Kälteatlas, Sachsen

Kälteatlas Sachsen: Forscher messen Hitzebelastung in 60 Gebäuden

Veröffentlicht am: 14.09.2026 um 16:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Forschende erfassen an 60 Standorten Raumklima-Daten, um Kühlbedarf zu berechnen und Kommunen ab Ende 2027 bei Investitionen zu unterstützen.

Sachsen entwickelt Kälteatlas gegen Hitzebelastung in Gebäuden
Heller, leerer Klassenraum in einem alten Schulgebäude mit hohen Fenstern und einfallendem Sonnenlicht. Illustration mit AI erstellt.

An der Technischen Universität Bergakademie Freiberg wird derzeit an einem neuen Instrument zur Bewältigung sommerlicher Hitzeperioden gearbeitet. Gemeinsam mit dem Gastechnologischen Institut Freiberg entwickeln Wissenschaftler eine sogenannte Kältekarte beziehungsweise einen Kälteatlas für den Freistaat Sachsen.

Das Projekt zielt darauf ab, den spezifischen Kühlbedarf von Gebäuden an Hitzetagen präzise zu analysieren und fundierte Datengrundlagen für die Optimierung der Arbeits- und Lebensumgebung zu schaffen.

Seit dem Jahr 2025 findet für dieses Vorhaben eine systematische Datenerhebung statt. Dabei werden die Raumtemperatur und die Luftfeuchtigkeit an insgesamt 60 ausgewählten Standorten in Sachsen kontinuierlich erfasst.

Die Messungen erstrecken sich über eine Vielzahl von Gebäudetypen, wobei insbesondere Schulen, Kindertagesstätten und Wohngebäude im Fokus der Untersuchung stehen. Diese Daten dienen als Basis, um die thermische Belastung in Innenräumen während der Sommermonate detailliert abzubilden.

Die Relevanz des Vorhabens wird durch erste Zwischenergebnisse untermauert. Lukas Oppelt von der TU Bergakademie Freiberg wies darauf hin, dass die Auswertungen für den Sommer 2025 sowie für das erste Halbjahr 2026 eine deutliche Hitzebelastung in Bildungseinrichtungen zeigen. Demnach war es in einigen Schulen während dieser Zeiträume über ein Viertel der Zeit wärmer als 26 Grad Celsius.

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Solche Werte verdeutlichen den Handlungsbedarf bei der Klimatisierung und baulichen Anpassung öffentlicher Gebäude. Im Rahmen der bisherigen Analysen wurden zudem lokale Schwerpunkte der Hitzeentwicklung identifiziert; als regionale Hotspots gelten unter anderem die Städte Lommatzsch und Bautzen.

Der geplante Kälteatlas soll künftig als Planungsinstrument fungieren, das weit über eine rein deskriptive Darstellung hinausgeht. Das System ist darauf ausgelegt, den Kühlbedarf sowohl für einzelne Gebäude als auch für ganze Stadtquartiere rechnerisch zu ermitteln.

Auf Grundlage dieser Berechnungen soll die Kältekarte zudem Empfehlungen für passende Technologien und Maßnahmen zur Temperaturabsenkung vorschlagen. Damit erhalten Kommunen und Gebäudeeigentümer eine Entscheidungshilfe, um gezielte Investitionen in die Gebäudekühlung und den Wärmeschutz zu tätigen.

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Die Veröffentlichung und allgemeine Verfügbarkeit des Atlas ist nach aktuellem Stand voraussichtlich ab Ende 2027 vorgesehen. Bis dahin werden die Forschenden die Datensammlung fortsetzen, um jahreszeitliche Schwankungen und langfristige Trends in die finale Modellierung einfließen zu lassen.

Das Projekt leistet damit einen Beitrag zur Klimaanpassung in Sachsen, indem es konkrete technologische Lösungen für die zunehmende Hitzebelastung im urbanen und ländlichen Raum aufzeigt.

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