KfW-Förderung: 360 Millionen Euro für Umbau von Büroflächen ab Juli
22.06.2026 - 04:00:41 | boerse-global.de
Die Kombination aus degressiver Abschreibung und günstigen KfW-Krediten macht den Neubau von energieeffizienten Wohnungen derzeit besonders attraktiv. Im Fokus steht der KfW-40-Standard mit dem Qualitätssiegel Nachhaltiges Gebäude (QNG).
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Steuerliche Anreize durch degressive AfA
Für Neubauprojekte mit hohen energetischen Standards wie KfW 40 kommen 2026 attraktive Abschreibungsmodelle zum Tragen. Kapitalanleger können in den ersten vier Jahren nach Fertigstellung jährlich zehn Prozent der Anschaffungskosten steuerlich geltend machen.
In Summe ermöglicht dieses Modell eine Abschreibung von bis zu 50 Prozent innerhalb der ersten sechs Jahre. Die Regelung stärkt die Liquidität von Investoren in der frühen Phase und macht Wohnraum mit Energieeffizienzklasse A+ wirtschaftlich attraktiver.
KfW-Förderung: Verlängerung und neue Programme
Die KfW hat mehrere Förderprogramme angepasst. Die Förderung für den Standard EH55-Plus, die ursprünglich Mitte des Jahres auslaufen sollte, wurde bis zum 31. Dezember 2026 verlängert. Das Programm bietet zinsverbilligte Kredite von bis zu 100.000 Euro pro Wohneinheit bei einem effektiven Zinssatz von 1,0 Prozent.
Voraussetzung: Die vollständige Wärmeversorgung muss durch erneuerbare Energien erfolgen. Bis Mitte Juni wurden über dieses Kontingent rund 33.700 Wohneinheiten mit einem Volumen von 3,2 Milliarden Euro gefördert. Zuletzt standen noch etwa 343 Millionen Euro zur Verfügung.
Für den ambitionierteren KfW-40-Standard (Programm 298) gibt es Kredite von bis zu 150.000 Euro. Ab Juli 2026 startet zudem das neue Programm 266: Mit 360 Millionen Euro soll die Umwandlung von leerstehenden Gewerbeflächen in Wohnraum unterstützt werden. Vorgesehen sind Zuschüsse von bis zu 30.000 Euro pro Wohneinheit – etwa 30 Prozent der Umbaukosten.
Hintergrund: Die Leerstandsquote bei Büroimmobilien lag 2024 bei 5,6 Prozent, gegenüber nur zwei Prozent im Jahr 2019.
Zinsen und Preise: Stabilisierung auf hohem Niveau
Der Immobilienmarkt zeigt im Frühsommer 2026 eine Stabilisierung auf erhöhtem Zinsniveau. Nach einer Leitzinsanhebung der EZB auf 2,25 Prozent liegen die Effektivzinsen für zehnjährige Darlehen bei rund 4,0 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahresmonat ist das ein Anstieg um 0,5 Prozentpunkte.
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Bei einem Darlehen von 300.000 Euro bedeutet das eine monatliche Mehrbelastung von etwa 125 Euro. Trotz der gestiegenen Zinsen zeigt der Europace Hauspreisindex (EPX) eine leichte Aufwärtstendenz: Er stieg im Mai um 0,11 Prozent auf 221,83 Punkte.
Besonders neue Einfamilienhäuser verteuerten sich mit einem Plus von 0,33 Prozent zum Vormonat und 2,16 Prozent im Jahresvergleich. Die Mietpreise legten im Mai um 0,52 Prozent zu.
Regionale Projekte und politische Weichenstellungen
In mehreren Bundesländern werden im Juni 2026 bedeutende Wohnbauprojekte realisiert:
- Traunstein: In Seiboldsdorf wurde ein neuer Vierseithof mit 50 Wohneinheiten im KfW-40-Standard eingeweiht. Das Holz-Hybrid-Projekt kostete rund 16,5 Millionen Euro.
- Kirchheimbolanden: Der Spatenstich für 44 barrierefreie Servicewohnungen erfolgte. Sie entsprechen dem KfW-40-EE-Standard und werden über Wärmepumpen und Photovoltaik versorgt.
- Potsdam/Krampnitz: Für das Neubauprojekt liegen bereits über 500 Interessentenanfragen vor. Die ersten Wohnungen sollen ab November bezugsfertig sein.
Auf politischer Ebene debattierte der Landtag von Schleswig-Holstein im Juni über eine Reform der Landesbauordnung. Ziel ist es, Um- und Ausbau im Bestand zu erleichtern, etwa durch Dachaufstockungen. 2025 wurden in dem Bundesland nur 8.942 Wohnungen fertiggestellt – ein Rückgang von 19 Prozent zum Vorjahr.
Bundesbauministerin Hubertz verwies zudem auf einen 13-Punkte-Aktionsplan. Unter anderem sieht er die flächendeckende Einführung digitaler Bauanträge bis 2028 vor. Das jährliche Neubaudefizit liegt bei rund 80.000 Einheiten.
