Versicherungen, Mitarbeiter

KI in Versicherungen: 80% der Mitarbeiter spüren keine Entlastung

20.06.2026 - 02:03:23 | boerse-global.de

ver.di-Umfrage zeigt: Trotz Milliarden-Investitionen in KI spüren 80% der Versicherungsmitarbeiter keine Arbeitsentlastung.

KI-Investitionen bei Versicherern: Kaum Entlastung für Mitarbeiter
Versicherungen - Abstrakte Darstellung von KI in der Versicherungsbranche mit leuchtenden neuronalen Netzwerken und verschwommenen menschlichen Silhouetten. 20.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Das zeigt eine aktuelle ver.di-Umfrage unter mehr als 8.000 Beschäftigten.

Rund drei Viertel der Mitarbeiter nutzen bereits KI-Anwendungen im Berufsalltag. Doch die erhoffte Entlastung bleibt aus: 80 Prozent der Befragten gaben an, keine Verringerung ihres Arbeitspensums zu verspüren. Neun von zehn Teilnehmern sehen zudem keine Reduktion des psychischen Arbeitsdrucks durch die neue Technologie.

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Die Umfrage aus Februar und März 2026 offenbart wachsende Zukunftsängste. 43 Prozent der Beschäftigten befürchten, dass ihre Arbeitsplatzsicherheit durch Automatisierung abnimmt. Besonders betroffen sind Mitarbeiter mit niedrigeren Einkommen.

Milliarden für KI – Stellenabbau inklusive

Der Versicherungskonzern Ergo investiert über fünf Jahre 130 Millionen Euro in KI-Infrastruktur. Aktuell laufen dort mehr als 300 KI-Projekte. 660 Robotic-Anwendungen in 13 Ländern klassifizieren jährlich rund 60 Millionen Seiten Text.

Täglich bearbeiten Bots bei Ergo etwa 15.000 Telefonanrufe automatisiert – und identifizieren laut Unternehmen 96 Prozent der Kundenanliegen korrekt. Das Ziel: eine Nutzungsquote der KI-Anwendungen von 80 Prozent. Gleichzeitig baut Ergo rund 1.000 Stellen ab. Auch bei Allianz-Töchtern gibt es vergleichbare Maßnahmen.

Politik und Gewerkschaften fordern Regeln

Die Verbraucherschutzministerkonferenz (VSMK) in Potsdam verlangte klare Regeln für sogenannte KI-Agenten, die eigenständig Kaufverträge abschließen können. Die Minister fordern das Prinzip „loyalty by design“ – Systeme müssen im Interesse der Verbraucher handeln.

Am 30. Juni 2026 findet in Dortmund die nächste Verhandlungsrunde über einen Transformationsrahmentarifvertrag statt. 60 Prozent der von ver.di befragten Mitarbeiter fordern explizit klare Regeln für den KI-Einsatz. Zeitgleich plant die Beratungsgesellschaft EY einen Webcast zu den Auswirkungen des EU AI Acts auf Versicherer.

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Während die Politik noch über Details streitet, setzt die neue EU-KI-Verordnung bereits verbindliche Standards für Risikodokumentation und Qualitätssicherung. Der kostenlose Umsetzungsleitfaden zum EU AI Act hilft Compliance-Verantwortlichen, Bußgelder zu vermeiden und alle relevanten Übergangsfristen zu wahren. Jetzt kostenlosen KI-Leitfaden herunterladen

Neue Geschäftsmodelle durch KI

Die Technologie verändert auch Gehaltsstrukturen: Während einfache Schreib- und Übersetzungsarbeiten im Freelance-Bereich bis zu 40 Prozent an Honorar verlieren, führen KI-Kenntnisse in Festanstellungen oft zu Lohnzuwächsen. Finanzanalysten mit KI-Kompetenz erzielen in bestimmten Märkten Gehaltssteigerungen von über 30 Prozent.

In Köln startete mit der MoIn Group ein Unternehmen, das gezielt profitable Maklerhäuser übernimmt – und deren Wert durch KI-Agenten steigern will. Dienstleister wie blau direkt entwickeln sich zu Plattformen, auf denen KI administrative Prozesse eigenständig orchestriert.

International mahnen Aufsichtsbehörden zur Vorsicht. Die italienische Versicherungsaufsicht IVASS warnte in ihrem Jahresbericht vor neuen Risiken durch KI und Cyberbedrohungen. Für europäische Versicherer steht zudem zum 30. Januar 2027 die Umsetzung der Solvency II-Reform an – sie wird den regulatorischen Rahmen weiter verschärfen.

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