Bewerbungen, HR-Chefs

KI in Bewerbungen: 67% der HR-Chefs sehen Effizienz-Bremse

05.06.2026 - 19:51:35 | boerse-global.de

KI-generierte Bewerbungen erschweren laut einer Studie die Personalauswahl. Persönliche Gespräche gewinnen an Bedeutung, während der Bedarf an HR-Fachkräften hoch bleibt.

KI-Bewerbungen bremsen Recruiting: Studie zeigt Effekt
Bewerbungen - Eine Gruppe von HR-Fachkräften diskutiert in einem modernen Büro und betrachtet ein Tablet mit KI-generiertem Text. 05.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Der Einsatz Künstlicher Intelligenz im Bewerbungsprozess führt zu einem überraschenden Effekt: Statt Bewerbungen schneller zu sortieren, verlangsamt KI die Arbeit der Personalabteilungen.

67 Prozent der Personalverantwortlichen bewerten KI-generierte Bewerbungen als Faktor, der den Auswahlprozess ausbremst. Das zeigt eine Studie des Personaldienstleisters Robert Half vom März 2026. 84 Prozent der Befragten berichten von gestiegenem Aufwand bei der Sichtung der Unterlagen.

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Das Kernproblem: Die Überprüfung der tatsächlichen Kompetenzen wird schwieriger. 65 Prozent der Verantwortlichen haben Probleme, die in Bewerbungen genannten Fähigkeiten zu validieren.

Persönliche Gespräche werden wieder wichtiger

Der Recruiting-Experte Sven Hennige betont: Persönliche Gespräche gewinnen durch diese Entwicklung wieder an Bedeutung. Sie sollen sicherstellen, dass Kandidaten wirklich das können, was sie behaupten.

Doch der Bedarf an HR-Fachkräften bleibt hoch. Anfang Juni 2026 waren auf Jobportalen wie stellenanzeigen.de bundesweit über 1.500 Recruiter-Positionen ausgeschrieben. Das Durchschnittsgehalt liegt bei rund 45.000 Euro pro Jahr.

Regionale Schwerpunkte in Ostwestfalen und im Rheinland

Besonders gefragt sind Recruiter in Ostwestfalen-Lippe. Im Raum Bielefeld waren zuletzt 46 Vakanzen gemeldet. Unternehmen wie NTT DATA und die Stiftungen Sarepta/Nazareth suchen Personal.

Im Rheinland und im Einzugsgebiet von Düsseldorf gibt es rund 22 offene Stellen. Darunter Führungspositionen bei SPIE und der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein.

Auch der öffentliche Sektor sucht. Das Berliner Bezirksamt Reinickendorf hat eine unbefristete Stelle in der Wirtschaftsförderung ausgeschrieben – Bewerbungsfrist: 3. Juli 2026. In der Schweiz konzentriert sich die Nachfrage auf Unternehmen wie OBI Schweiz in Schaffhausen und die Stadtverwaltung Zürich.

Personelle Wechsel in der Beratungsbranche

Parallel zum allgemeinen Marktgeschehen gibt es strategische Personalveränderungen. Die Personalberatung Amrop ernannte Ende Mai 2026 Fredy Hausammann zum neuen Vorstandsvorsitzenden. Zudem wurden Mansour Abdulghaffar und Elin Wrammerfors in das Global Board berufen.

Bei Willis Towers Watson übernimmt Hanne Borst ab Oktober die Leitung des Bereichs Retirement in Deutschland. Die Digital Leaders Advisory (dla) verstärkte sich im Frühjahr mit Carolyn Schlak als Partnerin.

Auch am Standort Frankfurt gibt es Zuwachs: InterSearch Executive Consultants baut seine Präsenz im Finanz- und Industriebereich aus – mit zwei erfahrenen Partnern.

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Fluktuation treibt Neueinstellungen

Warum der Bedarf an Fachkräften so hoch bleibt? Prof. Thomas Deelmann erklärt es am Beispiel eines großen Beratungsunternehmens mit 2.000 Mitarbeitern. Bei einer Fluktuation von 15 Prozent und einem Marktwachstum von zehn Prozent seien jährlich rund 500 Neueinstellungen nötig.

Um diesen Bedarf zu decken, investieren Unternehmen verstärkt in Ausbildung. Bain & Company betreibt seit 2022 eine eigene Sustainability Academy für ESG-Trainings in der DACH-Region.

In Köln sucht GreenPocket – seit 2025 Teil der Hausheld-Gruppe – Unterstützung im Employer Branding und Bewerbermanagement. Die HR-Strukturen sollen weiter wachsen.

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