Kfz-Versicherung 2027: 5,2 Mio. Autofahrer zahlen weniger
Veröffentlicht am: 09.09.2026 um 16:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der Gesamtverband der Versicherer (GDV) hat die Regionalklassen für die Kfz-Versicherung für das Jahr 2027 neu berechnet. Wie aus einem Bericht vom 09.09.2026 hervorgeht, ist die aktuelle Statistik für die Versicherungsunternehmen unverbindlich, kann jedoch für Neuverträge ab sofort angewendet werden. Die Einstufung der Wohnbezirke hat maßgeblichen Einfluss darauf, wie hoch die Versicherungsbeiträge für Fahrzeughalter ausfallen.
Haftpflicht- und Kaskoversicherungen im Vergleich
In der Kfz-Haftpflichtversicherung sind laut GDV etwa 23,5 % der Versicherten von den aktuellen Klassenänderungen betroffen. Konkret verbessert sich die Einstufung für 5,2 Millionen Autofahrer in 63 Bezirken, während sie sich für 4,8 Millionen Versicherte in 46 Bezirken verschlechtert. Für die deutliche Mehrheit von 32 Millionen Versicherten in 304 Bezirken bleibt die Einstufung unverändert.
Auch in der Kaskoversicherung ergeben sich Verschiebungen. Hier werden jeweils 2,4 Millionen Versicherte besser beziehungsweise schlechter eingestuft. Bei rund 33 Millionen Versicherten kommt es zu keiner Veränderung der Regionalklasse. Die Regionalklassen spiegeln die Schadenbilanz der jeweiligen Zulassungsbezirke wider; ausschlaggebend ist dabei nicht der Ort des Unfalls, sondern der Wohnsitz des Fahrzeughalters.
Regionale Spitzenwerte und Brennpunkte
Die Statistik zeigt deutliche regionale Unterschiede bei der Schadenbilanz. Die schlechteste Bilanz bundesweit weist Offenbach auf. In der dortigen Klasse 12 liegen die Schäden fast 40 % über dem Bundesdurchschnitt. Dahinter folgen Gelsenkirchen und Berlin auf den weiteren Plätzen, während Wiesbaden den fünften Rang der Negativliste belegt.
Im Gegensatz dazu verzeichnet der Bezirk Elbe-Elster die bundesweit beste Schadenbilanz mit einem Wert, der 33 % unter dem Durchschnitt liegt. Bei der Betrachtung der Großstädte sticht Essen hervor, das in die Klasse 12 aufsteigt. Nürnberg hingegen kann eine Verbesserung auf die Klasse 10 verzeichnen. Andere Metropolen wie Hamburg und München verbleiben in Klasse 10, während Berlin und Offenbach weiterhin in der höchsten Klasse 12 geführt werden.
Unterschiede in Baden-Württemberg und Sachsen-Anhalt
Die neuen Regionalklassen für 2026 sind da: 5,2 Millionen Autofahrer zahlen weniger, 4,8 Millionen mehr. Ob Sie betroffen sind, hängt von Ihrem Wohnort ab – und von Ihrer Reaktion. Mit unserem Leitfaden prüfen Sie in 3 Schritten, ob sich ein Wechsel lohnt. Jetzt kostenlosen Leitfaden anfordern
In Baden-Württemberg verschlechtert sich die Haftpflichtklasse für 1,6 Millionen Autofahrer in neun Bezirken, darunter Großstädte wie Stuttgart und Mannheim. Eine Verbesserung gibt es in diesem Bundesland lediglich für 190.000 Versicherte in zwei Bezirken.
In der Kaskoversicherung müssen sich 800.000 Versicherte in elf Bezirken auf eine schlechtere Einstufung einstellen. Innerhalb des Bundeslandes weist der Bezirk Breisgau-Hochschwarzwald die beste und Pforzheim die schlechteste Schadenbilanz auf.
Ein anderes Bild zeigt sich in Sachsen-Anhalt. Dort werden rund 40 % der Versicherten in fünf Bezirken besser eingestuft, namentlich in Anhalt-Bitterfeld, der Börde, dem Burgenlandkreis, dem Saalekreis und in Stendal. Die beste Bilanz des Landes hält der Altmarkkreis Salzwedel, die schlechteste Magdeburg.
In der Kaskoversicherung gab es differenzierte Bewegungen: Das Jerichower Land verbesserte sich in der Vollkasko, Dessau-Roßlau in der Teilkasko. Verschlechterungen in der Vollkasko wurden für den Altmarkkreis Salzwedel und Anhalt-Bitterfeld gemeldet.
Preisliche Folgen der regionalen Einstufung
Analysen des Vergleichsportals Verivox verdeutlichen die finanzielle Tragweite der Regionalklassen. Ein Vergleich zwischen Berlin-Mitte und Emden zeigt, dass die Teilkasko in der Hauptstadt mit 709,75 Euro rund 61 % teurer ausfällt als in Emden mit 440,40 Euro.
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In der Vollkasko beträgt die Differenz 345,27 Euro beziehungsweise 54 %, während die Haftpflicht in Berlin 116,04 Euro mehr kostet. Auch innerhalb Berlins gibt es starke Schwankungen: Die Vollkasko in Berlin-Nikolassee ist mit 983,03 Euro etwa 41 % teurer als im benachbarten Kleinmachnow mit 696,42 Euro.
Die Änderungen der Regionalklassen können von den Versicherern ab dem 01.01.2027 für bestehende Verträge umgesetzt werden. Experten weisen darauf hin, dass Beitragsänderungen nicht automatisch erfolgen, sondern von der Kalkulation des jeweiligen Versicherungsunternehmens abhängen.
Mehr zum Thema bei Handelsblatt: „Nicht für alle wird's teurer: Kfz-Versicherung: Neue Regionalklassen für 2027“
