Insolvenzwelle, Deutschland

Insolvenzwelle Deutschland: Trendwende erst ab Mitte 2027 erwartet

Veröffentlicht am: 13.08.2026 um 02:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Deutsche Unternehmen kämpfen weiter mit hohen Insolvenzzahlen. Creditreform prognostiziert eine Stabilisierung erst im kommenden Jahr.

Firmenpleiten in Deutschland: Creditreform erwartet Trendwende erst 2027
Leere, moderne Büroetage in einem Industriegebäude bei natürlichem Lichteinfall. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die wirtschaftliche Lage deutscher Unternehmen bleibt angespannt und eine spürbare Entspannung am Insolvenzmarkt ist vorerst nicht in Sicht. Aktuellen Prognosen von Creditreform zufolge wird eine nachhaltige Trendwende bei den Firmenpleiten erst für Mitte 2027 erwartet. Die Experten gehen davon aus, dass die derzeitige Pleitewelle noch bis zum Ende des laufenden Jahres 2026 anhalten wird, bevor sich die Situation im kommenden Jahr allmählich stabilisiert.

Dramatischer Anstieg der Fallzahlen im ersten Halbjahr

Die Zahlen für die erste Jahreshälfte 2026 verdeutlichen die Schwere der aktuellen Krise. Laut Creditreform wurden in diesem Zeitraum rund 12.900 Firmeninsolvenzen registriert. Dies stellt den höchsten Stand seit dem Jahr 2013 dar. Besonders besorgniserregend sei der Umstand, dass derzeit etwa 27 % der Unternehmen in Deutschland als pleitebedroht eingestuft werden.

Dieser Anstieg der Insolvenzfälle hat massive Auswirkungen auf die Gläubiger. Die durch die Pleiten entstandenen Schäden bezifferte Creditreform für das erste Halbjahr auf insgesamt 28,5 Mrd. Euro. Bereits zu Beginn des Jahres deutete sich diese Entwicklung an, als im Januar 2026 insgesamt 1.919 Unternehmensinsolvenzen gemeldet wurden – ein Zuwachs von 4,9 % im Vergleich zum Vorjahresmonat.

Externe Belastungsfaktoren dämpfen die Aussichten

Als Hauptursachen für die anhaltend hohe Zahl an Unternehmenszusammenbrüchen nennt Creditreform eine Kombination aus verschiedenen geopolitischen und wirtschaftlichen Faktoren. Insbesondere die anhaltenden geopolitischen Konflikte sowie die Belastung durch hohe Energiepreise setzen den Betrieben zu. Zudem belasten mögliche US-Zölle die Exportwirtschaft und sorgen für zusätzliche Unsicherheit in der Planung.

Anzeige

Wer sich mit der langfristigen Absicherung des eigenen Betriebs befasst, sollte auch digitale Risiken minimieren, um zusätzliche finanzielle Schäden zu vermeiden. Dieser kostenlose Report klärt auf, welche rechtlichen Pflichten und Bedrohungen Unternehmer jetzt kennen müssen. Neue KI-Gesetze und Cyberrisiken: Den kostenlosen Report jetzt lesen

Ein Blick auf einzelne Branchen zeigt spezifische Brennpunkte. Im Gastgewerbe wurden bereits Anfang des Jahres 9,1 Insolvenzanträge pro 10.000 Unternehmen verzeichnet. Experten von Creditreform gaben zudem zu bedenken, dass die offiziell gemeldeten Insolvenzzahlen oft die wirtschaftliche Realität von vor etwa drei Monaten widerspiegeln, da Verzögerungen in der statistischen Erfassung und den Verfahrensabläufen bestehen.

IWH registriert Rekordwerte im zweiten Quartal

Ergänzend zu den Analysen von Creditreform untermauern Daten des Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) den negativen Trend. Im zweiten Quartal 2026 wurden laut IWH 4.996 Insolvenzen verzeichnet. Dies entspricht einer Steigerung von 9 % gegenüber dem vorangegangenen Quartal und markiert den höchsten Quartalswert seit dem Jahr 2005.

Anzeige

In wirtschaftlich angespannten Zeiten ist es für Unternehmen entscheidend, Sicherheitslücken ohne hohe Investitionen zu schließen und sich proaktiv vor weiteren Belastungen zu schützen. Erfahren Sie im gratis E-Book, wie Sie Ihre Firma effektiv absichern und gleichzeitig neue gesetzliche Anforderungen erfüllen. Gratis-E-Book: Sicherheitslücken schließen und Unternehmen schützen

Die angespannte Lage in der Industrie zeigt sich zudem in der Beschäftigungsentwicklung. Den Angaben des IWH zufolge sank die Zahl der Beschäftigten im Verarbeitenden Gewerbe bereits im Jahr 2025 um 177.000 Personen. Das Institut hatte bereits zuvor vor einer Wiederholung der hohen Insolvenzzahlen gewarnt, wie sie beispielsweise im März 2023 beobachtet wurden. Die aktuellen Daten bestätigen nun, dass sich der Druck auf die deutsche Wirtschaft weiter verstetigt hat und eine Erholung mehr Zeit in Anspruch nehmen wird als ursprünglich gehofft.

Disclaimer...

de | wirtschaft | 69942000 |