Jobwahl: 57% der Deutschen wechseln für haustierfreundliche Büros
03.06.2026 - 16:48:18 | boerse-global.deEine aktuelle Studie zeigt: Für mehr als die Hälfte der Beschäftigten in Deutschland, Österreich und der Schweiz sind haustierfreundliche Büros inzwischen ein entscheidendes Kriterium bei der Jobwahl. 64 Prozent der Schweizer und 57 Prozent der deutschen und österreichischen Arbeitnehmer würden demnach für ein pet-freundliches Arbeitsumfeld den Arbeitgeber wechseln.
Neue Prioritäten auf dem Arbeitsmarkt
Die Untersuchung des Unternehmens Mars, die zwischen Ende März und Mitte April 2026 durchgeführt wurde, befragte jeweils 1000 Beschäftigte in Deutschland und der Schweiz. Das Ergebnis: Klassische Büro-Vergünstigungen wie kostenlose Snacks oder Tischtennisplatten reichen nicht mehr aus, um Fachkräfte zu binden.
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In der Schweiz bewerten 48 Prozent der Befragten Haustier-Regelungen als wichtiger als Mitarbeiterrabatte. In Deutschland priorisieren 38 Prozent der Arbeitnehmer pet-freundliche Richtlinien über Benefits wie Dienstradleasing oder Rabattaktionen.
Besonders ausgeprägt ist der Trend bei jungen Arbeitnehmern. In Deutschland achten 49 Prozent der 18- bis 24-Jährigen aktiv auf haustierfreundliche Regelungen bei der Jobsuche. In der Schweiz sind es 39 Prozent in dieser Altersgruppe – und sogar 46 Prozent der 25- bis 34-Jährigen.
Die Anwesenheit von Tieren am Arbeitsplatz beeinflusst offenbar sogar die Entscheidung für ein eigenes Haustier. Von denjenigen, die aktuell kein Tier besitzen, gaben 77 Prozent der Deutschen und 71 Prozent der Österreicher an, dass sie sich eher eines anschaffen würden, wenn der Arbeitgeber unterstützende Regelungen böte.
Auswirkungen auf Arbeitsklima und Rückkehr ins Büro
Die Studie belegt einen starken Zusammenhang zwischen haustierfreundlichen Büros und dem Wohlbefinden der Mitarbeiter. Rund 80 Prozent der deutschen und 83 Prozent der Schweizer Beschäftigten berichten, dass Tiere zu einer entspannteren Atmosphäre beitragen.
Im Kontext der sich wandelnden Arbeitsmodelle fühlen sich 61 Prozent der Schweizer Arbeitnehmer durch solche Regelungen besser unterstützt, wenn sie ins physische Büro zurückkehren. Doch trotz dieser Nachfrage haben viele Jobsuchende Schwierigkeiten, pet-freundliche Unternehmen zu identifizieren. In Deutschland berichten 55 Prozent der Befragten, dass sie kaum Informationen zu diesen Richtlinien finden. 67 Prozent der Deutschen und 75 Prozent der Schweizer wünschen sich mehr Transparenz bei Haustier-Regelungen in Stellenanzeigen.
Wirtschaftlicher Kontext und Marktentwicklung
Dieser Wandel der Arbeitnehmererwartungen fällt mit breiteren Trends in der Haustierbranche zusammen. Nestlé-CEO Philipp Navratil beobachtete kürzlich auf einer Investorenkonferenz, dass Haustiere zunehmend als Familienmitglieder betrachtet werden – ein trend, der das Wachstum im Heimtierfuttersektor vorantreibt, selbst während die Geburtenraten sinken. Nestlé erwartet ein Marktwachstum von 3 bis 4 Prozent für Tiernahrung und baut die Produktion in den USA aus, um die Nachfrage zu decken.
Die Forderung nach besseren Arbeitsplatz-Benefits kommt in einer Phase moderater Schwankungen auf dem Arbeitsmarkt. Im Mai 2026 meldeten die deutschen Behörden 2,95 Millionen Arbeitslose – ein Rückgang um 58.000 gegenüber dem Vormonat, aber ein Anstieg um 31.000 im Vergleich zum Mai 2025. 643.000 offene Stellen waren im Mai 2026 registriert, 8.000 mehr als ein Jahr zuvor.
Aktuelle Arbeitsmarktberichte deuten zudem auf steigende Kündigungsraten hin. Ein Bericht von HR Works verzeichnet eine Trennungsrate von 30 Prozent in Deutschland, gegenüber 19 Prozent im Jahr 2021. Davon kündigten 16 Prozent der Arbeitnehmer aus eigenem Antrieb.
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Rechtliche Rahmenbedingungen und bevorstehende Aktionstage
Arbeitgeber, die Verträge anpassen wollen, um neue Talente zu gewinnen, müssen auch rechtliche Vorgaben beachten. Ein Urteil des Bundesarbeitsgerichts (BAG) vom 26. November 2025 stellte klar: Gehaltserhöhungen, die als Anreiz für die Unterzeichnung neuer Verträge dienen, sind nicht nach dem Gleichbehandlungsgrundsatz gerechtfertigt, wenn der Anreizzweck für diejenigen, die bereits zu den neuen Vertragsbedingungen gewechselt sind, nicht mehr gilt.
Das Thema Bürohunde steht im Juni 2026 gleich zweimal im Fokus: Am 11. Juni findet der Aktionstag „Kollege Hund“ statt, gefolgt vom internationalen „Bring Your Dog to Work Day“ am 26. Juni.
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