Kfz-Versicherung, Typklassen

Kfz-Versicherung: Neue Typklassen für Millionen Autofahrer

Veröffentlicht am: 30.09.2026 um 05:00 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Für 7,4 Millionen Autofahrer steigen die Typklassen, für 5,1 Millionen werden sie günstiger. Entscheidend sind unter anderem Unfallbilanz und Reparaturkosten des jeweiligen Fahrzeugmodells.

Ehedem günstig in der Anschaffung, und immer noch günstig in der Kfz-Versicherung: die BMW Isetta. Allerdings ist der einst «Knutschkugel» genannte Oldtimer heute kaum noch zu bekommen. (Illustration)  - Bild: Stefan Sauer/dpa
Ehedem günstig in der Anschaffung, und immer noch günstig in der Kfz-Versicherung: die BMW Isetta. Allerdings ist der einst «Knutschkugel» genannte Oldtimer heute kaum noch zu bekommen. (Illustration) - Bild: Stefan Sauer/dpa

Die Versicherer haben die Typklassen für die Autos von 7,4 Millionen Menschen in Deutschland angehoben, während sie für 5,1 Millionen Autofahrerinnen und Autofahrer günstiger ausfallen.

Mehr als 33.000 Automodelle erfasst

In die Statistik fließen nach Angaben des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft mehr als 33.000 in Deutschland zugelassene Automodelle ein. Dazu gehören auch jahrzehntealte Fahrzeuge und Oldtimer. Für gut zwei Drittel der Autobesitzerinnen und Autobesitzer ändert sich in diesem Jahr nichts.

Die Typklassen spiegeln Unfallzahlen und Reparaturkosten wider. In der Haftpflicht geht es um Schäden, die Autofahrer bei Unfällen am Eigentum anderer verursachen. Die Teilkasko deckt zusätzlich unter anderem Hagelschäden, Wildunfälle und Diebstahl ab; selbstverschuldete Schäden am eigenen Fahrzeug übernimmt nur die Vollkasko.

Teure Fahrzeuge oft höher eingestuft

In der Haftpflicht gibt es 16 Typklassen von 10 bis 25, in der Vollkasko 25 Klassen von 10 bis 34. Als Beispiele nannte der Verband den VW T7 Multivan 2.0 TDI, der in der Haftpflicht um zwei Klassen günstiger eingestuft wird, und den Citroen C5 1.2, dessen Einstufung um zwei Klassen steigt.

Nach der Faustregel des GDV führen teure Fahrzeuge und kostspielige Ersatzteile meist zu höheren Kasko-Typklassen. Der Renault Twingo liegt in der Vollkasko in Klasse 10, der Fiat Panda in Klasse 11. Zu den hohen Einstufungen gehören der Porsche Panamera 4 E-Hybrid mit Klasse 30 und der Range Rover 3.0 TD mit Klasse 29.

Isetta und „Ente“ besonders günstig

Historische Kleinwagen schneiden in allen drei Versicherungsarten besonders günstig ab. Genannt werden die BMW Isetta, die in den 1950er Jahren als „Knutschkugel“ bekannt wurde, und der Citroen 2CV, die „Ente“.

Von diesen Fahrzeugen sind nur noch wenige zugelassen. Zudem werden sie mutmaßlich besonders sorgfältig gepflegt und deutlich seltener gefahren. Neben der Typklasse beeinflussen auch die Regionalklasse, der Wohnort und das Alter der Fahrer die Höhe des Versicherungsbeitrags.

Was die Typklasse abbildet

Die Typklasse ist ein statistischer Baustein der Kfz-Versicherung. Sie berücksichtigt, wie häufig ein bestimmter Fahrzeugtyp Schäden verursacht und wie teuer deren Regulierung ausfällt. Dabei geht es nicht um eine individuelle Bewertung einzelner Fahrer, sondern um die Schadenbilanz eines Modells.

Für die Haftpflicht stehen vor allem Schäden im Mittelpunkt, die ein Fahrzeug bei anderen verursacht. Teil- und Vollkasko beziehen zusätzlich Risiken wie Diebstahl, Unwetter, Wildunfälle sowie Schäden am eigenen Auto ein. Deshalb können sich die Einstufungen eines Modells in den drei Versicherungsarten deutlich unterscheiden.

Welche Folgen die Änderung hat

Eine höhere Typklasse kann den Versicherungsbeitrag verteuern, sie legt die konkrete Prämie aber nicht allein fest. Zusätzlich zählen unter anderem Wohnort, Alter und Schadenfreiheitsklasse des Halters sowie die vereinbarte Selbstbeteiligung. Für viele Versicherte bleibt die Änderung daher begrenzt oder wird durch andere Faktoren überlagert.

Besonders relevant ist die neue Einstufung für Haushalte, die ohnehin hohe laufende Autokosten tragen. Vor einem Versicherungswechsel sollten sie nicht nur den Beitrag, sondern auch Leistungsumfang, Selbstbeteiligung und Vertragsbedingungen vergleichen. Die Typklasse liefert dafür einen Hinweis, ersetzt aber keine individuelle Beitragsberechnung.

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