Jens Ambrock für Schleswig-Holstein: Vier Fraktionen stützen Datenschutz-Kandidaten
Veröffentlicht am: 30.09.2026 um 21:12 Uhr | Redaktion boerse-global.de
In der schleswig-holsteinischen Landeshauptstadt Kiel wurde eine wichtige Personalentscheidung für den Datenschutz im nördlichsten Bundesland vorbereitet.
Wie aus Berichten vom 30. September 2026 hervorgeht, haben sich die Regierungsfraktionen von CDU und Grünen auf einen Kandidaten für die Nachfolge der amtierenden Landesdatenschutzbeauftragten Marit Hansen geeinigt. Der Vorschlag sieht vor, Jens Ambrock mit der Leitung des Unabhängigen Landeszentrums für Datenschutz (ULD) zu betrauen.
Politischer Konsens über die Parteigrenzen hinweg
Die Nominierung von Jens Ambrock zeichnet sich durch eine ungewöhnlich breite parlamentarische Unterstützung aus. Neben den beiden Koalitionspartnern CDU und Grüne haben sich laut Medienberichten auch die Oppositionsfraktionen der FDP und des SSW dem Personalvorschlag angeschlossen. Diese parteiübergreifende Einigung gilt als bedeutendes Signal für die Unabhängigkeit und überparteiliche Akzeptanz des Amtes, das in Zeiten fortschreitender Digitalisierung und komplexer werdender Rechtsfragen eine zentrale Rolle in der Landesverwaltung und für die Bürgerrechte einnimmt.
Durch den Zusammenschluss der vier Fraktionen hinter einem gemeinsamen Kandidaten gilt die Bestätigung im schleswig-holsteinischen Landtag als gesichert. Das Parlament ist die Instanz, die formell über die Nominierung entscheidet und damit die personellen Weichen für die kommenden Jahre stellt.
Fachlicher Hintergrund des nominierten Kandidaten
Jens Ambrock gilt in Fachkreisen als profilierter Experte für Datenschutzrecht und Verwaltungspraxis. Derzeit bekleidet er die Position eines Referatsleiters bei der Hamburgischen Datenschutzbehörde. Durch diese Tätigkeit verfügt er über umfassende Erfahrung in der Aufsicht über private und öffentliche Stellen sowie in der Umsetzung der europäischen Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) in einer norddeutschen Metropolregion.
Zusätzlich zu seiner praktischen Arbeit in der Hamburger Behörde ist Ambrock in der akademischen Lehre verwurzelt. Er ist als Lehrbeauftragter an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel tätig. Diese Verbindung zur wissenschaftlichen Ausbildung in Schleswig-Holstein unterstreicht seine fachliche Eignung und seine regionale Vernetzung am Standort Kiel, wo das Landeszentrum für Datenschutz seinen Sitz hat.
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Ende der Amtszeit von Marit Hansen
Mit der Nominierung Ambrocks bereitet das Land den Wechsel an der Spitze einer Behörde vor, die über ein Jahrzehnt maßgeblich von Marit Hansen geprägt wurde. Hansen wird nach dem Ende ihrer aktuellen Periode nicht erneut für das Amt kandidieren. Sie hat die Behörde über insgesamt zwei Amtszeiten geleitet und sich bundesweit sowie international einen Namen als Expertin für technischen Datenschutz und Datensparsamkeit gemacht.
Die Entscheidung Hansens, nach zwei Amtsperioden den Weg für eine Neubesetzung frei zu machen, markiert eine Zäsur für die Datenschutzkultur in Schleswig-Holstein. Unter ihrer Führung hatte das ULD immer wieder durch kritische Stellungnahmen zu IT-Projekten der öffentlichen Hand und durch die Förderung datenschutzfreundlicher Technologien Aufmerksamkeit erregt.
Gesetzlicher Rahmen und Wahlverfahren
Das Amt des Landesdatenschutzbeauftragten in Schleswig-Holstein ist an klare gesetzliche Vorgaben gebunden. Die Amtszeit für die Leitung der Behörde beträgt sechs Jahre. Das Gesetz sieht vor, dass eine einmalige Wiederwahl möglich ist, woraus sich eine maximale Gesamtdauer von zwölf Jahren ergibt.
Das Wahlverfahren im Landtag stellt sicher, dass die Person an der Spitze der Behörde über eine starke demokratische Legitimation verfügt, während sie gleichzeitig weitreichende Unabhängigkeit von der jeweiligen Landesregierung genießt.
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Mit der nun erzielten Einigung zwischen Regierung und wesentlichen Teilen der Opposition wird erwartet, dass Jens Ambrock die Nachfolge zeitnah antreten kann, sobald die formellen parlamentarischen Schritte abgeschlossen sind.
Die Aufgabe der kommenden sechs Jahre wird vor allem darin bestehen, die Behörde durch die Herausforderungen neuer Technologien wie künstlicher Intelligenz und der weiteren Vernetzung staatlicher Datenbestände zu führen.
Mehr zum Thema bei n-tv: „Hamburg & Schleswig-Holstein: Ambrock soll Landes-Datenschutzbeauftragter werden - n“
