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Kalifornien: 50.000 Menschen evakuiert wegen Chemikalien-Tank

26.05.2026 - 04:30:29 | boerse-global.de

Explosionsgefahr in GKN-Werk gebannt, 50.000 Anwohner warten auf Rückkehr. Ermittlungen und Sammelklage eingeleitet.

Kalifornien: 50.000 Menschen evakuiert wegen Chemikalien-Tank - Foto: über boerse-global.de
Kalifornien: 50.000 Menschen evakuiert wegen Chemikalien-Tank - Foto: über boerse-global.de

Einsatzkräfte stabilisierten einen überhitzten Chemikalientank im GKN-Aerospace-Werk in Garden Grove. Doch rund 50.000 evakuierte Anwohner warten weiterhin auf die Freigabe ihrer Häuser.

Gefahr gebannt – aber keine Entwarnung

Die Krise eskalierte am vergangenen Wochenende. Kaliforniens Gouverneur Gavin Newsom rief am 24. Mai den Notstand für Orange County aus. Grund: Ein Tank mit hochgefährlichem Methylmethacrylat begann sich lebensgefährlich aufzuheizen. Die Menge des flüchtigen Chemikals? Schätzungen schwanken zwischen 26.000 und 129.000 Litern. Am Nachmittag des 24. Mai weitete sich die Evakuierungszone auf 50.000 Menschen aus – die Feuerwehr kämpfte gegen die steigende thermische Reaktion an.

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Die ersten Kühlversuche von außen? Weitgehend wirkungslos. Am 25. Mai erreichte die Innentemperatur 37,7 Grad Celsius. Die Notunterkünfte füllten sich. Die Polizei patrouilliert seither durch die verlassenen Wohngebiete – aus Angst vor Plünderungen.

Risse im Tank als unerwartete Rettung

Die größte Sorge der Sicherheitsbehörden galt einer sogenannten BLEVE-Explosion: Ein unter Druck stehender Behälter reißt auf, der Inhalt verdampft schlagartig und explodiert. Methylmethacrylat, ein Grundstoff für Kunststoffe und Harze, ist dafür berüchtigt.

Am 23. Mai lag die Temperatur bei 32 Grad Celsius. Zwei Tage später entdeckten Einsatzkräfte einen Riss im Tank. Was zunächst wie eine Katastrophe aussah, wurde zur Rettung: Der Riss ließ Druck entweichen und kühlte den Inhalt. Die Temperatur fiel auf 33,9 Grad. Die Feuerwehr überwachte die Risse die gesamte Nacht über.

Ermittlungen und Klagen gegen GKN Aerospace

Mit der Stabilisierung der Lage rückt die Frage nach der Verantwortung in den Fokus. Newsom hatte bereits im Frühjahr 2026 die Bundesregierung um Hilfe gebeten – Präsident Trump genehmigte die Notstandserklärung am 25. Mai. Damit fließen Bundesmittel in die Hilfsmaßnahmen.

Der Betreiber GKN Aerospace steht unter massivem Druck. Das Unternehmen entschuldigte sich formell für den Vorfall. Doch die juristische Aufarbeitung läuft bereits: Eine Sammelklage betroffener Anwohner wurde eingereicht. Die Staatsanwaltschaft von Orange County leitete am 25. Mai ein formelles Ermittlungsverfahren ein. Im Fokus: die Wartung des Tanks und das Versagen der Sicherheitsventile.

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Warum Methylmethacrylat so gefährlich ist

Der Stoff ist hochentzündlich und temperaturempfindlich. Unter bestimmten Bedingungen polymerisiert er – dabei entsteht enorme Hitze, die zu einer unkontrollierten Kettenreaktion führen kann. Die US-Umweltbehörde EPA bestätigte: Das Versagen der Kühl- und Entlüftungssysteme schuf ein Hochrisikoszenario.

Die entdeckten Risse führten zu einem langsamen, kontrollierten Austritt. Für die Experten die beste aller schlechten Lösungen. Die defekten Ventile stehen im Mittelpunkt der Ermittlungen – genau sie hätten den Druckabfall verhindern sollen.

Rückkehr noch ungewiss

Die unmittelbare BLEVE-Gefahr ist seit dem späten 25. Mai gebannt. Doch die Rückkehr der 50.000 Evakuierten wird dauern. Die EPA und die Feuerwehr überwachen weiterhin die Luftqualität und die Stabilität des beschädigten Tanks.

In den kommenden Tagen steht die kontrollierte Entleerung des Chemikalienrests an. Die Feuerwehr prüft mehrere Optionen. GKN Aerospace soll mit den Ermittlern zusammenarbeiten, um zu klären, warum die Sicherheitssysteme versagten – und wie sich solche Katastrophen künftig verhindern lassen.

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