KI in HR: Nur 14% nutzen Arbeitszeugnisse-Tools trotz 52% Offenheit
Veröffentlicht am: 20.08.2026 um 07:02 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der Einsatz künstlicher Intelligenz (KI) in deutschen Personalabteilungen verzeichnet einen kontinuierlichen Zuwachs, bleibt jedoch insgesamt auf einem moderaten Niveau.
Wie eine am 19. August 2026 veröffentlichte Umfrage des Branchenverbands Bitkom unter 602 Unternehmen zeigt, nutzen aktuell 14 Prozent der Betriebe KI-Anwendungen zur Erstellung von Arbeitszeugnissen. Im Jahr 2024 lag das Interesse an dieser Technologie noch bei 45 Prozent, während mittlerweile 52 Prozent der Befragten Offenheit für diesen Einsatzbereich signalisieren.
Zuwächse in der Weiterbildung und beim Onboarding
Die Erhebung, die im Zeitraum zwischen der 18. und 25. Kalenderwoche 2026 durchgeführt wurde, verdeutlicht eine zunehmende Akzeptanz von KI-gestützten Prozessen über verschiedene HR-Disziplinen hinweg. Besonders deutlich zeigt sich dieser Trend im Bereich der betrieblichen Weiterbildung.
Hier geben 16 Prozent der Unternehmen an, KI einzusetzen, was eine Steigerung gegenüber 12 Prozent im Jahr 2024 bedeutet. Weitere 58 Prozent zeigen sich aufgeschlossen für künftige Anwendungen in diesem Sektor.
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Auch bei der Integration neuer Mitarbeiter, dem sogenannten Onboarding, ist eine steigende Tendenz erkennbar. Der Anteil der Unternehmen, die hierbei auf künstliche Intelligenz vertrauen, stieg von 11 Prozent im Jahr 2024 auf nunmehr 14 Prozent. Etwa 36 Prozent der befragten Firmen stehen diesem Einsatzfeld positiv gegenüber.
Analyse von Belastungen und internen Anfragen
Ein signifikanter Sprung wurde bei der Nutzung von KI zur Belastungsanalyse der Belegschaft verzeichnet. Während vor zwei Jahren lediglich 6 Prozent der Unternehmen entsprechende Tools nutzten, hat sich dieser Wert mit aktuell 13 Prozent mehr als verdoppelt. Das Interesse an dieser Form der datengestützten Analyse liegt laut Bitkom bei 28 Prozent.
Zudem finden KI-Anwendungen vermehrt Einzug in die interne Kommunikation und Verwaltung. Rund 13 Prozent der befragten Unternehmen setzen KI für die Bearbeitung interner Anfragen ein, wobei mehr als die Hälfte der Betriebe (53 Prozent) grundsätzliches Interesse bekundet.
Ein identischer Anteil von 13 Prozent nutzt bereits spezialisierte Chatbots innerhalb der Personalabteilung. Bei der Leistungsbewertung von Angestellten liegt die Nutzungsrate bei 12 Prozent, während 27 Prozent der Firmen für diesen Bereich offen sind.
Regulatorische Hürden bremsen flächendeckende Einführung
Trotz des gestiegenen Interesses und der technologischen Fortschritte bleibt die tatsächliche Nutzungsrate in allen untersuchten HR-Bereichen unter der Marke von 15 Prozent. Als wesentliche Hindernisse für eine breitere Implementierung identifiziert die Studie vor allem rechtliche und datenschutzrelevante Bedenken.
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Insbesondere die Unklarheiten bezüglich der regulatorischen Anforderungen durch den EU AI Act werden von den Unternehmen angeführt. Das europäische Regelwerk stuft den Einsatz von KI im Personalwesen in vielen Fällen als Hochrisiko-Anwendung ein, was mit strengen Auflagen und Dokumentationspflichten verbunden ist.
Diese Einstufung sowie allgemeine Datenschutzbedenken führen dazu, dass viele Betriebe bei der aktiven Nutzung im Personalmanagement weiterhin zurückhaltend agieren, obwohl die strategische Bedeutung der Technologie weitgehend anerkannt wird.
