Personalwesen, HR-Chefs

KI im Personalwesen: 48 Prozent der HR-Chefs investieren gezielt

07.06.2026 - 11:49:28 | boerse-global.de

Mehr als die Hälfte aller deutschen Firmen setzt laut Ifo-Umfrage bereits KI ein. Industrie und Großkonzerne führen, der EU AI Act beschleunigt die Entwicklung.

KI-Nutzung in Deutschland: Ifo-Studie zeigt rasanten Anstieg
Personalwesen - Ein stilisiertes, leuchtendes neuronales Netz über einem modernen Büro, das die Integration von KI in die Arbeitswelt darstellt. 07.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Eine aktuelle Ifo-Umfrage vom Mai 2026 zeigt: 54,5 Prozent der Unternehmen setzen bereits KI ein. Im Vorjahr waren es nur 40,9 Prozent.

Anzeige

Während immer mehr Unternehmen auf künstliche Intelligenz setzen, bleiben viele Fragen zur rechtssicheren Anwendung im Betrieb offen. Dieser kostenlose Umsetzungsleitfaden bietet Ihnen einen kompakten Überblick über alle Anforderungen, Pflichten und Fristen der neuen EU-KI-Verordnung. Kostenlosen Report zum EU AI Act jetzt herunterladen

Industrie vorne, Baugewerbe holt auf

Besonders die Industrie treibt die Entwicklung voran. Mit 58,7 Prozent liegt sie deutlich über dem Durchschnitt. Das Baugewerbe folgt mit 39,8 Prozent – ein überraschend hoher Wert für eine traditionell eher zurückhaltende Branche.

Die Unternehmensgröße spielt eine entscheidende Rolle. Während 67,2 Prozent der Großkonzerne KI-Lösungen nutzen, liegt der Anteil bei kleinen Firmen bei rund 51,2 Prozent. Die Einsatzgebiete? Verwaltung, Datenanalyse und Programmierung stehen ganz oben. In der Industrie kommt KI verstärkt bei der Qualitätskontrolle und Produktionsplanung zum Einsatz.

Personalabteilungen unter Druck

Der KI-Boom verändert auch die Personalarbeit grundlegend. 48 Prozent der HR-Verantwortlichen investieren gezielt in KI – ein deutlicher Anstieg gegenüber 38 Prozent im Vorjahr. Fast die Hälfte aller Unternehmen hat bereits spezifische Richtlinien für den KI-Einsatz im Personalwesen erstellt.

Der EU AI Act treibt diese Entwicklung zusätzlich an. Ab August 2026 verschärfen sich die Anforderungen an Transparenz und Risikomanagement. Experten sehen den KI-Einsatz im Personalwesen deshalb zunehmend als Chefsache. Der DGB Berlin-Brandenburg fordert zudem eine frühzeitige Einbindung von Betriebsräten – besonders bei der Einführung von KI-Sprachmodellen in der Verwaltung.

Anzeige

Compliance-Experten warnen davor, die neuen gesetzlichen Regelungen zum KI-Einsatz zu unterschätzen, da bei Verstößen empfindliche Strafen drohen. Sichern Sie sich diesen praxisnahen Ratgeber zu Risikoklassen und Dokumentationspflichten, um Ihr Unternehmen rechtlich abzusichern. Gratis-E-Book zur KI-Verordnung sichern

Arbeitsmarkt im Wandel

Die Auswirkungen auf den globalen Arbeitsmarkt sind alles andere als eindeutig. Der US-Arbeitsmarktbericht für Mai 2026 fiel überraschend stark aus. Gleichzeitig erreichten die angekündigten Stellenstreichungen in den USA den höchsten Stand seit der Covid-Pandemie. Und KI wird immer häufiger als Grund genannt.

Forscher der Universität des Saarlandes sehen in KI die nächste industrielle Revolution. Von einer generellen Jobvernichtung wollen sie aber nicht sprechen. Vielmehr seien Routineaufgaben in Büros bedroht. Für Planung und Überwachung blieben Menschen weiterhin unverzichtbar.

In der Softwareentwicklung ist der Wandel bereits sichtbar. Firmen wie Anthropic berichten, dass über 80 Prozent ihres integrierten Codes von KI-Modellen wie Claude stammen. Die Folge: Die Nachfrage nach klassischen IT-Jobs sinkt. Das Berufsbild verschiebt sich hin zur Steuerung und Überwachung der Systeme.

Unterschiedliche Strategien der Unternehmen

Die Privatwirtschaft reagiert ganz unterschiedlich auf den Umbruch. Der IT-Dienstleister Cognizant stellte 2025 rund 20.000 Absolventen ein. CEO Ravi Kumar S. sieht durch KI langfristig eher Beschäftigungswachstum. Das Unternehmen investierte über eine Milliarde US-Dollar in seine KI-Infrastruktur.

Andere Firmen fahren einen härteren Kurs. Teradata-CEO Steve McMillan setzte jährliche Gehaltserhöhungen aus. Das freigewordene Kapital fließt in KI-Investitionen und die Einstellung spezialisierter Experten.

Im Pharmasektor zeigt sich ein gemischtes Bild. Agilent in Waldbronn hält seine Mitarbeiterzahl stabil. Curevac dagegen plant nach der Übernahme durch Biontech einen massiven Stellenabbau: Bis Ende 2026 sollen rund zwei Drittel der Stellen am Hauptstandort verschwinden.

Wirtschaftsnachrichten lesen ist gut - trading-notes lesen ist besser!

Wirtschaftsnachrichten lesen ist gut - <b>trading-notes</b> lesen ist besser!
Seit 2005 liefert der Börsenbrief trading-notes verlässliche Anlage-Empfehlungen – dreimal pro Woche, direkt ins Postfach. 100% kostenlos. 100% Expertenwissen. Trage einfach deine E-Mail Adresse ein und verpasse ab heute keine Top-Chance mehr. Jetzt abonnieren.
Für. Immer. Kostenlos.
de | wirtschaft | 69495724 |