Kartonwerk, Baiersbronn

Kartonwerk Baiersbronn: 220 Arbeitsplätze enden nach Investor-Rückzug

Veröffentlicht am: 02.09.2026 um 21:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Frischfaser Karton Baiersbronn beendet den Betrieb nach dem 7. September. Eine Übernahme scheiterte an fehlender Finanzierung und hohen Kosten.

Frischfaser Karton Baiersbronn schließt: 220 Jobs fallen weg
Ein stillgelegtes Fabrikgebäude einer Kartonfabrik mit hohen Schornsteinen in einer bewaldeten Umgebung bei Dämmerung. Illustration mit AI erstellt.

Der Kartonhersteller Frischfaser Karton Baiersbronn GmbH stellt seinen Betrieb nach dem 7. September 2026 endgültig ein. Wie aus Unternehmenskreisen hervorgeht, führt dieser Schritt zum Verlust aller 220 Arbeitsplätze am Standort. Die Entscheidung markiert das Ende der Bemühungen um eine Fortführung des Traditionsunternehmens, nachdem die Suche nach einem geeigneten Investor erfolglos geblieben ist.

Gescheiterte Investorensuche und Finanzierungslücken

Die Hoffnung auf eine Rettung des Unternehmens zerschlug sich Ende August. Ein potenzieller Investor, mit dem zuvor Verhandlungen geführt worden waren, zog sich am 27. August 2026 offiziell aus dem Prozess zurück.

Bereits am 25. August 2026 war bekannt geworden, dass der Interessent die erforderliche Finanzierung für die Übernahme nicht sicherstellen konnte. Damit fehlte die Grundlage für ein Sanierungskonzept, das den Fortbestand des Werks hätte sichern können.

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Der Schließung war eine mehrmonatige Phase der Unsicherheit vorausgegangen. Die Frischfaser Karton Baiersbronn GmbH hatte bereits am 24. Juni 2026 einen Insolvenzantrag gestellt. Das entsprechende Insolvenzverfahren lief bereits seit dem 23. Juni 2026, um unter rechtlicher Aufsicht nach Lösungen für die wirtschaftliche Schieflage zu suchen.

Wirtschaftliche Herausforderungen und Marktumfeld

Das Unternehmen war zuletzt mit einem schwierigen Marktumfeld konfrontiert. Trotz eines Jahresumsatzes von 80 Mio. Euro und einer jährlichen Produktionskapazität von 92.000 bis 95.000 Tonnen Karton erwiesen sich die Rahmenbedingungen als nicht mehr tragfähig. Als wesentliche Ursachen für die Betriebseinstellung werden die massiv gestiegenen Energiekosten sowie die Belastungen durch CO2-Kosten angeführt.

Zusätzlich belasteten Überkapazitäten am Markt sowie allgemein hohe Produktionskosten die Bilanz des Herstellers. Diese Faktoren führten dazu, dass der Betrieb auch im Rahmen des Insolvenzverfahrens nicht nachhaltig stabilisiert werden konnte. Die Kombination aus strukturellen Branchenproblemen und den spezifischen Kostensteigerungen am Standort Deutschland machten eine wirtschaftliche Fortführung laut Branchenberichten unmöglich.

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Ende einer Ära und soziale Folgen

Mit der Einstellung der Produktion nach dem 7. September 2026 endet eine jahrzehntelange Industriegeschichte im Schwarzwald. Je nach Quellenangabe war das Unternehmen zwischen 70 und 75 Jahren in der Region tätig. Der Standort galt über lange Zeit als fester Bestandteil der lokalen Wirtschaft in Baiersbronn.

Für die 220 betroffenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bedeutet das Aus den Verlust ihrer Anstellung. Die Gemeinde Baiersbronn hat bereits angekündigt, sich aktiv um die Vermittlung der Beschäftigten in neue Arbeitsverhältnisse zu bemühen.

Angesichts des Fachkräftemangels in anderen Sektoren sollen betroffene Fachkräfte dabei unterstützt werden, zeitnah neue Perspektiven bei regionalen Arbeitgebern zu finden. Dennoch stellt der Verlust eines so bedeutenden Arbeitgebers eine Zäsur für die lokale Wirtschaftsstruktur dar.

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