JPMorgan-Chef, Stellen

JPMorgan-Chef: KI führt zu 30–40 Prozent weniger Stellen

Veröffentlicht: 16.07.2026 um 11:52 Uhr, Redaktion boerse-global.de

JPMorgan meldet deutliche Produktivitätsgewinne durch KI, während Meta wegen KI-gesteuerter Kündigungen verklagt wird. Branchenweit zeichnet sich ein Umbruch ab.

KI-Revolution in Unternehmen: JPMorgan spart Stellen, Meta vor Gericht
Eine futuristische Darstellung von KI-Technologie, die sich über die Skyline einer Stadt erstreckt und die Auswirkungen der KI auf Unternehmen symbolisiert. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Während JPMorgan von massiven Produktivitätsgewinnen berichtet, steht Meta wegen KI-gesteuerter Kündigungen vor Gericht.

JPMorgan: 30 bis 40 Prozent weniger Stellen durch KI

JPMorgan-CEO Jamie Dimon erklärte heute, dass KI in bestimmten Bereichen bereits zu einem Stellenabbau von 30 bis 40 Prozent geführt habe. Betroffene Mitarbeiter seien aber weitgehend in andere Rollen vermittelt worden. Trotz der Effizienzgewinne sinken die Betriebskosten kaum – Wettbewerbsvorteile gebe die Bank an die Kunden weiter.

Das Institut investiert massiv in die Technologie. Mit einem Budget von rund 20 Milliarden US-Dollar deckt es fast 1000 KI-Anwendungsfälle ab. Finanzvorstand Jeremy Barnum warnte, dass die Token-Kosten ab der zweiten Jahreshälfte spürbar steigen dürften.

Wirtschaftlich läuft es für JPMorgan glänzend. Im zweiten Quartal stieg der Nettogewinn um 41 Prozent auf 21,2 Milliarden US-Dollar. Besonders das Investmentbanking legte um 30 Prozent auf 3,3 Milliarden US-Dollar zu.

Meta: Klage wegen KI-Kündigungslisten

Ganz anders die Situation beim Facebook-Mutterkonzern Meta. Gestern reichten 26 Beschäftigte in Kalifornien Klage ein. Sie werfen dem Unternehmen vor, KI-Systeme wie Metamate genutzt zu haben, um Entlassungslisten für eine Kündigungswelle von rund 8000 Stellen zu erstellen.

Anzeige

Die rechtssichere Einbindung von KI-Systemen stellt Unternehmen vor neue Compliance-Herausforderungen, besonders im Hinblick auf den EU AI Act. Dieser kostenlose Download verschafft Ihnen den Überblick über Fristen und Pflichten, den Ihre Rechts- und IT-Abteilung jetzt dringend braucht. EU AI Act in 5 Schritten verstehen

Die Algorithmen hätten Mitarbeiter benachteiligt, die in Elternzeit waren oder krankheitsbedingte Fehlzeiten aufwiesen. Zur Produktivitätsmessung dienten Tastaturdaten und der Token-Verbrauch – ohne Berücksichtigung individueller Lebensumstände.

Meta bestreitet die Vorwürfe. Personalentscheidungen würden weiterhin von Menschen getroffen. Die Kläger fordern eine unabhängige Überprüfung und den Stopp weiterer für den 22. Juli geplanter Trennungen.

Juristen sehen in Deutschland kaum Chancen für solche KI-Bewertungen. Strenges Mitbestimmungsrecht und die DSGVO setzen enge Grenzen.

Branchenweiter Umbruch: KI-Talente statt klassischer Stellen

Anzeige

Da die EU-KI-Verordnung neue Regeln für den Einsatz von Algorithmen im Unternehmen aufstellt, sollten Fachverantwortliche die Risikoklassen genau kennen. Dieser kostenlose Report klärt auf, welche KI-Systeme als Hochrisiko gelten und was Unternehmen jetzt konkret tun müssen. Kostenlosen Umsetzungsleitfaden zum EU AI Act sichern

Der Trend zur Umschichtung zeigt sich quer durch die Tech-Branche. Thomson Reuters kündigte an, bis zu 500 Ingenieurspositionen zu streichen – rund 5,2 Prozent der Technikabteilung. Gleichzeitig entstehen über 250 neue Stellen mit Fokus auf KI-Entwicklung.

Der Markt reagierte positiv: Die Aktie legte nach der Ankündigung zu, getrieben von einem Umsatzwachstum von 10 Prozent im ersten Quartal.

Auch Microsoft, Cisco und Cloudflare bauen weiter Stellen ab. Die Erwähnung von KI-Investitionen in Quartalsberichten hat massiv zuggenommen. Branchenexperten sehen Tech-Entlassungen zunehmend als Norm, um Budgets für hochspezialisierte KI-Talente freizumachen.

JPMorgan nutzt dafür die natürliche Fluktuation. Bei jährlich 25.000 bis 30.000 ausscheidenden Mitarbeitern lässt sich der Personalbestand ohne massive Entlassungswellen anpassen.

Disclaimer zu unseren Artikeln: Keine Anlageberatung, keine Kauf oder Verkaufsempfehlung. Angaben zu Kursen, Unternehmen und Märkten ohne Gewähr; Änderungen jederzeit möglich. Börsengeschäfte können zu hohen Verlusten führen. Unsere Beiträge werden ganz oder teilweise automatisiert mit Unterstützung von AI erstellt und geprüft.

de | wirtschaft | 69779084 |