Justiz-Rechnungen, Amtsgericht

Justiz-Rechnungen: Amtsgericht Stadthagen warnt vor falschen Zahlungsforderungen

Veröffentlicht am: 01.11.2026 um 20:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Behörden melden falsche Zahlungsforderungen, betrügerische Anrufe und gefälschte E-Mails im Namen der Justiz und des BKA.
Fassade eines historischen Justizgebäudes aus grauem Stein bei bewölktem Himmel Illustration mit AI erstellt.

Die Landesjustizverwaltungen und das Bundesministerium der Justiz warnen vor irreführenden Angeboten und Zahlungsaufforderungen. Wie aus behördlichen Veröffentlichungen vom 1. November 2026 hervorgeht, kursieren vermehrt Rechnungen und Zahlungsbitten, die den Anschein erwecken, von offiziellen Justizbehörden zu stammen, tatsächlich jedoch keinen behördlichen Ursprung haben. Betrüger nutzen das Vertrauen in gerichtliche Abläufe aus, um unberechtigte Geldforderungen durchzusetzen.

Amtsgericht Stadthagen informiert über Registerbetrug und spanische Kontoverbindungen

Detaillierte Einblicke in die Vorgehensweise der Absender gibt das Amtsgericht Stadthagen. Unternehmen verwenden demnach behördenähnlich gestaltete Schreiben oder Internetadressen wie www.handelsregisterbekanntmachungen.de. Auf diesem Weg bieten sie kostenpflichtige Eintragungen in nichtamtliche Register an oder stellen Rechnungen für amtliche Eintragungen aus, die in Wahrheit bereits erfolgt sind.

Das Gericht stellt klar, dass derartige Schreiben keinerlei Rechtswirkung entfalten und keine Zahlungspflicht begründen. Aktuell im Umlauf befindliche Rechnungen weisen unter anderem IBAN-Ländercodes aus Spanien auf. Bei Zweifeln an der Echtheit eines Schreibens rät das Amtsgericht Stadthagen, sich direkt an die Fachabteilung des Gerichts zu wenden, erreichbar über die Telefonzentrale unter 05721-786-0.

Betrugsmaschen mit falschen Justizbeamten und Amtsträgern

Neben gefälschten Rechnungen per Post treten Betrüger auch telefonisch im Namen der Justiz auf. So ermittelt der Kriminaldienst Hoyerswerda nach einem Fall, bei dem ein Unbekannter als falscher Staatsanwalt agierte. Er behauptete gegenüber einer 85-jährigen Frau, bei zwei festgenommenen Einbrechern sei ein Notizbuch mit ihrem Namen gefunden worden und ein Mitarbeiter einer Sparkasse gebe Daten weiter.

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Um diesen angeblich zu überführen, wies der Betrüger die Seniorin zu mehreren Überweisungen an. Die Frau verlor zwischen einem Dienstag und Donnerstag mehrere zehntausend Euro.

Die Polizei Gera betont, dass Staatsanwaltschaften, Gerichte, Polizei und Ordnungsbehörden grundsätzlich keine telefonischen Geldforderungen oder Kautionszahlungen verlangen. Ebenso wenig erkundigen sich Behörden am Telefon nach vorhandenen Barmitteln oder Wertgegenständen.

Digitale Fälschungen im Namen von Bundesbehörden

Gleichzeitig verlagern Täter ihre Aktivitäten zunehmend in den digitalen Raum. Das Bundeskriminalamt warnt vor gefälschten E-Mails, die vorgeblich von der Behörde stammen. Darin wird Empfängern der Besitz von Kinderpornografie vorgeworfen, eine Stellungnahme verlangt und mit einem Haftbefehl gedroht.

Teilweise versenden die Kriminellen dabei gefälschte Vorladungen mit dem Ziel, persönliche Daten auszuspähen. Das Bundeskriminalamt empfiehlt, solchen Aufforderungen keinesfalls nachzukommen, PDF-Anhänge nicht zu öffnen, den Absender eingehend zu prüfen und die Nachrichten unbeantwortet zu löschen.

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Ergänzend weist das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik auf typische Warnzeichen für Phishing hin. Ein künstlich aufgebauter Handlungsdruck, Drohungen und ungewöhnliche Anliegen gelten ebenso als Alarmsignale wie die Abfrage von Kreditkartennummern oder PINs sowie in Nachrichten eingebettete Links und Formulare.

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