K+S, Millionen

K+S investiert 600 Millionen in grüne Düngemittelproduktion bis 2028

02.07.2026 - 20:27:28 | boerse-global.de

K+S investiert massiv in umweltfreundlichere Produktion. Continental und andere Konzerne treiben ebenfalls die Dekarbonisierung voran.

K+S startet 600-Millionen-Projekt für grünere Düngemittelproduktion
K+S - Eine moderne Industrieanlage bei Sonnenuntergang, die Nachhaltigkeit und technologischen Fortschritt in der Produktion darstellt. 02.07.2026 - Bild: über boerse-global.de

600 Millionen Euro investiert das Unternehmen in die Modernisierung seiner Anlagen. Ziel ist eine umweltfreundlichere Produktion am Werk Werra, das rund die Hälfte des EU-weiten Düngemittels herstellt.

Die Umstellung auf das trockene ESTA-Verfahren soll bis 2028 abgeschlossen sein. Die neue Technik reduziert die anfallenden Produktionswässer um 50 Prozent. Die Aufhaldung von Rückständen sinkt sogar um 90 Prozent. Das bedeutet nicht nur weniger CO2, sondern sichert auch die Zukunft für die rund 4.400 Mitarbeiter.

Industrie setzt auf Eigenstrom und Effizienz

Auch andere Konzerne treiben die Dekarbonisierung voran. Continental plant einen eigenen Windpark für sein Reifenwerk in Korbach. Drei Nordex-Anlagen im nahen Twistetal mit 20 Megawatt Leistung sollen entstehen. Zusammen mit Photovoltaik deckt der Windpark künftig zwei Drittel des Strombedarfs der 2.400 Beschäftigten. Die Investition liegt im mittleren zweistelligen Millionenbereich. Baubeginn ist noch dieses Jahr, die Inbetriebnahme in rund 18 Monaten.

Holcim Österreich hat seinen CO2-Fußabdruck im Zementportfolio um 17 Prozent gesenkt. Nächstes Jahr will der Konzern über 400.000 Tonnen Baurestmassen recyceln. Das Saatgutunternehmen KWS hat sich neue Ziele bis 2035 gesetzt: 63 Prozent weniger Emissionen (Scope 1 und 2) und zehn Prozent mehr Züchtungsfortschritt in den Kernmärkten.

KI-Boom bremst Klimaziele

Doch der wachsende KI-Sektor wird zum Problem für die globalen Emissionsziele. Die CO2-Emissionen von Amazon und Google stiegen im vergangenen Jahr um 16 beziehungsweise 18 Prozent. Bei Google wuchs der Stromverbrauch um 37 Prozent – Haupttreiber ist der immense Rechenbedarf für KI.

Die EU-Kommission reagiert und erwägt Lockerungen bei Nachhaltigkeitsregeln für Rechenzentren. Ein neuer Entwurf verzichtet auf strenge Grünstrom-Zertifikate und lässt auch Kernenergie-Zertifikate zu. AWS, Microsoft und Branchenverbände hatten zuvor auf wettbewerbsfähige Rahmenbedingungen gedrängt. UN-Experten warnen derweil vor wachsender digitaler Ungleichheit: Die USA kontrollieren 75 Prozent der weltweiten KI-Rechenkapazitäten.

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Stahlindustrie warnt vor Kostenexplosion

Auch die europäische Stahlindustrie steht unter Druck. ArcelorMittal Europe, Thyssenkrupp Steel und Voestalpine fordern eine pragmatische Reform des Emissionshandels (ETS) und günstige Preise für Strom und grünen Wasserstoff. Ohne Anpassungen drohe bis Anfang der 2030er Jahre ein Produktionskostenanstieg von 50 Prozent. Die Folge: ein Fertigungsrückgang von bis zu 40 Prozent und Millionen gefährdete Arbeitsplätze.

Lieferketten bleiben blinde Flecken

Ein weiteres Hindernis für nachhaltige Wirtschaft: die Lieferkette. Der aktuelle EcoVadis Index zeigt: 80 Prozent der Tier-1-Lieferanten haben keine dokumentierten Prozesse für Nachhaltigkeitsrisiken in ihren eigenen Lieferketten. Fast drei Viertel der Unternehmen melden zudem keine Daten zu ihren indirekten Emissionen (Scope 3).

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Die Herausforderung für die kommenden Jahre bleibt daher die ganzheitliche Transformation – von der energieintensiven Grundstoffindustrie bis hin zur digitalen Infrastruktur und deren globalen Verflechtungen.

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