Jobsuche, Karriereratgeber

Jobsuche mit KI: 44 Prozent können sich die Nutzung künftig vorstellen

Veröffentlicht am: 04.10.2026 um 03:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Karriereratgeber beleuchten Auftreten, berufliche Kontakte und den wachsenden Einsatz künstlicher Intelligenz bei Bewerbungen.

Bewerbung und Karriere: Dresscode, KI und Kontakte im Wandel
Ein minimalistischer, moderner Büroflur mit natürlichem Lichteinfall und klarer Architektur. Illustration mit AI erstellt.

Die Bedeutung des persönlichen Auftretens in Vorstellungsgesprächen und die strategische Gestaltung beruflicher Wege stehen im Mittelpunkt aktueller Karriereratgeber. Während traditionelle Faktoren wie Kleidung und Umgangsformen weiterhin maßgeblich den ersten Eindruck bestimmen, verändern digitale Hilfsmittel und neue Verhaltensdebatten die Anforderungen im Rekrutierungsprozess.

Kleidungswahl und äußere Wirkung im Vorstellungsgespräch

Die Wahl der Garderobe beeinflusst die Wahrnehmung von Bewerberinnen und Bewerbern nachhaltig. In traditionellen Branchen wie Banken, Versicherungen sowie im öffentlichen Dienst wird nach wie vor überwiegend formelle Geschäftskleidung vorausgesetzt. Start-ups und Agenturen handhaben Dresscodes hingegen spürbar offener.

In handwerklichen, technischen oder kreativen Tätigkeitsfeldern gelten dunkle, schlichte und gepflegte Jeans als akzeptable Option. Für Führungs- und Managementpositionen bleibt der Anzug ein zentrales Seriositätssignal.

Farbpsychologisch vermittelt Blau vor allem Zuverlässigkeit, während Grautöne mit Erfahrung und Professionalität assoziiert werden. Fachbeiträge betonen zudem, dass maßgeschneiderte Business-Kleidung bei Führungskräften Kompetenz unterstreichen kann, wobei Aspekte wie Passgenauigkeit und Langlebigkeit eine Rolle spielen.

Zwischen Kaffeekolumne und strategischem Beziehungsaufbau

Dass Details im Auftreten kontrovers diskutiert werden, verdeutlichte ein virales Kurzvideo einer Personalverantwortlichen auf der Plattform TikTok. Deren Kritik an mitgebrachtem Eiskaffee im Vorstellungsgespräch stieß eine Debatte über professionelle Etikette an, die von Zustimmung bis zu Hinweisen auf Geschlechterstereotype reichte.

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Neben praktischen Argumenten – etwa dass To-go-Becher den Handschlag bei der Begrüßung erschweren oder umkippen könnten – lenkt die Diskussion den Blick auf grundlegende Herausforderungen des Arbeitsmarktes wie Fachkräftemangel und Ausbildungssituationen.

Um im Auswahlverfahren zu bestehen, raten Karriereberater dazu, persönliche Kontakte zu Wunschunternehmen bereits vor offiziellen Stellenausschreibungen aufzubauen. Ein informeller Austausch und persönliche Empfehlungen können dabei helfen, sich bei umkämpften Positionen von Mitbewerbern abzuheben.

Künstliche Intelligenz im Bewerbungsverfahren

Parallel zur Etikette gewinnt Technologie an Bedeutung. Laut einer Umfrage unter gut 2.000 Stellensuchenden und Bewerbenden nutzen bereits 29 Prozent generative Künstliche Intelligenz für die Recherche nach Arbeitgebern oder offenen Stellen, während sich weitere 44 Prozent eine solche Nutzung künftig vorstellen können. Bei Kandidaten im Alter zwischen 50 und 59 Jahren greift jeder Vierte auf entsprechende Systeme zurück, bei jüngeren Altersgruppen rund jeder Dritte.

Hinsichtlich der Verlässlichkeit betrachten 42 Prozent der Befragten KI-Auskünfte als glaubwürdiger als gewöhnliche Treffer in Suchmaschinen oder Stellenportalen, 15 Prozent sehen sie als unglaubwürdiger an.

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Fällt eine Arbeitgeberbewertung negativ aus, würden lediglich 25 Prozent einer KI-Empfehlung dennoch folgen. Beim Erstellen von Unterlagen stimmen 11 Prozent voll zu, KI zur Anpassung des Lebenslaufs zu verwenden; 13 Prozent lassen sich Motivationsschreiben erstellen, und 9 Prozent simulieren Gespräche.

Auch Arbeitgeber setzen zunehmend auf Automatisierung. Laut Manpower-Zahlen aus dem Frühjahr 2026 nutzen rund 66 Prozent der Schweizer Unternehmen KI in ihren Personalprozessen. Systeme wie Manpowers Software Hubert führen erste Vorauswahlen durch und sortieren Bewerbungen bei fehlenden grundlegenden Hard Skills aus, noch bevor eine manuelle Überprüfung stattfindet.

Strukturierte Prozesse bei Führungspositionen

Für den erfolgreichen Beginn in Führungsfunktionen empfehlen Managementratgeber gut vorbereitete Abläufe. Eine neue Teamleitung sollte idealerweise in der ersten Woche mit Angaben zu Erfahrung, Zuständigkeiten und Führungsverständnis vorgestellt werden; eine kurze Ansprache von meist 5 bis 15 Minuten gilt hierfür als Richtwert.

Neben klarer Rückendeckung durch die Unternehmensleitung wird empfohlen, zu Beginn vor allem zuzuhören, bestehende Leistungen anzuerkennen und strukturierte Übergaben sicherzustellen.

Auch in spezialisierten Berufsfeldern wie dem Steuerwesen, in dem die Bundessteuerberaterkammer neben Deklarations- und Vertretungsaufgaben einen steigenden Bedarf an betriebswirtschaftlicher Beratung verzeichnet, bilden präzise definierte Rollen- und Stellenprofile die Grundlage für eine zielgerichtete Personalentwicklung.

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