Insolvenzwelle, Firmenpleiten

Insolvenzwelle: 2.308 Firmenpleiten im März – höchster Stand seit zehn Jahren

16.06.2026 - 07:33:05 | boerse-global.de

Das IWH prognostiziert für 2026 ein BIP-Plus von 0,9 Prozent, während die Zahl der Firmenpleiten einen neuen Höchststand erreicht.

IWH-Prognose: BIP-Wachstum 2026 trotz Rekord-Insolvenzen
Insolvenzwelle - Ein dunkler, leerer Bürokorridor mit geschlossenen Türen, der Unternehmensinsolvenzen und wirtschaftliche Unsicherheit darstellt. 16.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Die Sommerprognose vom 15. Juni zeigt: Stabile Energiepreise helfen, doch die Lage im Unternehmenssektor bleibt angespannt. Besonders die Zahl der Firmenpleiten erreichte im Frühjahr einen historischen Höchststand.

Insolvenzwelle erreicht Rekordniveau

Im März 2026 zählten die Ämter 2.308 Unternehmensinsolvenzen – ein Plus von 15,8 Prozent zum Vorjahresmonat. Das ist der höchste Stand seit zehn Jahren. Bereits im Februar kletterte die Zahl auf 2.048 Fälle, ein Anstieg von 6,7 Prozent.

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Die Kreditversicherer reagieren: Coface hob die Prognose für das Gesamtjahr von einem auf fünf Prozent Insolvenz-Anstieg an. Allianz Trade rechnet sogar mit plus sechs Prozent. Betroffen ist auch ein Traditionsbetrieb: Die Schussenrieder Brauerei Ott stellte am 12. Juni Insolvenzantrag. Die Brauerei setzte zuletzt 8,5 Millionen Euro um und beschäftigt 40 Festangestellte.

Vertrauensverlust im Mittelstand

Die Stimmung kippt: Nur noch 39 Prozent der mittelständischen Geschäftsführer trauen der Regierung Merz eine Wirtschaftswende zu. Im Frühjahr waren es noch 62 Prozent. Die Folge: 57 Prozent der Familienbetriebe zahlen die steuerfreie Mitarbeiterprämie nicht mehr aus.

Der industrielle Stellenabbau beschleunigt sich. Monatlich fallen rund 15.000 Jobs weg – 2024 waren es noch 10.000. Die Investitionen liegen 8,8 Prozent unter dem Niveau von 2019. Eine McKinsey-Analyse zeigt die Schieflage: Nur 29 von 16.200 untersuchten Firmen tragen fast die Hälfte des Produktivitätswachstums.

Lichtblicke und Risiken

Trotz der Pleitewelle gibt es positive Signale. Die Industrieproduktion stieg im April erstmals seit November wieder – um 0,4 Prozent. Das Baugewerbe legte sogar um 2,4 Prozent zu. Die Exporte kletterten um 0,9 Prozent auf 136,6 Milliarden Euro.

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Das IWH sieht zudem einen globalen KI-Boom, der die Weltkonjunktur antreibt – allerdings mit Risiken für den Arbeitsmarkt. Staatliche Milliarden für Infrastruktur, Verteidigung und Digitalisierung stützen die Binnennachfrage.

Die Belastung bleibt: Energiepreise lagen im April rund zehn Prozent über Vorjahr. Die Inflation sank im Mai leicht auf 2,6 Prozent. Entscheidend für den weiteren Verlauf ist die geopolitische Lage. Experten warnen: Eine Blockade wichtiger Handelswege könnte 2026 zur wirtschaftlichen Stagnation führen.

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