Investitionsgipfel, Friedrich Merz

Investitionsgipfel: Merz vereinbart KI-Kooperation mit Nvidia

Veröffentlicht am: 19.10.2026 um 20:35 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Bundeskanzler Friedrich Merz will mit dem ersten Investitionsgipfel internationale Geldgeber für Deutschland gewinnen. Eine Vereinbarung mit Nvidia soll zugleich die industrielle Nutzung künstlicher Intelligenz voranbringen.

Investoren und KI im Berliner Kraftwerk

  • Bundeskanzler Friedrich Merz eröffnete den ersten Investitionsgipfel der Bundesregierung in Berlin.
  • Am Dienstag beraten Merz, Lars Klingbeil und rund 200 Vorstandschefs an der ESMT über Investitionen.
  • Die Bundesregierung vereinbarte mit Nvidia eine Kooperation zur industriellen Nutzung künstlicher Intelligenz.
  • Merz und der Nvidia-Chef als «Stargast» beim Investitionsgipfel. - Bild: Fabian Sommer/dpa
  • Rechenzentren spielen eine wichtige Rolle. (Symbolbild) - Bild: Sebastian Gollnow/dpa
  • Die Verkehrsinfrastruktur soll auf Vordermann gebracht werden. (Archivbild) - Bild: Stefan Puchner/dpa
  • Ministerin Reiche warnt vor Vergesellschaftungen. - Bild: Britta Pedersen/dpa
  • Frankreich machte es vor. - Bild: Gonzalo Fuentes/Pool Reuters/AP/dpa
  • Die Bundesregierung vereinbarte eine Kooperation mit Nvidia. - Bild: Fabian Sommer/dpa
Merz und der Nvidia-Chef als «Stargast» beim Investitionsgipfel. - Bild: Fabian Sommer/dpa Rechenzentren spielen eine wichtige Rolle. (Symbolbild) - Bild: Sebastian Gollnow/dpa Die Verkehrsinfrastruktur soll auf Vordermann gebracht werden. (Archivbild) - Bild: Stefan Puchner/dpa Ministerin Reiche warnt vor Vergesellschaftungen. - Bild: Britta Pedersen/dpa Frankreich machte es vor. - Bild: Gonzalo Fuentes/Pool Reuters/AP/dpa Die Bundesregierung vereinbarte eine Kooperation mit Nvidia. - Bild: Fabian Sommer/dpa

Merz eröffnet Investitionsgipfel mit Nvidia-Kooperation

Bundeskanzler Friedrich Merz hat in Berlin den ersten Investitionsgipfel der Bundesregierung eröffnet und internationale Geldgeber umworben. Bei dem Treffen in einem stillgelegten Kraftwerk vereinbarte die Bundesregierung eine Kooperation mit dem US-Chiphersteller Nvidia zur Förderung künstlicher Intelligenz.

Rund 200 Unternehmenschefs erwartet

Am eigentlichen Konferenztag am Dienstag kommen an der privaten Wirtschaftshochschule ESMT am Schloßplatz neben Merz und Vizekanzler Lars Klingbeil (SPD) zahlreiche Mitglieder des Kabinetts zusammen. Eingeladen sind rund 200 Vorstandschefs aus dem In- und Ausland sowie Vertreter von Investmentbanken und Fonds.

Die Regierung will mit dem Format konkrete private Investitionen in Maschinen, Anlagen, Forschung, moderne Produktionsstätten und Software anstoßen. Merz bezeichnete Deutschland als offen für Investitionen und Geschäfte und als bereit, schneller zu wachsen.

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Regierung wirbt mit Standortvorteilen

Deutschland soll Investoren mit soliden Finanzen, einem stabilen Rechtsstaat, guten Universitäten, qualifizierten Fachkräften und dem Zugang zum zollfreien EU-Binnenmarkt überzeugen. Vorbild für den Gipfel ist der jährliche „Choose France“-Gipfel des französischen Präsidenten Emmanuel Macron.

Gleichzeitig sieht die Bundesregierung Nachholbedarf. Nach einer Studie von Allianz Research gingen die Gesamtinvestitionen in Deutschland zwischen 2019 und 2025 um 6,4 Prozent zurück, während sie im übrigen Euroraum um 6,7 Prozent und in den USA um 20,2 Prozent stiegen.

KI gilt als Schlüsseltechnologie

Die industrielle künstliche Intelligenz gilt als besonders aussichtsreich, weil deutsche Unternehmen und der Mittelstand über umfangreiche Industriedaten verfügen. Die Zusammenarbeit mit Nvidia soll die digitale Transformation beschleunigen und die technologische Souveränität Deutschlands stärken.

