das verschiebt Führung und Verantwortung.

Für das Personalwesen bedeutet das eine Neugestaltung von Strukturen und Entscheidungswegen. Das alte Konzept „Human in the Loop“, bei dem der Mensch direkt eingebunden ist, entwickelt sich zu „Human on the Loop“. Der Mensch steuert und überwacht den Prozess nur noch.

Große Unternehmen stehen vor der Herausforderung, solche Transformationen sozialverträglich zu gestalten. Beim Automobilzulieferer ZF Friedrichshafen sollen bis 2028 rund 14.000 Stellen wegfallen. Bereits 2025 strich das Unternehmen 9.000 Jobs.

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Frankfurter Chatbot beantwortet 500 Verwaltungsfragen

Auch die öffentliche Hand setzt auf digitale Lösungen. Die Stadt Frankfurt am Main beschloss im Juni 2026 den Aufbau eines KI-Kompetenzzentrums. Seit November 2025 beantwortet dort ein Chatbot Fragen zu rund 500 Verwaltungsthemen.

Weitere Projekte: automatisierte Erfassung von Straßenzuständen und digitale Antragsverfahren für Wohnraum. Ein Pilotprojekt im Kreis Borken zur Bearbeitung von Anträgen auf Hilfe zur Pflege erzielte eine Zeitersparnis von rund 20 Prozent.

Das System prüft Unterlagen auf Vollständigkeit und bereitet Finanzdaten für die Entscheidungsvorbereitung auf. Die beteiligten Kommunen sind so zufrieden, dass die Lösung nun in den Echtbetrieb gehen soll.

Fachkräftemangel bleibt trotz Automatisierung hoch

Der Bedarf an qualifizierten Kräften in Assistenz und Sachbearbeitung bleibt enorm. Lödige Industries sucht für Paderborn eine Projekt- und Bereichsassistenz. Die Techniker Krankenkasse hat in Duisburg Stellen für die Leistungsbearbeitung ausgeschrieben – gefragt sind Kenntnisse im Sozialversicherungsrecht.

Die Kanzlei White & Case sucht für Dresden Verstärkung in der Insolvenzsachbearbeitung. Austrian TAX & AUDIT bietet Positionen für Bilanzbuchhalter, digitale Kompetenzen in spezieller Software werden vorausgesetzt.

Die Stadt Würzburg sucht Personal für die Administration digitaler Leitsysteme und die Umsetzung von IT-Sicherheitsvorgaben nach KRITIS-Standards.

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Weiterbildung setzt auf KI-Kompetenz

Weiterbildungsanbieter reagieren: Für Ende September 2026 ist ein digitaler Kongress geplant, der sich mit KI in Meetings und der souveränen Rollenwahrnehmung in der Assistenz befasst.

Im Juni 2027 findet eine mehrtägige Veranstaltung in Büsum statt. Themen: Microsoft Copilot, KI-gestützte Präsentationen und Veränderungsmanagement im Büroalltag. Die Botschaft ist klar: Die Fähigkeit zur Interaktion mit neuen Technologien ist zur Kernqualifikation für administrative Berufe geworden.

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