Jena nutzt erstmals den Bauturbo: 48 neue Wohnungen im dotSource Campus
Veröffentlicht am: 01.10.2026 um 20:01 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Stadt Jena greift erstmals auf den sogenannten Bauturbo zurück, um ursprünglich als Büros geplante Flächen zügig in Wohnraum umzuwandeln. Die Kommune reagiert mit diesem Schritt auf veränderte Anforderungen und Rahmenbedingungen bei der städtischen Flächennutzung. Das Vorhaben betrifft ein konkretes Großprojekt: den neuen Firmensitz des Unternehmens Dotsource am Rande des Damenviertels.
Der Stadtrat Jena brachte das Verfahren am 30. September 2026 auf den Weg. Das Gremium beschloss an diesem Tag den 2. Nachtrag zum Durchführungsvertrag für den sogenannten „dotSource Campus“ an der Saalbahnhofstraße.
Mit der vertraglichen Anpassung wird die planungsrechtliche Grundlage geschaffen, um auf dem Areal 48 zusätzliche Wohnungen zu realisieren. Für die visuelle Planung des Projekts zeichnen Dotsource und die HKS Architekten GmbH verantwortlich.
Homeoffice reduziert Bedarf an Büroflächen
Der Umplanung liegen grundlegend veränderte Rahmenbedingungen in der Arbeitswelt zugrunde. Die Verbreitung von Homeoffice und mobilen Arbeitsformen hat dazu geführt, dass der Flächenbedarf für Präsenzarbeitsplätze spürbar gesunken ist. Hinzu kommen veränderte wirtschaftliche Bedingungen, die zu einer Neubewertung der ursprünglichen Dimensionierung führten.
In Jena werden 48 Wohnungen dort gebaut, wo ursprünglich 2.000 Quadratmeter Bürofläche für bis zu 200 Arbeitsplätze geplant waren. Der Grund: Homeoffice und mobile Arbeit senken den Flächenbedarf — und freiwerdende Kapazitäten lassen sich umnutzen. Wie Sie diesen Weg für Ihr eigenes Projekt gehen, zeigt der kostenlose Leitfaden. Umnutzungs-Leitfaden jetzt anfordern
Nach den ersten Plänen waren allein im vierten und fünften Obergeschoss des Sockelgebäudes rund 2.000 Quadratmeter Bürofläche vorgesehen, die auf bis zu 200 Arbeitsplätze ausgelegt waren. Für den gesamten Büroteil des Campus belief sich die ursprüngliche Zielmarke auf insgesamt rund 850 Arbeitsplätze. Durch die Anpassung an die neue Arbeitsrealität kalkuliert man für den Bürokomplex künftig noch mit bis zu 650 Arbeitsplätzen.
Umwidmung im vierten und fünften Obergeschoss
Die durch diese Neuberechnung freiwerdenden Kapazitäten sollen nun dazu beitragen, den Bedarf an Wohnraum in der Stadt zu decken. Die nicht mehr benötigten Flächen im vierten und fünften Obergeschoss des Sockelgebäudes werden vollständig umgenutzt, sodass dort die 48 neuen Wohneinheiten entstehen können.
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Mit der Anwendung der Beschleunigungsinstrumente setzt Jena ein Zeichen für die flexible Nachnutzung gewerblicher Bauvorhaben. Wo bislang reine Bürokapazitäten entstehen sollten, ermöglicht das Zusammenwirken von Bauherren und Kommunalpolitik nun eine gemischte Nutzung aus Wohnen und Arbeiten im Stadtgebiet.