Nvidia-Chef Jensen Huang verwies auf das Vertrauen seines Unternehmens in den Standort. Nvidia habe im vergangenen Jahr nach eigenen Angaben fast eine Milliarde Dollar in Deutschland investiert und sei an Start-ups sowie etablierten Unternehmen beteiligt.

Reformen sollen Investitionen erleichtern

Merz kündigte an, den Reformkurs fortzusetzen. Dazu gehören Veränderungen bei den Sozialsystemen, die Digitalisierung der Verwaltung, flexiblere Arbeitsmarktregeln sowie kürzere Planungs- und Genehmigungsverfahren, etwa für Rechenzentren.

In der Koalition sind einzelne Vorhaben, darunter die Rentenreform, umstritten. Wirtschaftsvertreter verlangen dauerhaft bessere Standortbedingungen, damit aus dem Gipfel zusätzliche Investitionen entstehen.

Roche stellt Deutschland-Investitionen infrage

Parallel zum Gipfel stellt der Schweizer Pharmakonzern Roche nach Angaben seines Deutschlandchefs Daniel Steiner wegen Sparvorgaben im Gesundheitswesen sämtliche Investitionen in Deutschland auf den Prüfstand. Wirtschaftsministerin Katherina Reiche sagte, die Bundesregierung arbeite daran, die finanzielle Belastung der Pharmabranche zu verringern.

Der Gipfel fällt in eine Phase, in der Deutschland zugleich hohe öffentliche Investitionen plant und private Kapitalgeber für den Umbau von Wirtschaft und Infrastruktur gewinnen will. Der Staat kann damit Anschubfinanzierungen leisten, aber Unternehmen müssen zusätzlich Produktionsstätten, Forschung, Digitalisierung und Energieversorgung ausbauen.

Die Bundesregierung verbindet das Werben um Kapital deshalb mit einer Standortbotschaft: Deutschland verweist auf seine politische und rechtliche Stabilität, qualifizierte Beschäftigte, Hochschulen und den Zugang zum EU-Binnenmarkt. Dem stehen Kosten- und Geschwindigkeitsprobleme gegenüber. Lange Genehmigungen, Bürokratie, hohe Energiepreise sowie Steuern und Abgaben beeinflussen die Frage, ob Investitionen wirtschaftlich attraktiv sind.

Investitionen brauchen konkrete Ergebnisse

Die Kooperation mit Nvidia gibt dem Gipfel ein sichtbares Technologie-Thema. Künstliche Intelligenz kann in Deutschland besonders dort ansetzen, wo Industrieunternehmen über umfangreiche Produktionsdaten verfügen. Dafür braucht es jedoch Rechenkapazität, Fachkräfte und klare Regeln für Daten und Anwendungen.

Für die Wirkung des Formats wird daher entscheidend sein, ob aus Gesprächen tatsächlich neue Projekte und Finanzierungszusagen entstehen. Unternehmen bewerten nicht allein die Außendarstellung eines Standorts, sondern verlässliche Rahmenbedingungen über Jahre. Für Bürgerinnen und Bürger können erfolgreiche Investitionen mehr Wachstum und modernere Infrastruktur bedeuten; zugleich bleiben Kostenverteilung, Arbeitsmarktfolgen und der Umgang mit staatlichen Förderungen politisch umkämpft.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

tagesschau: „Merz lädt zu Investitionsgipfel in Berlin“ (19.10.2026)

Der Beitrag hebt hervor, dass die Bundesregierung mit rund 200 Unternehmen um ausländisches Kapital werbe und bessere Standortbedingungen nötig seien. Anders als die dpa-Meldung legt er zusätzlich einen Schwerpunkt auf Kritik an den Gipfelkosten und auf die Forderung nach konkreten Investitionsentscheidungen.

ZDFheute: „Investitionsgipfel in Berlin: Merz wirbt um Kapital“ (19.10.2026)

ZDFheute ordnet den Gipfel als zweitägiges Werben um Investitionen in Energie, KI, Infrastruktur und Verteidigung ein. Der Beitrag bestätigt die geplante Zusammenarbeit mit Nvidia und stellt stärker die offenen Standortprobleme sowie die Frage nach konkreten Abschlüssen heraus.

Einigkeit besteht über das Ziel, private Investitionen zu mobilisieren und den Standort zu modernisieren. Unterschiede zeigen sich bei der Gewichtung von Technologie, Standortreformen und den Kosten des Gipfels; offen bleibt, welche zusätzlichen Projekte daraus entstehen.

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