Inklusion Bayern: 1,5 Mio. für 168 Arbeitsplätze in Werkstätten
Veröffentlicht am: 27.07.2026 um 11:19 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die bayerische Staatsregierung weitet die finanzielle Unterstützung für Menschen mit Behinderungen aus. Millionenbeträge fließen in die Modernisierung von Arbeitsstätten und den Ausbau der Pflegeinfrastruktur.
Ulrichswerkstätten werden modernisiert
Der Freistaat unterstützt die Modernisierung der Ulrichswerkstätten in Schwabmünchen mit bis zu 1,5 Millionen Euro. Ziel ist es, 168 Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderungen an zeitgemäße Standards anzupassen. Arbeitsministerin Ulrike Scharf betonte die Bedeutung der beruflichen Inklusion. Die Förderung solle Teilhabe am Arbeitsleben unter modernen Bedingungen ermöglichen.
Neue Pflegeplätze in Oberfranken und Schwaben
Parallel investiert das Gesundheitsministerium in die stationäre Versorgung. Im oberfränkischen Mainleus entstehen bis November 2028 insgesamt 28 neue Dauerpflegeplätze speziell für Menschen mit Behinderung. Das Bauvorhaben wird im ehemaligen Gasthof „Zum Schwarzen Adler“ realisiert. Das Ministerium stellte dafür Fördermittel in Höhe von 1,68 Millionen Euro bereit – die Gesamtkosten liegen bei knapp 9 Millionen Euro.
Die Maßnahme ist Teil des Investitionsprogramms „PflegesoNah“. Seit 2020 hat Bayern darüber rund 410 Millionen Euro investiert und etwa 8.880 Pflegeplätze geschaffen oder modernisiert. Ein weiteres Beispiel: Im Juli 2026 wurde ein Seniorenzentrum in Thierhaupten eingeweiht. Das Projekt wurde mit 775.000 Euro bezuschusst und umfasst 25 Tagespflegeplätze sowie eine demenzsensible Begegnungsstätte.
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Besuch bei Inklusionsbetrieben
Die Situation inklusiver Betriebe stand im Mittelpunkt eines Besuchs der Bundestagsabgeordneten Heike Heubach in Kaufbeuren. Sie besichtigte Unternehmen wie den Irseer Kreis Versand mit rund 90 Mitarbeitern und die Kantine „Frisch & Fair“ mit über 30 Beschäftigten. Die Unternehmen äußerten Besorgnis über mögliche finanzielle Kürzungen. Heubach sprach sich gegen Einschnitte aus, um bestehende Strukturen für Menschen mit Unterstützungsbedarf zu sichern.
Auch kulturelle Initiativen werden gewürdigt: Die inklusive Blaskapelle der Werkstatt Augsfeld erhielt das Prädikat „Hier klingt’s mir gut“ für ihr jahrzehntelanges Engagement.
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Fördergeld-Rückzahlung droht
Während Inklusionsprojekte gefördert werden, steht die Mittelverwendung in anderen Bereichen unter Beobachtung. Der Automobilzulieferer Magna in Dorfprozelten soll sein Werk bereits Mitte 2027 schließen – früher als zugesagt. Da Fördergelder in Höhe von 1,2 Millionen Euro an eine Beschäftigungsgarantie bis Ende 2028 geknüpft waren, prüft der Freistaat nun eine Rückforderung. Von der Schließung sind 216 Mitarbeiter betroffen.
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