KI-Einsatz in Deutschland: 54,5 Prozent der Unternehmen nutzen Anwendungen
06.06.2026 - 21:34:31 | boerse-global.de
54,5 Prozent der Unternehmen setzen KI-Anwendungen in ihren Geschäftsprozessen ein. Das geht aus einer Erhebung des Ifo-Instituts vom 5. Juni hervor. Im Vorjahr lag die Quote noch bei 40,9 Prozent – ein satter Anstieg.
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Industrie und Dienstleister treiben den Trend
Die KI-Durchdringung variiert stark zwischen den Branchen. Die Industrie liegt mit 58,7 Prozent vorn, dicht gefolgt vom Dienstleistungssektor mit 56,2 Prozent. Der Handel erreicht 45 Prozent, das Bauhauptgewerbe bildet mit 39,8 Prozent das Schlusslicht. Allerdings: Innerhalb von drei Jahren stieg der Wert im Baugewerbe von mageren 7,1 Prozent auf das aktuelle Niveau.
Großunternehmen sind mit 67,2 Prozent klare Vorreiter. Kleine Firmen kommen auf 51,2 Prozent, mittlere Betriebe auf 47,2 Prozent. Die meisten Unternehmen setzen auf externe Hilfe: 73 Prozent nutzen kostenpflichtige Lösungen von Drittanbietern. Nur 18,7 Prozent haben eigene Systeme entwickelt. Die Hauptanwendungsgebiete? Interne Verwaltung, Datenanalysen, Programmiertätigkeiten und Schriftverkehr.
Justiz und Verwaltung ziehen nach
Auch der öffentliche Sektor beschleunigt die KI-Integration. Das Hessische Justizministerium kündigte ein spezielles KI-Tool für Staatsanwaltschaften an. Es soll bis zum Ende der Legislaturperiode einsatzbereit sein. Justizminister Christian Heinz verspricht sich Entlastung bei Massenverfahren – etwa bei Online-Betrug, der Auswertung großer Datenmengen im Bereich Kinderpornografie oder der Erstellung von Strafbefehlen. Hessen führt dabei die Länderarbeitsgruppe für die digitale Agenda im Strafrecht.
Berlin treibt derweil den KI-Assistenten BärGPT voran. Eine Fachveranstaltung am 26. Juni soll zeigen, wie die Verwaltungstransformation konkret läuft. Brandenburg plant ebenfalls den flächendeckenden Einsatz des Sprachmodells LLMoin – noch in diesem Jahr.
Mit der zunehmenden Integration von KI in Verwaltung und Justiz rücken auch die rechtlichen Rahmenbedingungen wie der EU AI Act in den Fokus. Damit Unternehmen und Behörden bei der Einführung dieser Systeme rechtlich auf der sicheren Seite stehen, bietet dieser Leitfaden einen kompakten Überblick über alle neuen Pflichten und Fristen. Kostenloses E-Book zur EU-KI-Verordnung sichern
Kommunen zeigen, wie es geht
Praktische Erfolge gibt es bereits. Der Landkreis Oldenburg erfasste seit Jahresbeginn rund 29.000 SEPA-Lastschriftmandate für Abfallgebühren. Ein KI-Tool der KDO erledigte 65 Prozent der Arbeit komplett digital.
Der Wetteraukreis in Hessen ist einer von zwei Pilot-Landkreisen für eine Digitalisierungsoffensive von Land und Bund. Ziel: eine Blaupause für flächendeckende digitale Verwaltungsleistungen. Dazu gibt es knapp 50.000 Euro Bundesförderung für ein Open-Data-Portal. Es soll bis Ende 2026 Geo-, Klima- und Statistikdaten für 25 Kommunen bündeln.
In Wiesbaden, Hamburg und Dortmund startet die Testphase für eine KI-gestützte Deutschland-App des Bundes. Geplant sind digitale Anträge für Kindergeld oder Wohngeld.
Gewerkschaften fordern Mitsprache
Mit der Verbreitung von KI wächst der Ruf nach Regulierung. Der DGB Berlin-Brandenburg fordert eine frühzeitige Beteiligung von Betriebs- und Personalräten. Ver.di verlangt verbindliche Vereinbarungen auf Landesebene, um Beschäftigte zu schützen.
Einen Schritt in Richtung digitaler Teilhabe machte Hamburg. Auf der re:publica 2026 wurde ein Projekt zur KI-basierten Bebilderung von Texten in Leichter Sprache ausgezeichnet. Ein Pilotprojekt läuft bereits seit August 2022 – behördliche Informationen sollen so für mehr Menschen verständlich werden.
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