KI-Bedrohung, KI-gestützte

KI-Bedrohung: 71% der Unternehmen fürchten KI-gestützte Angriffe

04.06.2026 - 03:12:42 | boerse-global.de

Fachleute warnen vor KI-gestützten Cyberattacken und verschärften Haftungsregeln für Führungskräfte durch NIS2.

KI-Bedrohung: 71% der Unternehmen fürchten KI-gestützte Angriffe - Bild: über boerse-global.de
KI-Bedrohung: 71% der Unternehmen fürchten KI-gestützte Angriffe - Bild: über boerse-global.de

170 Fachleute diskutierten in Berlin über die wachsende Bedrohung durch KI-gestützte Cyberangriffe und neue Haftungsrisiken für Unternehmen.

Die Sicherheitsbranche steht vor einem fundamentalen Wandel. Auf der „State of Security“-Konferenz in Berlin zeichneten Experten am Mittwoch ein düsteres Bild: Künstliche Intelligenz treibt Phishing- und Ransomware-Attacken in nie dagewesenem Tempo voran. Gleichzeitig wachsen die rechtlichen Anforderungen an Unternehmen – und damit die persönliche Haftung der Führungsetagen.

Anzeige

Neue KI-Gesetze, neue Cyberrisiken: Was kommt wirklich auf Ihr Unternehmen zu? Dieser kostenlose Report klärt auf, welche rechtlichen Pflichten und Bedrohungen Unternehmer jetzt kennen müssen. Kostenlosen Sicherheits-Report jetzt herunterladen

Management in der Pflicht: NIS2 verschärft die Regeln

Seit Inkrafttreten der NIS2-Richtlinie Ende 2025 ist Sicherheitsmanagement in Deutschland zur Chefsache geworden. Friedrich P. Kötter von KÖTTER Security machte deutlich: „Der Schutz des Unternehmens muss jetzt ganz oben auf der Prioritätenliste stehen.“ Die Geschäftsführung haftet direkt für Sicherheitslücken – ein Paradigmenwechsel, der alte Denkmuster obsolet macht.

Die Zeiten isolierter Sicherheitslösungen sind vorbei. Gefragt ist ein integrierter Ansatz, der physischen und digitalen Schutz als Einheit betrachtet. Professor Dr. Dennis-Kenji Kipker warnte eindringlich vor übereilter KI-Einführung: „Wer Technologien ohne robuste Sicherheitsarchitektur implementiert, schafft neue Angriffsflächen.“ Die EU-KI-Verordnung und NIS2 setzen hier klare Grenzen – zwischen Innovation und Verantwortung.

Die neue Welle der Cyberkriminalität

Die Bedrohungslage ist real – und sie eskaliert. Eine KPMG-Studie zur Wirtschaftskriminalität vom Frühjahr 2025 zeigt: 71 Prozent der befragten Unternehmen sehen ein erhebliches Risiko durch KI-basierte Betrugsmethoden. 73 Prozent bewerten Datendiebstahl als hohes oder sehr hohes Risiko.

Anzeige

Compliance-Experten warnen: Wer die KI-Verordnung ignoriert, riskiert empfindliche Strafen. Dieser kostenlose Umsetzungsleitfaden zum EU AI Act liefert Ihnen den nötigen Überblick über alle relevanten Übergangsfristen. KI-Verordnung E-Book kostenlos sichern

Besonders perfide: Die Angriffsmethoden werden immer raffinierter. „Vishing“ – also Sprach-Phishing – ist inzwischen der zweithäufigste Einstiegsweg für Angriffe und verantwortlich für 11 Prozent aller Infektionen. Der Technologiesektor hat die Finanzbranche als Hauptziel abgelöst. In Extremfällen dauert die Übergabe von Zugriffsrechten zwischen verschiedenen Angreifergruppen weniger als 30 Sekunden.

Die jüngsten Entwicklungen sprengen bisherige Dimensionen. Mitte Mai wurde eine kritische Sicherheitslücke bestätigt, für die KI offenbar selbstständig eine Ausbeutungsmethode entwickelt hatte. Das „Mythos“-KI-Modell von Anthropic hat bereits über 10.000 hochriskante oder kritische Schwachstellen identifiziert – darunter Zero-Day-Exploits.

Internationale Gegenmaßnahmen

Die USA reagieren. Am Mittwoch erließ die Regierung eine freiwillige Anordnung: KI-Entwickler sollen ihre Modelle bis zu einem Monat vor Veröffentlichung von einer Cybersicherheitsbehörde testen lassen. Branchengrößen wie Anthropic, OpenAI und Google unterstützen die Initiative.

Auch die Privatwirtschaft rüstet auf. Anthropic öffnet sein „Project Glasswing“ für 150 weitere Organisationen in über 15 Ländern. Teilnehmer aus Energie-, Gesundheits- und Kommunikationssektor sollen mithilfe von KI Schwachstellen identifizieren und schließen – bevor Angreifer sie ausnutzen können.

Milliardenmarkt Cybersicherheit

Die steigende Nachfrage nach Schutzlösungen spiegelt sich in den Zahlen wider. Palo Alto Networks verbuchte im dritten Quartal 2024 einen Umsatz von 3,00 Milliarden Euro – ein Plus von 31 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. CEO Nikesh Arora führt das Wachstum direkt auf die KI-getriebene Beschleunigung von Cyberangriffen zurück.

Trotz des Booms schreibt der Konzern rote Zahlen: 177 Millionen Euro Verlust im Quartal. Dennoch hebt das Unternehmen seine Jahresprognose auf über 11,4 Milliarden Euro an. Der Markt für Cybersicherheit wächst – getrieben von einer Bedrohung, die sich rasant weiterentwickelt.

Wirtschaftsnachrichten lesen ist gut - trading-notes lesen ist besser!

Wirtschaftsnachrichten lesen ist gut - <b>trading-notes</b> lesen ist besser!
Seit 2005 liefert der Börsenbrief trading-notes verlässliche Anlage-Empfehlungen – dreimal pro Woche, direkt ins Postfach. 100% kostenlos. 100% Expertenwissen. Trage einfach deine E-Mail Adresse ein und verpasse ab heute keine Top-Chance mehr. Jetzt abonnieren.
Für. Immer. Kostenlos.
de | wirtschaft | 69480004 |