KI-Einsatz, Firmen

KI-Einsatz: 48 Prozent deutscher Firmen investieren massiv

06.06.2026 - 20:41:04 | boerse-global.de

Mercedes-Benz bündelt Personal und IT unter Britta Seeger und treibt die KI-Qualifizierung der Belegschaft massiv voran.

Mercedes-Benz: Personal und IT fusionieren zu neuem Ressort
KI-Einsatz - Ein stilisiertes, leuchtendes neuronales Netzwerk-Symbol über einer Gruppe von Geschäftsleuten im modernen Büro, das KI im Personalwesen symbolisiert. 06.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Der Autohersteller bündelt sein Personalressort mit der Informationstechnik – und treibt die KI-Qualifizierung der Belegschaft massiv voran.

Stuttgart – Mercedes-Benz hat am 5. Juni eine neue Vorstandsstruktur bekanntgegeben. Das Personalressort und die IT werden im neuen Ressort „People & Enterprise Tech“ zusammengelegt. Die Leitung übernimmt Britta Seeger. Bislang war der IT-Bereich direkt dem Vorstandsvorsitzenden Ola Källenius unterstellt.

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Ein zentrales Ziel der Neuorganisation: die Belegschaft fit für den Umgang mit Künstlicher Intelligenz zu machen. Der Konzern hat bereits alle 90.000 Büroarbeitsplätze mit dem Microsoft KI Copilot ausgestattet. Rund 60 Prozent der Büroangestellten nutzen das Tool inzwischen mindestens einmal pro Woche – eine deutliche Steigerung gegenüber früheren 20 Prozent. Bis Jahresende peilt Mercedes eine Nutzungsquote von 70 Prozent an.

Deutsche Unternehmen investieren kräftig in KI

Der Trend zur Automatisierung zeigt sich auch in einer Studie von SD Worx, die ebenfalls am 5. Juni veröffentlicht wurde. Demnach investieren aktuell 48 Prozent der deutschen Personalverantwortlichen in KI – im Vorjahr waren es noch 38 Prozent. Besonders in der Lohnabrechnung ist die Technologie bereits angekommen: Rund 40 Prozent der Arbeitgeber setzen dort auf KI-Unterstützung.

Die Studie belegt zudem, dass 45 Prozent der befragten Unternehmen ihre Arbeitsabläufe an die neuen Möglichkeiten angepasst haben. Fast die Hälfte der Betriebe (47 Prozent) hat spezifische Richtlinien für die KI-Nutzung implementiert. Ein wesentlicher Treiber ist der EU AI Act, der strenge Anforderungen an Transparenz und Risikomanagement stellt.

Gewerkschaften fordern Mitspracherecht

Trotz der Dynamik wächst der Druck auf die Unternehmen, die Beschäftigten einzubinden. Der DGB Berlin-Brandenburg mahnte eine frühzeitige und verbindliche Beteiligung von Betriebs- und Personalräten beim KI-Einsatz an. Anlass ist die geplante Einführung des KI-Sprachmodells „LLMoin“ in der Brandenburger Landesverwaltung noch in diesem Jahr. Laut Gewerkschaft wurden die Personalräte bisher nicht ausreichend einbezogen. Der DGB fordert eine Modernisierung des Landespersonalvertretungsgesetzes.

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Experten betonen zudem die Bedeutung der Erklärbarkeit von KI-Systemen. Nur wenn automatisierte Entscheidungen nachvollziehbar und transparent sind, ist ein rechtskonformer Einsatz nach dem EU AI Act möglich. Das gilt besonders für das Personalwesen, wo Algorithmen über Einstellungen oder Beförderungen mitentscheiden.

KI verändert den Arbeitsmarkt für Programmierer

Die technologische Transformation zeigt bereits erste Verwerfungen auf dem Arbeitsmarkt. Die Nachfrage nach Nachwuchsprogrammierern ist laut Branchenbeobachtern stark rückläufig. Bundesweit stieg die Zahl der arbeitslosen Computerspezialisten innerhalb eines Jahres um 25 Prozent.

Künftig werden Fähigkeiten wie das „Prompten“ – also das präzise Formulieren von Anweisungen an eine KI – wichtiger als das klassische Schreiben von Softwarecode. Berufsverbände und Kammern mahnen jedoch zur Besonnenheit: Die Technologie werde Bürojobs nicht flächendeckend ersetzen, sondern die Arbeitsweise grundlegend verändern.

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