Kfz-Typklassen 2027: 12,4 Millionen Autofahrer von Änderungen betroffen
Veröffentlicht am: 01.10.2026 um 03:30 Uhr | Redaktion boerse-global.deDer Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) hat die neuen Typklassen für das Jahr 2027 veröffentlicht. Aus der aktuellen Statistik geht hervor, dass sich die Einstufungen für rund 12,4 Millionen Autofahrer in Deutschland in der Kfz-Haftpflichtversicherung ändern werden.
Während etwa 5,1 Millionen Versicherungsnehmer von niedrigeren Typklassen profitieren, müssen sich rund 7,4 Millionen Fahrzeughalter auf eine höhere Einstufung einstellen. Für die große Mehrheit von rund 30 Millionen Versicherten – dies entspricht etwa 71 Prozent – bleibt die bisherige Typklasse bestehen.
Datengrundlage und statistische Reichweite
Die jährliche Neuberechnung basiert auf den Schadenbilanzen der Jahre 2023 bis 2025. In die aktuelle Statistik flossen Daten zu rund 33.000 bis 33.860 verschiedenen Automodellen ein. Im Vergleich zum Vorjahr zeigt sich eine Verschiebung: Damals wurden 4,5 Millionen Fahrzeuge niedriger und 5,9 Millionen Fahrzeuge höher eingestuft.
In der Haftpflichtversicherung sind insbesondere die Schäden maßgeblich, die Dritten zugefügt werden. In der Kaskoversicherung entscheiden hingegen der Wiederbeschaffungswert, die Reparaturkosten sowie die Preise für Ersatzteile über die Einordnung.
Der GDV-Hauptgeschäftsführer wies in diesem Zusammenhang darauf hin, dass teurere Fahrzeuge und kostspielige Ersatzteile in der Regel zu einer höheren Kasko-Typklasse führen. Die neuen Einstufungen treten für bestehende Verträge im Regelfall zum 1. Januar 2027 in Kraft.
Verschiebungen in der Kaskoversicherung
Auch in der Voll- und Teilkaskoversicherung ergeben sich für das Jahr 2027 signifikante Änderungen. In der Teilkasko bleiben die Einstufungen für 67 Prozent der Fahrzeuge unverändert. Während über 4 Millionen Fahrzeuge (30 Prozent) niedriger eingestuft werden, steigen die Klassen für rund 0,4 Millionen Autos (3 Prozent) an.
In der Vollkaskoversicherung zeigt sich ein ähnliches Bild bei den unveränderten Verträgen (67 Prozent). Hier können sich jedoch über 7 Millionen Halter (29 Prozent) über eine niedrigere Einstufung freuen, während für etwa 1 Million Fahrzeuge (4 Prozent) die Typklasse angehoben wird. Die verfügbaren Typklassen reichen in der Haftpflicht von 10 bis 25, in der Vollkasko von 10 bis 34 und in der Teilkasko von 10 bis 33.
Die neuen Typklassen sind da: 7,4 Millionen Halter werden in der Kfz-Haftpflicht höher eingestuft, 5,1 Millionen niedriger — und für die meisten ändert sich nichts. Ob Ihr Modell betroffen ist, verrät ein Blick in die aktuelle Einstufung. Unsere kostenlose Checkliste führt Sie Schritt für Schritt durch den Abgleich für Haftpflicht, Teil- und Vollkasko. Jetzt kostenlose Typklassen-Checkliste anfordern
Gewinner und Verlierer der neuen Statistik
Besonders günstig werden Modelle wie der Fiat Panda, der Renault Twingo oder der VW Polo eingestuft. Klassische Fahrzeuge wie der BMW Isetta, das Goggomobil oder die Citroën 2CV finden sich in allen drei Versicherungsarten in der niedrigsten Klasse 10 wieder.
Im Gegensatz dazu stehen Oberklasse-Modelle und schwere SUVs vor höheren Einstufungen. Ungünstige Werte verzeichnen unter anderem der Porsche Panamera, der Land Rover Range Rover und der Toyota Land Cruiser. So stiegen mehrere Range-Rover-Sport-Modelle in der Haftpflicht besonders stark an, während diverse Porsche-911-Carrera-Modelle in den Kaskoversicherungen am oberen Ende der Skala liegen.
Konkrete Beispiele für Veränderungen sind der VW T7 Multivan 2.0 TDI, der in der Haftpflicht um zwei Klassen auf 12 sinkt. Auch der Mercedes GLC 200 4Matic und der Skoda Fabia 1.2 verbessern sich in der Haftpflicht um jeweils eine Klasse.
Auf der anderen Seite steigen Modelle wie der Citroën C5 1.2, der Skoda Rapid 1.2 oder der BMW 330d Touring xDrive in der Haftpflicht um jeweils zwei Klassen an.
Auswirkungen auf die Versicherungsprämien
Analysen von Vergleichsexperten verdeutlichen die finanziellen Folgen dieser Neueinstufungen. Ein Experte von Verivox gab an, dass der Beitrag zur Vollkaskoversicherung pro Typklasse im Durchschnitt um rund 4 Prozent steigt. Dennoch seien extrem starke Preiserhöhungen vorerst nicht mehr zu erwarten. Die Differenz zwischen günstigen Tarifen und dem mittleren Preissegment liege derzeit bei durchschnittlich 33 Prozent.
Eine Typklasse höher bedeutet in der Vollkasko im Schnitt rund 4 Prozent mehr Beitrag — bei laufendem Vertrag haben Sie bei einer Anpassung ein Kündigungsrecht bis zum 30. November. Wer die Frist verstreichen lässt, zahlt unter Umständen ein Jahr lang mehr als nötig. Unser kostenloser Leitfaden zeigt Ihnen die drei Schritte zum Wechsel und wie Sie Ihr Sparpotenzial abschätzen. Drei Schritte zum Versicherungswechsel — Leitfaden anfordern
Neben den Typklassen wirken sich auch die Regionalklassen auf die Versicherungsprämie aus. Für das Jahr 2027 sind hier fast 10 Millionen Autofahrer von Änderungen betroffen, wobei sich die Bilanz zwischen Verbesserungen (5,2 Millionen) und Verschlechterungen (4,8 Millionen) nahezu die Waage hält.
Versicherungsnehmer, deren Verträge vom 1. Januar bis zum 31. Dezember laufen, haben bei Beitragsanpassungen infolge der neuen Einstufungen ein Kündigungsrecht bis zum Stichtag am 30. November.
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