Europa, EU

EU-Mitarbeiter sollen Fenstern wegen Bauerndemo fernbleiben

18.12.2025 - 16:44:21 | dpa.de

Kartoffeln und Feuerwerkskörper fliegen gegen das EU-Parlament: Die Bauern in Brüssel sind wütend und greifen auch zu gewaltsamen Mitteln.

Martialische Bilder vor dem EU-Parlament. - Foto: Marius Burgelman/AP/dpa
Martialische Bilder vor dem EU-Parlament. - Foto: Marius Burgelman/AP/dpa

Wegen gewaltsamer Bauernproteste unter anderem gegen das Freihandelsabkommen Mercosur im Brüsseler Europaviertel hat das EU-Parlament Mitarbeiter aus Sicherheitsgründen in andere Gebäude verlagert. Zudem heißt es in einer internen Nachricht, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt: «Alle Mitarbeiter, die sich in den Gebäuden in Brüssel aufhalten, werden gebeten, sich von Fenstern fernzuhalten, während die Polizei die Situation unter Kontrolle bringt.»

Eine Parlamentssprecherin teilte mit, nach Störungen der öffentlichen Ordnung während der Bauernproteste seien einige Gebäude des Europäischen Parlaments in Brüssel beschädigt worden. Die Sicherheitslage werde vom Parlament in Abstimmung mit den lokalen Behörden genau beobachtet. Medienberichten zufolge wurde eine Person bei den Protesten verletzt. 

Tausende Landwirte protestieren

In der belgischen Hauptstadt demonstrierten laut Veranstalter etwa 10.000 Menschen, die Polizei zählte etwa 7.300 Personen und Hunderte Traktoren. Die Beamten setzten Wasserwerfer und Tränengas ein, nachdem Demonstranten versucht hatten, Absperrungen zu durchbrechen. 

Zudem wurden durch Demonstranten Brände gelegt und Pyrotechnik gezündet. Die Angriffe richteten sich unter anderem direkt gegen das Europaparlament. Demonstranten bewarfen das Gebäude mit Kartoffeln und Feuerwerkskörpern. Auch vor dem Europaparlament wurden Brände gelegt, wie auf Bildern zu sehen war. 

Zeitgleich findet in der belgischen Hauptstadt ein EU-Gipfel statt, bei dem über das umstrittene Mercosur-Abkommen mit wichtigen südamerikanischen Staaten beraten wird. Die Landwirte lehnen den Handelspakt ab, weil sie unverhältnismäßige Konkurrenz durch günstige Importe aus Südamerika fürchten. Zudem sorgen sie sich um mögliche Kürzungen der EU-Agrarförderung im kommenden Haushalt.

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