ING Deutschland: Gefälschte CEO-Anzeige lockt 25 Bewerber auf LinkedIn
Veröffentlicht am: 07.08.2026 um 16:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Eine betrügerische Stellenausschreibung für die Position eines „Group Chief Executive Officer“ bei der ING Deutschland hat auf dem Karrierenetzwerk LinkedIn für erhebliches Aufsehen gesorgt. Wie das Handelsblatt am 7. August 2026 berichtete, kursierte die Anzeige im Internet und suggerierte eine hochkarätige Vakanz bei der Frankfurter Direktbank, die in dieser Form jedoch nicht existiert. Das Institut hat bereits Maßnahmen eingeleitet, um den Vorfall aufzuklären und weiteren Schaden abzuwenden.
Reaktion der Bank auf missbräuchliche Ausschreibung
Die ING Deutschland reagierte umgehend auf die Entdeckung der gefälschten Anzeige. Ein Sprecher des Instituts erklärte, dass die Ausschreibung weder vom Unternehmen beauftragt noch in irgendeiner Weise autorisiert worden sei. Sobald die Bank Kenntnis von dem Vorgang erlangt hatte, wurde die Anzeige bei dem Plattformbetreiber LinkedIn als missbräuchlich gemeldet, um eine Löschung zu erwirken.
Trotz der schnellen Reaktion stieß das vermeintliche Stellenangebot auf Resonanz. Nach vorliegenden Informationen meldeten sich insgesamt 25 Bewerber auf die Anzeige, in der Hoffnung, den Spitzenposten bei einer der führenden deutschen Banken besetzen zu können. Ob und in welchem Umfang Daten der Bewerber durch die Hintermänner der Aktion abgegriffen wurden, ist derzeit Gegenstand der Untersuchungen.
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Unstimmigkeiten in der Positionsbezeichnung
Ein wesentliches Merkmal, das die Anzeige als Fälschung entlarvte, war die Bezeichnung der ausgeschriebenen Stelle. In dem Inserat wurde nach einem „Group Chief Executive Officer“ gesucht. Diese spezifische Position existiert in der Organisationsstruktur der ING Deutschland jedoch nicht. Die Leitung des Instituts liegt faktisch bei Lars Stoy, der das Amt des Vorstandsvorsitzenden beziehungsweise Chief Executive Officer (CEO) bekleidet – allerdings ohne den Zusatz „Group“.
Solche feinen terminologischen Unterschiede sind oft ein Indiz für betrügerische Aktivitäten im Bereich des sogenannten „Social Engineering“. Hierbei versuchen Angreifer, durch die Vorspiegelung falscher Tatsachen oder die Nutzung bekannter Markennamen Vertrauen zu erwecken, um Informationen zu gewinnen oder Reputationsschäden zu verursachen.
Prüfung interner Hintergründe und Sicherheitsaspekte
Besonders brisant ist der Umstand, dass die gefälschte Anzeige über den LinkedIn-Account eines tatsächlichen Mitarbeiters der ING veröffentlicht wurde. Dies wirft Fragen zur Sicherheit der genutzten Kommunikationswege und zum Schutz der Mitarbeiterprofile auf. Die Bank prüft derzeit intensiv die Hintergründe, wie es zu dieser Veröffentlichung kommen konnte. Dabei steht im Raum, ob der Account des betreffenden Mitarbeiters kompromittiert wurde oder ob andere technische Manipulationen vorlagen.
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Der Vorfall verdeutlicht die zunehmenden Risiken durch Identitätsdiebstahl und gefälschte Inhalte auf professionellen Netzwerken. Experten beobachten seit geraumer Zeit, dass Kriminelle verstärkt gefälschte Jobangebote nutzen, um an sensible Daten von hochqualifizierten Fach- und Führungskräften zu gelangen. Für Unternehmen bedeutet dies eine zusätzliche Herausforderung im Bereich des Brand Protections, da solche Vorfälle nicht nur die IT-Sicherheit betreffen, sondern auch die Integrität der Arbeitgebermarke gefährden können. Die ING Deutschland betonte, den Vorfall lückenlos aufklären zu wollen, um künftige Manipulationen dieser Art zu erschweren.
