Job-Hugging, Beschäftigten

Job-Hugging: 61% der Beschäftigten bleiben mindestens zwei Jahre

Veröffentlicht am: 10.08.2026 um 13:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Experten analysieren Leistungsmotivation, Gehaltstransparenz und den Trend zum Job-Hugging. Die Zahl arbeitsloser Führungskräfte stieg um 14 Prozent.

Arbeitspsychologie: Motivation, Transparenz und Job-Hugging prägen den Arbeitsmarkt 2026
Ein minimalistischer, modern eingerichteter Büroarbeitsplatz in warmem, fokussiertem Licht. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Aktuelle Expertenanalysen befassen sich mit der psychologischen Motivation hinter hoher Arbeitsleistung und deren Bedeutung für die berufliche Entwicklung in Unternehmen. In einem Marktumfeld, das durch eine steigende Arbeitslosigkeit unter Führungskräften und ein wachsendes Sicherheitsbedürfnis geprägt ist, rücken individuelle Antriebsmuster und betriebliche Transparenzmodelle verstärkt in den Fokus der Forschung.

Motivation zwischen Erfolgshoffnung und Versagensangst

Ein entscheidender Faktor für die Karriereentwicklung ist die psychologische Grundlage der erbrachten Leistung. Die Perfektionismus-Expertin Christine Altstötter-Gleich wies in einer aktuellen Analyse darauf hin, dass die Motivation hinter hohen Leistungen maßgeblich über die langfristige Stabilität der Karriere entscheide. Dabei müsse zwischen der Freude am Erfolg und der Angst vor dem Versagen unterschieden werden. Insbesondere bei Leistungsträgern mit einem sogenannten kontingenten Selbstwert, deren Selbstachtung stark von beruflichen Erfolgen abhänge, könne eine Kündigung eine tiefe persönliche Krise auslösen.

Diese psychologische Verwundbarkeit trifft auf eine veränderte Arbeitsmarktlage. Daten der Bundesagentur für Arbeit belegen, dass die Zahl der arbeitslos gemeldeten Führungskräfte über alle Branchen hinweg innerhalb eines Jahres um 14 % gestiegen ist. Parallel dazu thematisieren Fachautoren wie Alyson Meister, Nele Dael und David Bach in aktuellen Publikationen die Hoffnung als einen bisher unterschätzten Faktor für den beruflichen Erfolg.

Transparenz als Instrument der Leistungssteuerung

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In der Unternehmensführung wird verstärkt darüber debattiert, wie Transparenz die Leistung beeinflusst. Christian Klein, Chef des Softwarekonzerns SAP, verteidigte in einem aktuellen Interview die Einführung transparenter Gehalts- und Performance-Bewertungen. Demgegenüber stehen Einschätzungen von Beratern wie Andreas Buhr, der eine strikte Gleichbehandlung in der Menschführung als ungerecht bezeichnete; für ihn sei stattdessen die gezielte Teamzusammenstellung entscheidend.

Wissenschaftliche Untersuchungen stützen eine differenzierte Sicht auf das Thema Transparenz. Studien der Forscher Cullen und Perez-Truglia belegen, dass Gehaltstransparenz unter bestimmten Umständen demotivierend wirken kann, während klar kommunizierte Aufstiegschancen die Motivation fördern. Der Berater Nils Cornelissen ergänzte hierzu, dass eine bloße Offenlegung von Löhnen die individuelle Leistung nicht zwangsläufig steigere.

Trend zum „Job-Hugging“ bei Beschäftigten

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Ein weiteres Phänomen, das die aktuelle Arbeitswelt prägt, ist das sogenannte „Job-Hugging“. Eine Studie des Beratungshauses WTW, für die im Frühjahr 2026 weltweit 41.000 Arbeitnehmer – darunter 2.000 in Deutschland – befragt wurden, zeigt eine wachsende Tendenz, trotz Unzufriedenheit an sicheren Arbeitsplätzen festzuhalten. Demnach planen aktuell 61 % der Beschäftigten, mindestens zwei Jahre bei ihrem derzeitigen Arbeitgeber zu bleiben. Im Jahr 2022 lag dieser Wert noch bei 53 %.

Die Gründe für einen möglichen Wechsel oder das Verbleiben im Unternehmen sind dabei vielfältig:

  • Wechselgründe: Das Gehalt führt mit 69 % die Liste an, gefolgt von der Jobsicherheit (46 %) und flexiblen Arbeitsmodellen (43 %).
  • Bleibegründe: Auch hier dominiert das Gehalt (62 %), gefolgt von der Jobsicherheit (50 %) und dem Verhältnis zu den Kollegen (43 %).

Zudem unterstreicht die WTW-Studie die Bedeutung von Flexibilität für die Mitarbeiterbindung. Während das Engagement bei Beschäftigten mit flexiblen Arbeitsmöglichkeiten bei 50 % liegt, sinkt dieser Wert bei fehlender Flexibilität auf 42 %. Ein Mangel an flexiblen Optionen erhöhe laut der Untersuchung nicht nur die Wechselbereitschaft, sondern senke auch das allgemeine Engagement im Unternehmen.

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