KI-Agenten, SAP

KI-Agenten: SAP integriert über 50 Systeme, Effizienz +30%

23.06.2026 - 00:39:10 | boerse-global.de

SAP integriert über 50 KI-Agenten, Salesforce meldet Rekordumsatz mit Agentforce. Neue Partnerschaften vernetzen Lieferketten und E-Commerce.

SAP & Salesforce: KI-Integration treibt operative Effizienz
KI-Agenten - Ein futuristisches digitales Netzwerk mit leuchtenden Linien, die Datenpunkte und Knoten verbinden, die KI und Automatisierung symbolisieren. 23.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Die Phase der Experimente ist vorbei – jetzt geht es um operative Effizienz in Echtzeit.

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SAP integriert über 50 KI-Agenten

SAP hatte bereits im Mai erste KI-Modelle eingeführt. Im Juni folgte die Integration von mehr als 50 spezialisierten KI-Agenten in zentrale Plattformen wie S/4HANA, Ariba und SuccessFactors. Die Agenten basieren auf Modellen von Anthropic und sollen manuelle Eingriffe minimieren.

Erste Ergebnisse zeigen deutliche Produktivitätsgewinne: In der Beschaffung stieg die Effizienz um 20 bis 30 Prozent. Produktionsabfälle konnten um mehr als die Hälfte reduziert werden. Gesteuert werden die digitalen Assistenten über einen zentralen Hub, der Governance-Regeln durchsetzt.

Salesforce meldet Rekordumsatz mit Agentforce

Mitte Juni gab Salesforce die allgemeine Verfügbarkeit der Multi-Agent-Orchestrierung für seine Agentforce-Plattform bekannt. Technisches Herzstück ist die Atlas-Reasoning-Engine 3.0, die als Koordinationsschicht für spezialisierte Agenten dient.

Der Markt nimmt die Technologie an: Agentforce verzeichnete einen jährlich wiederkehrenden Umsatz von 800 Millionen US-Dollar – ein Plus von fast 170 Prozent zum Vorjahr. Rund 29.000 Verträge wurden bisher abgeschlossen.

Lieferketten und E-Commerce werden vernetzt

Auch unternehmensübergreifend tut sich etwas. T-Systems und SupplyOn kündigten am 18. Juni eine strategische Partnerschaft an. Rund 140.000 angeschlossene Industrieunternehmen erhalten Zugriff auf KI-native Sourcing-Lösungen.

Die technische Basis: eine Industrial AI Cloud in München, die seit Februar läuft. Mit 10.000 Nvidia-GPUs liefert sie eine Rechenleistung von 0,5 Exaflops. Nach Angaben der Beteiligten erhöht die Anlage die KI-Rechenkapazität in Deutschland um rund 50 Prozent.

Im E-Commerce zeichnen sich neue Standards ab. SAP und Google Cloud präsentierten am 19. Juni eine gemeinsame Architektur für „Agentic Commerce“. Google-Gemini-Modelle in der SAP Commerce Cloud sollen Kundeninteraktionen und Transaktionen stärker automatisieren.

Gartner prognostiziert: Konversationelle KI-Systeme könnten bis Ende 2026 weltweit Arbeitskosten von rund 80 Milliarden Euro einsparen.

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Compliance und Zertifizierung werden automatisiert

Auch rechtliche Prozesse geraten in den Fokus der Automatisierung. Die EQS Group stellte am 22. Juni einen neuen KI-Layer für Compliance-Workflows vor. Die Genauigkeit liegt laut Unternehmen bei bis zu 87 Prozent.

Der Verband elektronische Rechnung (VeR) veröffentlichte im Mai ein Strategiepapier zur Umsetzung eines digitalen Meldesystems. Ziel ist es, Meldeprozesse direkt in bestehende B2B-E-Rechnungsabläufe zu integrieren.

Im Bereich Qualitätssicherung setzt die DICIS AG auf KI-Assistenten, um ISO-Zertifizierungen zu beschleunigen. Zeitaufwand und Kosten sollen sich um mehr als 80 Prozent reduzieren.

Strukturelle Hürden bremsen die volle Integration

Trotz der Fortschritte bleiben Herausforderungen. Eine aktuelle KPMG-Studie zeigt: Nahezu alle deutschen Unternehmen haben inzwischen eine KI-Strategie. Der Fokus verschiebt sich jedoch erst jetzt massiv in Richtung operativer Umsetzung.

Ein Bericht von Publicis Sapient verdeutlicht die Diskrepanz zwischen Anspruch und Wirklichkeit. Befragt wurden 1.550 Entscheidungsträger. Ergebnis: 42 Prozent der Unternehmen sind strukturell nicht in der Lage, den vollen Mehrwert aus KI zu ziehen.

In Deutschland nutzt erst jedes zehnte Unternehmen die Technologie vollständig integriert. Rund 35 Prozent betrachten KI lediglich als punktuelle Unterstützung. Eine grundlegende Veränderung der Arbeitsweise ist laut Analysten bisher nur bei einer Minderheit feststellbar.

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