Kartoffelernte, Lebensmittelpreise

Kartoffelernte sinkt um ein Viertel – Preise steigen deutlich

Veröffentlicht am: 15.10.2026 um 08:55 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Deutschlands Kartoffelbauern bringen 2026 deutlich weniger Knollen ein. Die höheren Kosten erreichen bereits die Haushalte, während die Erzeugerpreise besonders stark zulegen.

Ernte und Preise im Kartoffeljahr 2026

  • Die Kartoffelernte sinkt von 13,9 Millionen Tonnen im Jahr 2025 auf vorläufig 10,4 Millionen Tonnen.
  • Die Anbaufläche ist um 11,1 Prozent kleiner, der Hektarertrag fällt von 46 auf 38,9 Tonnen.
  • Im August erhalten Landwirte 61,5 Prozent mehr für Kartoffeln als im Vorjahresmonat.
Dürre und kleinere Anbauflächen lassen die Kartoffelernte schrumpfen. (Archivbild) - Bild: Christoph Schmidt/dpa

Deutschland erntet deutlich weniger Kartoffeln

Die Kartoffelernte in Deutschland schrumpft 2026 um rund ein Viertel, weil die Anbaufläche kleiner ist und Dürre die Knollen verkleinert hat. Verbraucher zahlen bereits deutlich mehr: Im September lagen die Kartoffelpreise 11,3 Prozent über dem Vorjahresmonat.

Ernte sinkt auf 10,4 Millionen Tonnen

Nach vorläufigen Ergebnissen werden in diesem Jahr 10,4 Millionen Tonnen Kartoffeln eingebracht. 2025 waren es noch 13,9 Millionen Tonnen gewesen.

Die Anbaufläche ging um 11,1 Prozent zurück. Zugleich sank der durchschnittliche Ertrag von 46 Tonnen je Hektar auf 38,9 Tonnen, weil die Trockenheit die Kartoffeln kleiner ausfallen ließ.

Erzeugerpreise steigen um 61,5 Prozent

Die geringere Ernte wirkt sich bereits auf die Preise aus. Im August erhielten die Landwirte 61,5 Prozent mehr Geld für Kartoffeln als ein Jahr zuvor.

So stark war der Kartoffelpreis auf Erzeugerebene seit drei Jahren nicht mehr gestiegen. Zum Vergleich: Die Erzeugerpreise für sämtliche pflanzlichen Produkte legten um 12,3 Prozent zu.

Kartoffeln verteuern sich stärker als die Inflation

Im September mussten Verbraucher 11,3 Prozent mehr für Kartoffeln bezahlen als im Vorjahresmonat. Die allgemeine Inflationsrate lag im selben Zeitraum bei 3,3 Prozent.

Preissteigerungen auf Erzeugerebene werden üblicherweise über den Handel an die Verbraucher weitergereicht. Deutschland kann sich bei Kartoffeln grundsätzlich selbst versorgen, doch eine kleinere heimische Ernte kann das Angebot verknappen und die Preise erhöhen.

Die Kartoffelernte steht 2026 unter dem Einfluss zweier Entwicklungen: Die Anbaufläche ist kleiner, zugleich haben Trockenheit und Dürre die Erträge pro Hektar gedrückt. Dadurch trifft ein geringeres Angebot auf eine unverändert wichtige Nachfrage nach einem Grundnahrungsmittel, das in Deutschland grundsätzlich vollständig aus heimischer Produktion gedeckt werden kann.

Für Verbraucher zeigt sich der Effekt bereits an den Ladenpreisen. Der Anstieg bei Kartoffeln liegt deutlich über der allgemeinen Teuerung und fügt sich in ein Umfeld ein, in dem auch andere Lebensmittelgruppen zeitweise kräftig teurer werden. Preisbewegungen bei landwirtschaftlichen Erzeugnissen erreichen den Einzelhandel allerdings nicht immer sofort und nicht vollständig; neben dem Rohstoffpreis wirken Verarbeitung, Verpackung, Energie, Transport und Handelsspannen.

Trockenheit erhöht den Anpassungsdruck

Die Erntezahlen machen zugleich sichtbar, wie empfindlich die Produktion auf Wetterextreme reagiert. Kleinere Knollen können die vermarktbare Menge und die Sortierung verändern, während höhere Erzeugerpreise den Betrieben zumindest teilweise helfen, Ertragseinbußen und gestiegene Kosten auszugleichen.

Für die kommenden Monate hängt die Preisentwicklung deshalb vor allem vom weiteren Angebot, den Lagerbeständen und der Nachfrage ab. Eine deutsche Selbstversorgung schützt vor internationalen Engpässen, verhindert aber keine Preissteigerungen, wenn die heimische Ernte deutlich kleiner ausfällt.

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