KI im Finanzwesen: 26% der Führungskräfte melden fehlerhafte Inhalte
Veröffentlicht am: 11.08.2026 um 20:08 Uhr | Redaktion boerse-global.de
In einer aktuellen Untersuchung zur Nutzung künstlicher Intelligenz (KI) im Finanzwesen hat der Softwareanbieter Workiva erhebliche Sicherheits- und Compliance-Risiken identifiziert. Laut der veröffentlichten Studie berichteten 26 Prozent der befragten Führungskräfte, dass KI-generierte Fehler bereits externe Zielgruppen oder die eigenen Vorstände erreicht haben. Diese Entwicklung verdeutlicht die wachsende Problematik bei der Integration automatisierter Systeme in die hochregulierte Unternehmensberichterstattung.
Vertrauensvorschuss steht mangelnder Datenqualität gegenüber
Die Erhebung, für die insgesamt 2.272 Fachleute, darunter 847 C-Level-Führungskräfte und 367 Anleger, befragt wurden, legt eine Diskrepanz zwischen der praktischen Anwendung und der notwendigen Kontrolle offen. Demnach gaben 84 Prozent der Führungskräfte an, den Ergebnissen von KI-Systemen auch ohne eine zusätzliche menschliche Überprüfung zu vertrauen. Dieser hohe Grad an Zuversicht steht im Kontrast zur Einschätzung der zugrunde liegenden Datenbasis: Lediglich 11 Prozent der Befragten halten die aktuelle Datenqualität für ausreichend, um verlässliche KI-Ergebnisse zu erzielen.
Diese Unsicherheit überträgt sich zunehmend auf den Kapitalmarkt. Laut den Studienergebnissen zeigen sich 89 Prozent der befragten Anleger besorgt über die Zuverlässigkeit von Informationen, die unter Einsatz von künstlicher Intelligenz erstellt werden. Die Befunde unterstreichen die Notwendigkeit für Unternehmen, robuste Kontrollmechanismen zu etablieren, um die Integrität der Finanz- und ESG-Daten (Environmental, Social, Governance) zu gewährleisten.
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Umsatzwachstum und positive Prognose trotz Herausforderungen
Parallel zur Veröffentlichung der Studie legte Workiva die Geschäftszahlen für das zweite Quartal 2026 vor. Das Unternehmen konnte den Gesamtumsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 18,6 Prozent auf 255,3 Millionen US-Dollar steigern. Der größte Anteil entfiel dabei auf den Bereich Abonnement-Umsätze, der mit 236 Millionen US-Dollar ebenfalls ein Plus von 19 Prozent verzeichnete. Die Einnahmen aus Dienstleistungen stiegen um 12 Prozent auf 19 Millionen US-Dollar.
Trotz der in der Studie thematisierten Risiken scheint die Nachfrage nach technologischen Lösungen für die Berichterstattung stabil zu sein. Workiva konnte im abgelaufenen Quartal 283 neue Kunden gewinnen, womit sich der Kundenstamm auf insgesamt 6.750 Unternehmen erhöhte. Die Netto-Retentionsrate wurde mit 111 Prozent angegeben. Die Non-GAAP-Betriebsmarge lag mit 16,8 Prozent über den ursprünglichen Erwartungen, während der Gewinn pro Aktie (EPS) mit 0,77 US-Dollar die Prognosen der Analysten übertraf.
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Strategische Ausrichtung auf KI-Agenten
Für das gesamte Geschäftsjahr 2026 erwartet die Unternehmensführung einen Gesamtumsatz von rund 1,04 Milliarden US-Dollar. Die Betriebsmarge soll sich im Bereich von 18 Prozent stabilisieren, bei einem prognostizierten Gewinn pro Aktie von 3,39 US-Dollar. Ein wesentlicher Bestandteil der künftigen Wachstumsstrategie ist die Monetarisierung spezieller KI-Agenten. Diese neuen Funktionen werden mit einem Preisaufschlag von mehr als 20 Prozent angeboten. Erste Beobachtungen zeigen laut Unternehmensangaben, dass Kunden bereits bei Vertragsverlängerungen verstärkt auf diese erweiterten Kapazitäten upgraden, was die Relevanz automatisierter Prozesse trotz der identifizierten Fehlerrisiken unterstreicht.
